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Bernd Schneider wechselte 1999 von Frankfurt zu Bayer Leverkusen © getty

Nach über einem Jahr Verletzungspause kehrt Bernd Schneider zurück in Leverkusens Kader - und hat gleich neue Ziele vor Augen.

Leverkusen - Es war der 13. April 2008.

Kurz vor der Pause im Spiel gegen den VfB Stuttgart stapfte Bernd Schneider mit einer harmlosen Zehenverletzung vom Platz.

Dass es der letzte Auftritt des "weißen Brasilianers" für lange Zeit sein würde, konnte damals noch keiner ahnen.

Wenige Tage später erlitt Schneider im Training einen Bandscheibenvorfall. Was folgte, ist die Horror-Vorstellung für einen Fußballer: Operation an der Halswirbelsäule, quälendes Aufbautraining statt EM-Teilnahme und immer wieder Rückschläge.

Im Kader gegen Bielefeld

390 Tage später ist Schneider nun zurück auf der Bühne Bundesliga, gegen Arminia Bielefeld am Freitagabend (ab 20 Uhr Uhr LIVE) steht der Mittelfeldstar erstmals wieder im Kader von Bayer Leverkusen.

"Bernd hat außergewöhnlich gearbeitet. Er war sich auch nicht zu schade, regelmäßig in der zweiten Mannschaft zu spielen. Er hat es sich absolut verdient, wieder im Kader zu stehen", lobte Trainer Bruno Labbadia den 81-maligen Nationalspieler.

Schneider sammelte in den letzten Wochen in der Leverkusener Regionalliga-Mannschaft achtmal Spielpraxis.(Erreicht Bayer die internationalen Plätze? Der Tabellenrechner)

Zeit für den Nachwuchs

Dass er überhaupt mal wieder gegen den Ball treten durfte, war für "Schnix" schon eine Genugtuung.

"Es hat halt was gefehlt, aber Jammern ist nicht mein Ding", berichtet der 35-Jährige von seiner Zeit in der Reha, in der Kräftigungsübungen sowie Rad- und Laufeinheiten statt Torschuss-Training auf dem Programm standen.

"Ich habe in dieser Phase andere Sachen schätzen gelernt, wie etwa die Geburt meines Sohnes Giovani." Die Geburt seiner Tochter Emily hatte er fünf Jahre zuvor aufgrund der Terminhatz kaum genießen können.

Kaum Verletzungen in der Karriere

Für den in Jena geborenen Schneider war die Phase umso härter, zumal er in seiner Karriere fast immer von Verletzungen verschont geblieben war. (Die Bundesliga: Ergebnisse und Tabelle)

Acht Jahre lang hatte Schneider in seiner Leverkusener Zeit nie eine ernsthafte Verletzung. Erst in der Saison 2007/08 musste er nach einer Knieverletzung mal länger pausieren.

Schneider bekommt Vertragsverlängerung

Der Klub hielt aber auch in dieser schweren Zeit zu Schneider. So verlängerte Bayer den Vertrag mit ihm bis 2010, obwohl unklar war, ob er überhaupt zurückkommen würde.

"Er hat durch die Verletzung ein Jahr verloren, das hängen wir halt jetzt einfach dran", begründete Sportchef Rudi Völler den Schritt.

Dafür ist Schneider dem Klub noch heute dankbar. "Ich habe mich sehr gefreut, dass der Verein in dieser Situation, in der es sportlich für mich nicht so gut lief, verlängert hat", sagte er.

Schneider will ins Pokalfinale

Sportlich soll es nun wieder aufwärts gehen. Das DFB-Pokalfinale am 30. Mai gegen Werder Bremen ist nun das große Ziel, aber auch die Nationalmannschaft hat der Vize-Weltmeister von 2002 nicht aus den Augen verloren.

"Vielleicht schaffe ich es ja nochmal zur WM 2010. Aber erstmal muss ich mich wieder im Verein durchsetzen, ehe ich wieder träumen darf."

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