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Gonzalo Castro bestritt bisher 5 Länderspiele für Deutschland © getty

Auch im siebten Spiel kann Bayer in der "heimischen" LTU-Arena nicht gewinnen. Bielefeld hat nun einen Rekordspieler in seinen Reihen.

Düsseldorf - Wenige Fans, viele Pfiffe und immer noch kein Heimsieg 2009: Für Pokalfinalist Bayer Leverkusen ist das "Projekt Düsseldorf" ein Fiasko.

Auch im siebten Anlauf sprang beim 2:2 (1:2) gegen den Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld kein "Dreier" vor heimischem Publikum heraus (Arminia verpasst Big Point).

"Einen Versuch haben wir ja noch", meinte Rudi Völler sichtlich bedient. Der Sportchef sprach den letzten Auftritt gegen Borussia Mönchengladbach an, ehe es in der kommenden Saison zurück in die dann für 70 Millionen Euro fertig gestellte BayArena geht.

Kein Grund zu pfeifen

Die Leverkusener Fans haben jetzt schon die Nase voll. Zwar fanden nur noch 23.150 Fans - Minusrekord in der Rückrunde - den Weg in die ungeliebte Düsseldorfer Arena, die machten aber lautstark ihrem Unmut über die erneut schwache Vorstellung der Werkself Luft.

"Es gibt keinen Grund zu pfeifen. Wir machen und tun, werden aber einfach für unsere Bemühungen nicht belohnt", meinte Stürmer Stefan Kießling, der den 1:0-Führungstreffer markierte (21.), allen Ernstes und fand die Leistung sogar in Ordnung.

Friedrich trifft - ins eigene Tor

In Ordnung ist im Leverkusener Spiel aber schon lange nichts mehr. Vom herrlichen Angriffs- und Kombinationsfußball der Hinrunde ist nicht mehr viel übrig geblieben.

Pomadig, ohne Inspiration und vor allem ohne Selbstvertrauen tritt die Bayer-Elf 2009 auf. Ein Gegentor genügte schon, um das Gefüge auseinander zu bringen.

So waren die Rheinländer nach dem 1:1 - passenderweise durch ein Eigentor von Manuel Friedrich (23.) - völlig von der Rolle. Bielefeld ging sogar durch Robert Tesche (39.) in Führung, ehe Patrick Helmes mit seinem 20. Saisontor (79.) ein wenig Schadensbegrenzung betrieb.

Bescheidene Ziele

So versinkt der Titelanwärter aus der Hinrunde im Mittelmaß. Nur der Pokalsieg am 30. Mai gegen Werder Bremen könnte eine total verkorkste Saison noch retten. "Natürlich ist das unser Hauptziel, aber vorher wollen wir noch ein paar Punkte holen", sagte Kießling.

Die Saison habe man keineswegs abgehakt, meinte Völler, der am Freitag seinen Vertrag bis 2012 verlängert hatte. "Auf Schalke haben wir doch gezeigt, dass wir trotzdem Gas geben können", sagte der Sportchef und ergänzte mit Blick auf das Spiel bei Bayern München: "Jetzt versuchen wir, unsere Führung in der Auswärtstabelle zu behaupten."

Die Ziele sind bescheiden geworden in Leverkusen.

"Schnix" ist zurück

So war das Positivste vom Abend aus Bayer-Sicht, dass der 81-malige Nationalspieler Bernd Schneider nach 390 Tagen wieder im Kader stand. Der 35-Jährige hatte sich im vergangenen Jahr einer Halswirbel-Operation unterziehen müssen.

Zum Einsatz kam Schneider noch nicht, was laut Völler aber auch nicht so entscheidend war:

"Viel wichtiger ist, dass er uns in der nächsten Saison wieder hilft."

Schuler stellt Rekord ein

Ob es dann wieder gegen Bielefeld geht, ist noch unklar. Die Arminia bleibt nach dem 15. Unentschieden der Saison in akuter Abstiegsgefahr. "Ich weiß nicht, was wir verbrochen haben, dass wir nicht mal wieder ein Spiel gewinnen", sagte Trainer Michael Frontzeck, der aber mit der Leistung zufrieden war.

"Wir müssen den Schwung aus den letzten beiden Spielen in die so wichtige Partie gegen Hoffenheim mitnehmen."

Immerhin hat ein Bielefelder am Freitag Bundesliga-Geschichte geschrieben: Markus Schuler blieb auch in seinem 180. Ligaspiel ohne Tor und stellte damit den Negativrekord von Thomas Eichin ein.

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