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Clemens Tönnies ist Geschäftsführer der Unternehmensgruppe "Tönnies Fleisch" © getty

Im DSF-Doppelpass gibt der Schalker Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies Magath eine Jobgarantie und spricht über Horst Heldt.

München - Felix Magath wird in der neuen Saison als Trainer und Manager von Schalke 04 ganz fest im Sattel sitzen.

Zumindest wenn es nach dem Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies geht.

Tönnies gab dem Wolfsburger Trainer schon mal vorne weg eine Jobgarantie.

"Ich nehme auch meine Kollegen in die Pflicht zu sagen: Die vier Jahre ziehen wir durch", sagte Tönnies im DSF-Doppelpass:

"Vielleicht wird es auch länger, aber bestimmt nicht kürzer."

"Nicht von der Meisterschale träumen"

Tönnies plant offenbar eine "Ära Magath" in Gelsenkirchen: "Wir können nicht kommen und von der Meisterschale träumen", meinte er.

Diesen Fehler haben wir über Jahre gemacht. Wir brauchen eine gewisse Zeit und müssen auch Rückschläge hinnehmen, um nachhaltig Erfolg zu haben. Felix Magath bekommt von uns die Zeit, die er braucht, um den Verein neu aufzustellen."

Magath mag es nicht bequem

Anscheinend warten komfortable und bequeme Zustände in Gelsenkirchen auf Magath, doch genau dies hat ihn in Wolfsburg zum Abschied bewogen.

"Ich habe Angst davor, mich an bequeme Situationen zu gewöhnen. Dafür bin ich noch zu jung", erklärte Magath seinen Abschied bei den Niedersachen. Nun hat große Ziele mit dem Revierklub.

"Ich will Erfolge erringen, Meisterschaften gewinnen - auch mit Schalke. Das treibt mich nach wie vor an", sagte der 55-Jährige der "Welt am Sonntag".

Tönnies will Held

Nach Wunsch von Tönnies soll Magath dabei künftig der Stuttgarter Sportdirektor Horst Heldt unterstützen. "Wenn nicht jetzt, dann im nächsten Jahr", hatte der Fleischfabrikant im "Focus" die Absichten der Schalker untermauert.

Tönnies möchte den Verein komplett neu ausrichten und dabei Verantwortung abtreteten. "Ich bleibe vielleicht noch zwei, drei Monate in der vordersten Linie", so Tönnies:

"Wir werden ein Reporting einführen. Alle berichten an unsere Nummer eins - und die an mich."

Sport1.de hat Tönnies' wichtigste Äußerungen aus dem Doppelpass zusammengefasst.

Clemens Tönnies im DSF über...

die Entscheidung für Felix Magath:

"Wir haben in den vergangenen Jahren immer mit einem Schnellschuss reagiert. Diesmal haben wir gesagt, wir sondieren jetzt den Markt und werden jemanden finden, der uns nachhaltig weiter bringt. Felix Magath ist nicht sofort angesprungen.

Aber ich habe gemerkt, dass ich ihn für den FC Schalke 04 begeistern kann. Aus unseren Gesprächen heraus ist dann ein Konzept gewachsen."

den Einsatz Magaths als "Ein-Mann-Kompetenz":

"Wir wollen einen mächtigen Mann. Wir brauchen jemanden, der nachhaltig strukturiert und dazu braucht er Machtfülle. Die kriegt er und ebenso unsere volle Unterstützung dabei."

die Tatsache, dass die Verpflichtung bereits vor Saisonende öffentlich wurde:

"Man ist natürlich in ein System eingebunden und irgendwann muss man in ein Gremium oder einen Eilausschuss und bestimmte Dinge klären. Wir haben neun bis zehn Wochen dicht gehalten.

Eben weil wir wollen, dass Felix Magath die Meisterschale nach Wolfsburg bringt und dann nach Schalke kommt. Wir wollten es gerne noch geheim halten, aber es hat nicht geklappt."

das Interesse an VfB-Manager Heldt:

"Ich habe zwei Mal mit VfB-Präsident Erwin Staudt telefoniert. Er hat sehr empfindlich reagiert und mir unmissverständlich mitgeteilt, dass Horst Heldt vor Vertragsende nicht zu haben ist. Wir schauen aber auf Schalke über den Tellerrand hinaus.

Wir sind ein Riesen-Apparat mit über 100 Millionen-Umsatz. Wir brauchen Verstärkung in der Peripherie und im Kernbereich. Deswegen habe ich Kontakt mit Horst Heldt aufgenommen."

die Verhandlungen mit dem Manager-Kandidaten Oliver Kahn:

"Wir haben uns ein paar Mal getroffen. Ich halte Oliver Kahn für einen sehr guten Typen und auch für geeignet, in der Bundesliga eine Manager-Position zu übernehmen.

Er hat eine Super-Ausarbeitung gemacht, aber wir sind am Ende nicht zusammengekommen, weil ihm einfach die Erfahrung fehlt.

Aber ich habe mit ihm vereinbart, dass wir eng zusammen bleiben und weiterhin in Kontakt stehen. Denn es kommt eine Zeit nach Felix Magath. Dann könnte jemand wie Oliver Kahn ein tolles Gesicht für den FC Schalke werden."

die Zukunft von Kevin Kuranyi:

"Ich kann mich gut daran erinnern, dass Felix Magath zu mir sagte: 'Lass mal den Kuranyi da, den kriege ich hin. Das ist ein Guter.'"

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