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Die Gladbacher (r.) jubeln über den Last-Minute-Sieg, die Schalker © getty

Hans Meyer sieht Mönchengladbach nach dem Sieg gegen Schalke auf gutem Weg die Klasse zu halten. Die "Knappen" resignieren.

Von Martin Hoffmann

München - Hans Meyer zu interviewen, gehört im Mediengeschäft zu den weniger dankbaren Aufgaben.

Denn egal welche Frage man dem Gladbacher Trainer stellt, seine Antwort lautet in neun von zehn Fällen erst einmal sinngemäß, wie man ihm jetzt so eine Frage stellen kann.

Auch nach dem dramatischen Last-Minute-Sieg gegen Schalke (zum Spielbericht) war Meyers Laune nicht gut genug, den Fernsehreporter zu schonen, der ihn hinterher zum Gespräch bat.

Ob der 1:0-Erfolg ein "Sieg des Willens" gewesen wäre, wollte der von ihm wissen. Meyer dozierte weitschweifig, um wieviel es man sich mit der Behauptung zu einfach machen würde.

Und ob die Ausgangslage im Abstiegskampf jetzt besser wäre? "Natürlich ist sie besser als vorher - aber dass Sie mir jetzt so 'ne Frage stellen..." 103018(DIASHOW: Der 31. Spieltag)

Abstiegsplätze endlich verlassen

Meyer bleibt eben Meyer - auch in den Momenten des Triumphs.

Und dieser Triumph, den der vorher in der Bundesliga torlose Joker Robert Colautti den "Fohlen" da beschert hat, war im Abstiegskampf Gold wert.

Mönchengladbach hat sich vom vorletzten auf den 15. Platz geschoben und das erste Mal seit dem 14. Spieltag im vergangenen November die Abstiegsränge verlassen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Marin atmet tief durch

"Das waren drei ganz wichtige Punkte. Jetzt haben wir eine ganz gute Ausgangsposition", stellte Marko Marin fest - der mit seinem verschossenen Elfmeter in der 23. Minute zum Unglücksraben geworden wäre, hätte der Sieg nicht geklappt.

Entsprechend tief atmete er nach dem Abpfiff auch an der Eckfahne durch, während die Gladbacher Jubeltraube vor Freude fast die Fotografen am Spielfeldrand überrannte.

"Wer auf Gladbach setzt, liegt richtig"

Die Gladbacher führen wegen ihres Torverhältnisses nun hinten ein punktgleiche Trio, das noch aus Bielefeld und Cottbus besteht an, der VfL Bochum liegt einen Punkt davor.

Mit einem Sieg am Mittwoch in Cottbus kann Gladbach die Situation weiter verbessern. "Das wird aber nicht leicht", warnte Marin allerdings direkt.

Der sonst so skeptische Meyer scheint dagegen jetzt ziemlich überzeugt, dass die Mission Klassenerhalt gelingt: "Bei der Weltwirtschaftslage würde ich kein Geld wetten, wer es schafft. Wer auf Gladbach setzt, liegt aber auf jeden Fall richtig."

Neuer gibt die Hoffnung auf

Auch bei besserer Wirtschaftslage wäre man aktuell eher schlecht beraten, noch Geld darauf zu setzen, dass es Schalke nach der Niederlage noch auf die internationalen Plätze schafft.

Sechs Punkte ist der fünfte Rang bei drei ausstehenden Spielen nun entfernt - die Wahrscheinlichkeit ist da nicht auf Schalker Seite.

Michael Büskens, der bei seinem Team "zwei, drei Prozent Galligkeit vor dem Tor" vermisste, gab zwar noch Durchhalteparolen aus: "So lange man noch ein Fünkchen Hoffnung hat, muss man daran glauben."

Für Keeper Manuel Neuer ist das Fünkchen dagegen erlöschen. Auf die Frage, ob er noch Hoffnung auf die Euroleague-Plätze hätte, antwortete er nur knapp: "Nein."

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