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Nuri Sahin wechselte 2008 von Feyenoord Rotterdam zurück zum BVB © getty

Nuri Sahin hat sich bei Borussia Dortmund etabliert. Im Sport1.de-Interview spricht er über den Trainer und die Titelchancen.

Von Liane Killmann

München - Nuri Sahin ist einer der Garanten für den aktuellen Erfolg von Borussia Dortmund. Mit seinem Freistoßtreffer und einer Vorlage trug der Mittelfeldspieler entscheidend zum 4:0-Heimerfolg gegen den Karlsruher SC bei.

Nach schwierigem Saisonstart hat sich der türkische Nationalspieler in die Startelf von Trainer Jürgen Klopp gekämpft und dabei gestandene Profis wie Tinga und Florian Kringe auf die Bank verwiesen.

Nun kommt es am 32. Spieltag zum Topspiel bei Spitzenreiter Wolfsburg (ab 19.30 Uhr LIVE ).

In der Volkswagen-Arena gab Sahin am 6. August 2005 mit 16 Jahren sein Debüt bei den Dortmunder Profis, als jüngster Spieler der Bundesligageschichte. Er glaubt an eine Fortsetzung der Siegesserie beim VfL. (Wer behält die Nerven im Titelkampf?)

Im Interview mit Sport1.de spricht der 20-Jährige über seine Entwicklung, die Euphorie in Dortmund und die Chancen des BVB, am Ende ganz oben zu landen. Außerdem lüftet Sahin das Erfolgsgeheimnis der Borussia.

Sport1.de: Herr Sahin, Sie waren mit ihrem Freistoß zum 2:0 und einer Vorlage der entscheidende Mann gegen Karlsruhe. Warum läuft es bei Ihnen in den letzten Wochen so gut?

Sahin: Ein bisschen Fußball spielen kann ich ja auch (lacht). Im Ernst, ich habe immer an meine Qualitäten geglaubt und hart gearbeitet. Das wird im Moment belohnt.

Sport1.de: Zu Saisonbeginn fanden Sie sich in Dortmunds Regionalligamannschaft wieder. Wie kam es dazu?

Sahin: Ich habe die ganze Vorbereitung wegen einer Verletzung nicht mitmachen können. Dadurch hatte ich Anlaufschwierigkeiten. Ich bin in eine sehr austrainierte Mannschaft hineingekommen und war selbst noch nicht richtig fit. Ich habe eine Zeit lang gebraucht, bis ich zum Ende der Hinrunde angefangen habe zu spielen.

Sport1.de: Seit Anfang der Rückrunde läuft es sehr gut. Woran liegt es?

Sahin: Ich kann der Mannschaft weiterhelfen, bin an Toren beteiligt und habe gegen Karlsruhe wieder eins geschossen. Ich hoffe, das geht so weiter. Ich fühle mich wohl in Dortmund. Ich möchte nicht zurück auf die Bank. Ich werde meinen Platz verteidigen, in jedem Spiel Gas geben und versuchen mich weiterzuentwickeln.

Sport1.de: Woran genau haben Sie in letzter Zeit gearbeitet?

Sahin: Ich kann in Sachen Kraft und Schnelligkeit noch Einiges lernen. Diese Schwächen versuche ich aufzuarbeiten.

Sport1.de: Ihre Siegesserie ist beeindruckend. Wer kann den BVB jetzt noch stoppen?

Sahin: Es kann ruhig so weitergehen. Die Partie gegen Wolfsburg ist sehr wichtig für uns. Da wollen wir den achten Sieg in Folge landen. Na ja, und dann den neunten, und den zehnten? (lacht). Wir müssen von Spiel zu Spiel gucken, dann wird das schon klappen.

Sport1.de: Die "Wölfe" sind im Moment angeschlagen. Was ist beim VfL für die Borussia möglich?

Sahin: Wir wollen jedes Spiel gewinnen und brauchen uns vor niemandem zu verstecken. Wir haben großen Respekt vor Wolfsburg, das ist eine gute Mannschaft, die im Offensivbereich hervorragend besetzt ist. Aber mit unserem Spiel der letzten Wochen haben wir dort eine große Chance.

Sport1.de: Wohin kann der Aufschwung von Borussia Dortmund führen? Noch vier Punkte Rückstand auf Platz drei: Schauen Sie auf die Tabelle?

Sahin: Ganz ehrlich? Eigentlich nicht. Wir können am Ende alle zusammen gucken, wo wir stehen. Wenn wir dann oben stehen, dann sind wir alle froh. Aber es bringt jetzt nichts zu sagen, dass wir Dritter, Vierter oder Fünfter werden wollen. Wir sind ja abhängig davon, dass die anderen Punkte verlieren.

Sport1.de: Welchen Anteil hat Trainer Jürgen Klopp an der Euphorie?

Sahin: Der Trainer ist sehr populär in Deutschland. Diesen Schwung seiner eigenen Persönlichkeit hat er mit nach Dortmund gebracht und uns eingeimpft. Die entsprechenden Leistungen liefern wir im Moment ab. Es passt alles. Ich habe auch die schlimmsten Momente hier miterlebt, als wir auf einem Abstiegsplatz waren. Da ist es umso schöner, dass es jetzt so gut läuft.

Sport1.de: Nach der Partie in Wolfsburg treten Sie noch gegen Bielefeld und in Mönchengladbach an. Sind das vielleicht sogar die kniffligeren Aufgaben?

Sahin: Mir wäre es lieber, dreimal gegen große Mannschaften zu spielen als zweimal gegen Abstiegskandidaten. Denn die werden alles geben. Diese Spiele zu meistern wird sehr, sehr schwer.

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