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Louis van Gaal führte AZ Alkmaar in dieser Saison zur ersten Meisterschaft nach 1981 © imago

Kommt er oder nicht? "Alles ist in der Schwebe", sagt van Gaal selbst. Er stellt aber klar: "Der FC Bayern ist mein Traumklub."

Von Daniel Rathjen und Martin Volkmar

München - Der Poker läuft nach wie vor.

Fest steht: Der FC Bayern will Louis van Gaal verpflichten und der Trainer ist bereit für den Wechsel (Platzt der Deal?).

"Bayern München ist für mich nun mal ein Traumklub", erklärte der Coach seinen Spielern beim letzten Training bereits.

Auch FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge stellt klar: "Wenn er eine Lösung gefunden hat, bin ich ziemlich optimistisch, dass wir zeitnah Vollzug melden könnten. Denn zwischen Louis van Gaal und uns sehe ich kein großes Problem."

"Weiß nicht, ob ich nach Deutschland gehen kann"

Doch ob er tatsächlich zum deutschen Rekordmeister wechselt, bleibt offen.

Van Gaal wirkte am Montagabend teils pessimistisch: "Ich weiß nicht, ob ich wirklich nach Deutschland gehen kann", sagte er. Es koste ihn in dieser Situation "viel Energie, um glaubwürdig zu bleiben".

Der niederländische Trainer wolle AZ Alkmaar wegen eines eventuellen Wechsels nach München "nicht unter Druck setzen", sagte er.

Zeitpunkt offen

Der zeitliche Rahmen für die Entscheidung wird erweitert. Während einige Medien in Kürze mit einer Bekanntgabe des Wechsels rechnen, zeigte sich van Gaal skeptisch.

"Ich glaube nicht, dass das diese Woche noch etwas wird", zitierte "De Telegraaf" den 57-Jährigen.

Dazu passt van Gaals Aussage am Rande eines Empfangs zum Saisonabschluss seines Vereins: "Alles ist in der Schwebe."

Beeinflussen kann der FC Bayern die Entscheidung offenbar derzeit nicht.

"Das ist eine Sache für die fünf Leute, die diesen Klub leiten. Wir haben immer alles in diesem Fünferkreis besprochen und gelöst. Und ich finde, dass es auch hier einen Ausweg geben muss", so van Gaal.

In Medienberichten hieß es, dem Trainer sei sehr daran gelegen, den AZ Alkmaar "erhobenen Hauptes durch die Vordertür verlassen zu können".

Das Problem ist immer noch sein Vertrag, der ihn eigentlich noch bis Mitte 2010 an Alkmaar bindet.

Positive Tendenz

Die Tendenz geht jedoch in Richtung Einigung. Bei dem Empfang zeigten sich der Trainer und Vereinsboss Dirk Scheringa, der sich bislang gegen van Gaals Weggang ausgesprochen hat, erstmals seit langem wieder in freundschaftlicher Umarmung.

Holländische Zeitungen veröffentlichten ein Foto, auf dem van Gaal den lachenden Klubchef auf die Wange küsst.

"Dirk, wir beide mögen uns", soll der Coach bei der angeblich spontanen Versöhnungsgeste Scheringa gesagt haben, nachdem Champagner geflossen sei.

Eine Lösung könnte so aussehen: Sobald Alkmaar einen gleichwertigen Ersatz für van Gaal gefunden hat, darf er gehen. Gegen Zahlung einer geringen Ablöse.

Im Gespräch ist eine Summe von bis zu 2,5 Millionen Euro, die aber nicht der FC Bayern aufbringen muss.

"Bayern ist nich Partei. Das geht nur um AZ und mich, wir müssen zusammenkommen", erklärte der Coach.

Ein weiteres Problem: Der bei AZ als Nachfolger genannte Co Adriaanse ist angeblich Top-Favorit bei Ajax Amsterdam.

Hat van Gaal das Problem tatsächlich gelöst, wird wohl auch zeitnah Vollzug gemeldet und der Trainer kann in den Urlaub in sein Ferienhaus nach Portugal reisen.

FCB-Bosse bleiben ruhig

In München gab sich Rummenigge jedenfalls demonstrativ gelassen.

"Wir haben keinen Anlass, pessimistisch zu denken. Ich gehe davon aus, dass Louis van Gaal dort eine Lösung finden wird!", sagte Rummenigge der "Bild".

Im Stadionheft zum Bundesliga-Heimspiel am Dienstag gegen Bayer Leverkusen ist van Gaal bereits auf einem Foto abgebildet mit der Unterzeile: "Feiert hier der nächste Bayern-Trainer?"

Vom neuen Coach hängen jedoch auch die Personalplanungen ab. Interesse an Stuttgarts Mario Gomez und Bremens Spielmacher Diego ist nach wie vor vorhanden.

"Diese Namen werden wir diskutieren", sagte Rummenigge in der "tz" und fügte an: "Dass Gomez ein sehr guter Spieler ist, hat sich auch bis zum FC Bayern herumgesprochen."

Der VfB-Angreifer soll 35 Millionen Euro kosten.

Diego weiter ein Thema

Auch Diego ist weiterhin ein Thema, auch wenn aus Italien schon eine Einigung des Brasilianers mit Juventus Turin vermeldet wurde. Doch angeblich gilt Diego auch als Wunschspieler von van Gaal.

Sprechen wollen die Bayern auch mit Franck Ribery, "ob es eine Chance gibt, den bis 2011 laufenden Vertrag vorzeitig zu verlängern", wie Rummenigge der "AZ" sagte:

"Wir wollen ja nicht Kasse machen, wir wollen Klasse haben."

Aus Frankreich wird zudem kolportiert, dass die Münchner an den beiden Verteidigern Francois Clerc und Fabio Grosso von Olympique Lyon Interesse bekunden würden.

Außerdem woll van Gaal aus Alkmaar Mittelfeldspieler un Kapitän Stijn Schaars mitbringen.

Manager Uli Hoeneß kündigte auf jeden Fall schon einmal an, "dass alles möglich ist, es kann noch einige Überraschungen geben".

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