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Pal Dardai (l., gegen Vucicevic) spielt bereits seit 1997 bei der Hertha © getty

Die Berliner erledigen ihre Pflichtaufgabe in Köln mit einem Sieg, auch wenn der FC es zum Schluss noch mal spannend macht.

Köln - Hertha BSC darf weiter vom ersten Meistertitel seit 78 Jahren träumen.

Die Überraschungsmannschaft von Trainer Lucien Favre gewann am 32. Spieltag mit 2:1 (1:0) beim 1. FC Köln und liegt vor den letzten beiden Runden der Saison mit 62 Punkten weiter nur einen Zähler hinter Spitzenreiter VfL Wolfsburg und Meister Bayern München.

Die Tore für die Hertha, die aus den vergangenen fünf Spielen 13 Punkte holte, erzielten Cicero (42.) und Patrick Ebert (53.). Für den keineswegs enttäuschenden FC traf Adil Chihi (90.).

Berlin glaubt an die Meisterschaft

Für Herthas Kapitän Josip Simunic war der Sieg ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Titel. "Wir wollen Meister werden. Wir tun alles, was möglich ist. Ich glaube an die Meisterschaft. Alle glauben daran. Wir haben auch etwas Glück gehabt. Das sind beste Voraussetzungen, den Titel zu holen", sagte der Abwehrspieler.

"Unsere Chancen auf den Titel sind gestiegen", sagte Manager Dieter Hoeneß: "Wichtig ist, dass wir unser Saisonziel UEFA-Cup bereits erreicht haben."

Leichtes Restprogramm für Hertha

Berlin hat im Vergleich zu den Titelkonkurrenten das auf dem Papier leichteste Restprogramm. Am kommenden Samstag trifft der deutsche Meister von 1930 und 1931 auf Schalke 04, das nur noch vage Chancen auf die Qualifikation für das internationale Geschäft hat.

Am letzten Spieltag steht das Gastspiel beim Tabellenletzten Karlsruher SC an. Aufsteiger Köln musste die achte Heimniederlage hinnehmen, dürfte den Klassenerhalt mit 35 Punkten aber trotzdem erreichen.

Friedrich zurück im Kader

Hertha-Trainer Favre ließ das Sturmduo Marko Pantelic und Raffael von Beginn an spielen. Andrej Voronin, angeblich nicht völlig fit, musste hingegen zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Im Kader war auch der nach einer Knieoperation wiedergenesene Nationalspieler Arne Friedrich, der in der 78. Minute eingewechselt wurde.

Favres Kollege Christoph Daum musste auf die gesperrten Milivoje Novakovic, Kevin Pezzoni (beide Gelbsperre) und Youssef Mohamad (Rotsperre) sowie den an der Schulter verletzten Torhüter Faryd Mondragon verzichten. In Vertretung der Nummer 1 gab der 23-jährige Thomas Kessler sein Bundesliga-Debüt.

Wenig gute Chancen

Vor 48.000 Zuschauern spielte der Favorit aus Berlin zunächst abwartend, Feldvorteile hatten die Gastgeber.

Schwierigkeiten bereitete den Spielern der durch den Regen rutschige Boden, weshalb es immer wieder vermeidbare Ballverluste gab. Chancen blieben in der gesamten ersten Hälfte Mangelware.

Nur Fabrice Ehret (3.), Manasseh Ishiaku (32.) und Wilfried Sanou auf Kölner sowie Gojko Kacar (10.) und Raffael (13.) auf Berliner Seite hatten nennenswerte Szenen.

Als sich die Zuschauer auf ein 0:0 zur Halbzeit einrichteten, fiel das erste Berliner Tor. Pantelic setzte sich auf links durch und gab von der Grundlinie einen Pass zum Elfmeterpunkt. Cicero verwandelte in die lange Ecke.

Strittige Elfmeterszene

Kurz nach der Pause schlug Berlin erneut zu. Nach einer Ablage von Pantelic zog Ebert aus 20 Metern auf das Tor ab, traf den Fuß von Kölns Innenverteidiger Pedro Geromel, und der Ball senkte sich über Kessler ins Tor.

Danach sangen die 3.000 mitgereisten Hertha-Fans vom Meistertitel.

Eine strittige Szene gab es noch in der 66. Minute, als Schiedsrichter Knut Kircher nach einem vermeintlichen Handspiel von Berlins Innenverteidiger Josip Simunic im Strafraum nicht auf Elfmeter entschied.

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