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Luca Toni erzielte gegen Leverkusen seinen 13. Saisontreffer © getty

Der FC Bayern erfüllt seine Pflicht und schlägt Leverkusen. Dabei haben die Münchner am Anfang aber große Probleme.

Aus der Allianz Arena berichtet Daniel Rathjen

München - Der FC Bayern bleibt in der Verfolgerrolle. Noch.

Das Team von Interimstrainer Jupp Heynckes schlug Bayer Leverkusen vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena souverän mit 3:0 (0:0).

Spitzenreiter bleibt der VfL Wolfsburg, der parallel Borussia Dortmund mit 3:0 (1:0) besiegte, mit einem hauchdünnen Zwei-Tore-Vorsprung.

Luca Toni hatte in der 47. Minute nach einem Konter für die Führung gesorgt, Franck Ribery erhöhte auf 2:0 (59.).

Lukas Podolski krönte die Leistungssteigerung der gesamten Mannschaft im zweiten Durchgang mit dem 3:0 (71.).

Hoeneß: "Irgendeiner patzt"

"Wir hätten sechs oder acht Stück schießen müssen", bemängelte Uli Hoeneß nach der Partie. Andererseits glaubt der Bayern-Manager nicht, dass die Meisterschaft übers Torverhältnis entschieden wird. "Irgendeiner patzt", orakelte er.

Zur kommenden Aufgabe in Hoffenheim hat Hoeneß auch eine klare Meinung: "Wenn wir in Hoffenheim nicht gewinnen, werden wir auch nicht Deutscher Meister."

Matchwinner Podolski blieb bescheiden. "Wir haben uns als Mannschaft in den letzten Spielen nach vorn entwickelt, stehen kompakt, haben gut trainiert, das sieht man auf dem Platz."

Zu seiner eigenen Leistungssteigerung sagte er: "Jupp Heynckes hat mir das Vertrauen gegeben, von Beginn an zu spielen, und ich denke, dass habe ich zurückgegeben."

Labbadia verärgert

Leverkusens Trainer Bruno Labbadia war indes unzufrieden mit den Entscheidungen von Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer.

"In der ersten Halbzeit hat der Schiedsrichter zwei klare Elfmeter nicht gegeben, das hätte uns sehr gut getan. Was wir in der zweiten Halbzeit gespielt haben, war nicht gut. Wir sind ineinander gefallen."

Verwirrung um Diego

Verwirrung gab es bereits vor der Partie. Und im Mittelpunkt stand jemand, der gar nicht in München weilte. Es handelte sich um Diego.

Zunächst meldete der "kicker" den Wechsel des Spielmachers von Werder Bremen zu Juventus Turin unter Berufung auf Diegos Berater als perfekt.

Kurios: Kurze Zeit später schrieb die "Bild", dass sich der Mittelfeldspieler mit Bayern München auf einen Vierjahresvertrag geeinigt habe.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge wollte weder eine Einigung noch das Treffen mit Diegos Vater am Nachmittag bestätigen. (zum Artikel: Juve oder Bayern?)

"Erst mal müssen wir die Trainerpersonalie unter Dach und Fach haben", sagte Rummenigge in der Halbzeitpause des Spiels gegen Leverkusen bei "Premiere".

Die Verpflichtung von Wunschtrainer Louis van Gaal ist immer noch nicht perfekt.

Ribery spielt von Beginn an

Ein Geduldsspiel wurde zunächst auch die Partie gegen Leverkusen.

Nur drei Tage nach dem 3:1 bei Abstiegskandidat Energie Cottbus setzte Bayern-Trainer Jupp Heynckes wieder von Beginn an auf Franck Ribery.

Der wiedergenesene Miroslav Klose lauerte zunächst auf der Bank.

Allerdings musste der Heynckes kurz vor dem Anpfiff noch einmal umstellen.

Hamit Altintop hatte sich beim Aufwärmen eine leichte Zerrung zugezogen.

Daniel van Buyten rückte für den Türken ins Team, Lucio übernahm die für ihn ungewohnte Position des rechten Außenverteidigers.

Elfmeter-Pfiff bleibt aus

Nach einem groben Fehler von Philipp Lahm drang der Brasilianer Renato Augusto in der fünften Minute in den Strafraum ein und kam durch van Buyten zu Fall, Schiedsrichter Kinhöfer verweigerte Bayer jedoch den fälligen Elfmeter.

Auch in der 16. Minute hätte der Unparteiische pfeifen müssen, als Martin Demichelis Augusto im Strafraum eindeutig foulte.

Die Bayern hatten Mühe, gute Chancen herauszuspielen. Beide Mannschaften brachten wenig Konstruktives zustande.

Vor allem das Spiel der Münchner wirkte zu statisch und langsam.

Die Bayern kamen dann mit dem erkennbaren Willen aus der Kabine, die schwache Leistung der ersten Hälfte vergessen zu machen - und nach nicht einmal zwei Minuten gelang ihnen das auch.

Podolski glänzt als Vorbereiter

Nach einer wunderbaren Kombination über Ribery und Podolski überwand Torjäger Toni den bis dahin guten Leverkusener Torwart Rene Adler zum 1:0 (47.).

Die Bayern blieben nach der Führung weiter am Drücker, doch Adler hielt die Gäste mit starken Paraden zunächst im Spiel.

In der 59. Minute war jedoch auch der Nationalkeeper machtlos: Nach einem Doppelpass mit Podolski erzielte Ribery sein achtes Saisontor.

Die Bayern beherrschten Leverkusen im weiteren Spielverlauf fast nach Belieben.

Comeback für Klose

Podolski wurde immer stärker und krönte seine Leistung mit dem 3:0.

Bei einem Konter standen die Bayern plötzlich mit vier Spielern vor dem hilflosen Adler - auf Pass von Bastian Schweinsteiger schoss Podolski zu seinem sechsten Saisontreffer ein (71.).

Der Einbahnstraßenfußball wurde fortgesetzt, Ze Roberto vergab in der 77. Minute eine weitere Großchance.

Ein Highlight zum Ende: In der 86. Minute feierte Klose nach langer Verletzungspause sein Comeback.

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