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Edin Dzeko (r.) und Grafite stürmen seit Sommer 2007 gemeinsam für den VfL Wolfsburg © getty

Grafite und Dzeko machen für Wolfsburg gegen Dortmund mal wieder den Unterschied und kassieren großes Lob von allen Seiten.

Von Matthias Becker

München/Wolfsburg - Es war dem Gäste-Trainer vorbehalten, das größte Lob des Abends an den Tabellenführer und vielleicht Bald-schon-Meister VfL Wolfsburg loszuwerden.

"Wir haben abgerufen, was möglich war, und das war heute eben nur eine Niederlage", sagte Jürgen Klopp, Trainer von Borussia Dortmund, nach dem 0:3 seiner Mannschaft. (zum Spielbericht)

Der Grund für die erste Pleite nach sieben Siegen in Folge war für den BVB-Trainer dabei genauso offensichtlich wie für den euphorisierten Wolfsburger Fans in der ausverkauften VW-Arena:

"Man kann nur jedem gratulieren, der dafür gesorgt hat, dass die Beiden hier spielen", meinte Klopp.

Rekord-Duo Grafite und Dzeko

"Die Beiden" - damit sind natürlich die Stürmer Grafite und Edin Dzeko gemeint, die fast im Alleingang dafür sorgten, dass der Vorsprung der "Wölfe" an der Tabellenspitze weiterhin zwei Tore (auf den FC Bayern) und einen Punkt (auf Hertha BSC) beträgt.

Mit dem feinen Unterschied, dass nun nur noch zwei Saisonspiele ausstehen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Während Dzekos 1:0 (15.) noch von Kapitän Josue vorbereitet wurde, legte sich das gefährlichste Sturmduo der Bundesliga die Treffer zum 2:0 (Dzeko auf Grafite/47.) und 3:0 (Grafite auf Dzeko/85.) gleich gegenseitig auf.

Mit 24 (Grafite) und 22 (Dzeko) Saisontoren erzielten die Angreifer bislang zwei Drittel der 70 Wolfsburger Treffer.

Noch nie gelang es zwei Stürmern aus ein und derselben Mannschaft in einer Bundesliga-Saison jeweils mehr als 20 Tore zu erzielen. (STATISTIK: Die Torjäger)

"Qulität setzt sich auf Dauer durch"

Das weiß natürlich auch Felix Magath. Der Trainer und Manager der Wolfsburger war es schließlich, der sowohl den Brasilianer Grafite als auch den Bosnier Dzeko nach Niedrsachsen lotste. Strengenommen kann er Klopps Glückwunsch also für sich beanspruchen.

"Wir haben im Sturm die Qualität und diese setzt sich auf Dauer dann auch durch", sagte Magath und stellte angesichts der 1:4-Klatsche beim VfB Stuttgart am vergangenen Samstag und dem Trubel um seinen Wechsel nach Schalke fest:

"Für mich war wichtig, dass die Mannschaft gezeigt hat, dass sie absolut intakt ist."

Nach dem Debakel von Stuttgart zeigte die Wolfsburger Mannschaft dies eindrucksvoll. Die personellen Wechsel Magaths, der Abräumer Alexander Madlung für Jan Simunek und Makato Hasebe für Peter Pekarik brachte, trugen Früchte.

Zuvor hatte er sein Team sieben Mal in Folge in gleicher Startformation aufs Feld geschickt.

Und vorne zeigten die noch in Stuttgart weitgehend abgemeldeten Top-Stürmer gegen einen keineswegs schwachen BVB die bekannte Torgefahr.

Machbares Restprogramm

Den vom Tabellenstand dicksten Brocken haben die Wolfsburger auf dem Weg zur ersten Meisterschaft damit aus dem Weg geräumt.

"Wir haben gezeigt, dass Stuttgart nur ein Ausrutscher war. Jetzt wollen wir natürlich auch noch die letzten beiden Saisonspiele gewinnen und Meister werden", kündigte Marcel Schäfer an.

Am Samstag muss der VfL dabei zum Niedersachsen-Derby bei Hannover 96 ran. "Wenn wir wieder mit der richtigen Einstellung zu Werke gehen, werden wir sicher auch dort gewinnen", stellte Christian Gentner fest.

Gelingt das, stehen die Zeichen in Wolfsburg endgültig auf Meisterschaft. Denn am letzten Spieltag gastiert Werder Bremen beim VfL.

Drei Tage nach dem UEFA-Cup-Finale und mit der Statistik vor Augen, dass die "Wölfe" 15 der bislang 16 Saison-Heimspiele gewinnen konnten.

Klopp: "Haben nicht viel falsch gemacht"

Statistik macht auch den Dortmundern Hoffnung, dass es trotz des Rückschlags im Kampf um einen Startplatz in der neuen Europa League (ehemals UEFA-Cup) am Ende doch noch für Platz fünf reichen könnte.

In Wolfsburg kassierte der BVB erst die fünfte Saisonniederlage.

Das ist der Bestwert der Liga, und die auch in Wolfsburg gezeigte Leistung spricht nicht dafür, dass gegen die kommenden Gegner Borussia Mönchengladbach und Arminia Bielefeld weitere Pleiten hinzukommen.

Denn für seine eigene Mannschaft hatte Jürgen Klopp auch noch ein berechtigtes Lob übrig: "Wir sind ausgekontert worden von einer bärenstarken Mannschaft. Wir haben nicht viel falsch gemacht."

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