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Diego erzielte für Werder in 82 Bundesligaspielen bislang 37 Tore © imago

Der Poker um Werder Bremens Spielmacher Diego nimmt immer absurdere Formen an, das Tauziehen um Louis van Gaal ist dagegen beendet.

Von Martin van de Flierdt und Daniel Rathjen

München - Der Poker um Werder Bremens Spielmacher Diego nimmt immer absurdere Formen an, das Tauziehen um Louis van Gaal ist dagegen beendet.

Nach übereinstimmenden Medienberichten hat Bayern Münchens Wunschkandidat endgültig die Freigabe von AZ Alkmaar für einen Wechsel nach Deutschland erhalten.

Schon in Kürze soll der Zweijahresvertrag in München unterschrieben werden.

"Ich denke, dass wir in den nächsten Tagen Vollzug melden können", hatte FCB-Manager Uli Hoeneß schon am Dienstagabend am Rande des 3:0 gegen Bayer Leverkusen verkündet. (Nachbericht: Jeder Fehlschuss kostet Bayern Millionen)

Ob van Gaal dann bei den Bayern auf den Bremer Diego trifft, bleibt hingegen offen.

Bayern und Diego dementieren Einigung

Eine Meldung der "Bild" über eine Einigung auf einen Vierjahresvertrag bei einem Treffen im Münchner Hotel "Vier Jahreszeiten" wurde jedenfalls von allen Seiten dementiert.

"Es gab keine Verhandlungen", sagte Hoeneß der "tz". "Sie werden kein Foto von uns gemeinsam mit Diegos Vater finden."

Die "Bild" druckt allerdings ein Foto ab, auf dem zumindest dessen Vater Djair da Cunha und seine Berater Karl-Heinz Fleischmann und Osma Bartulyte zu sehen sind.

"Das Bild ist auf keinen Fall vom Dienstag", behauptet aber Diegos PR-Berater Leonardo Scheinkman Sport1.de gegenüber.

"Denn Diegos Vater ist am Dienstag von Bremen zu einer Messe nach Bologna geflogen und von dort dann nach Brasilien weitergereist."

"Prinzipiell mit Juve einig"

Scheinkman behauptet dagegen, dass ein Wechsel zu Juventus Turin kurz bevorsteht: "Diego ist mit Juve prinzipiell einig und hat mir gesagt, dass er keinen Kontakt zu Bayern hat." (Juve oder Bayern?)

Letzteres stimmt womöglich sogar, da der Ballzauberer selbst in die Verhandlungen kaum involviert ist.

Nach Informationen von Sport1.de soll Diego dennoch aus finanziellen und sportlichen Gründen eher zu einem Wechsel nach München tendieren.

Das mag auch ein Grund sein, warum sich Giacomo Petralito, der von Juventus mit der Diego-Verpflichtung beauftragt wurde, nun öffentlich zu Wort gemeldet und vertrauliche Vertragsdetails ausgeplaudert hat.

"Juventus ist ein börsennotierter Klub, deshalb kann Turin den Wechsel nicht vor dem 31. Mai bekannt geben", begründete der Schweizer Spielervermittler die Zurückhaltung der Italiener.

Zustimmung von Werder fehlt

"Bei Juve herrscht wohl großer Druck", kommentiert Scheinkman dagegen Petrolitos Vorstoß. "Von ihrer Seite ist alles klar, aber sie warten nach wie vor, dass Werder sein Einverständnis gibt."

Da nutzt es auch wenig, wenn Juve in Person von Präsident Giovanni Cobolli Gigli nun via "Corriere dello Sport" verkündet, die Turiner hätten "eine schriftliche Vereinbarung mit dem Spieler".

Ohne das Okay aus Bremen geht nichts.

"Herr Petralito macht bei uns nicht die Verträge", meinte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs im "Weser-Kurier". "Außerdem geben die Vereine bekannt, wenn ein Wechsel perfekt ist. Haben wir das getan?"

Die Antwort ist nein, und in München weiß man wohl, warum das so ist.

Entscheidungen in den nächsten zwei Tagen

Scheinkman erwartet nun Entscheidendungen "in den nächsten zwei Tagen".

Bis dahin wird die Verpflichtung von van Gaal endgültig perfekt sein. Nach informationen des nieerländischen TV-Senders "NOS" soll der Trainer am Freitag in München vorgestellt werden. Der Erfolgscoach aus Alkmaar soll angeblich auf eine Verpflichtung Diegos drängen.

Bislang waren ihm allerdings die Hände gebunden, doch nun hat er die Freigabe aus seinem ursprünglich bis 2010 laufenden Vertrags erhalten.

Das lag offenbar auch daran, dass der von AZ favorisierte Nachfolger Co Adriaanse Ajax Amsterdam abgesagt hat, offiziell um sich vorerst auf seine auslaufende Aufgabe bei Red Bull Salzburg zu konzentrieren.

Auch van Gaals Jobalternative als belgischer Nationaltrainer existiert nicht mehr. Der belgischen Zeitung "Het Laatste Nieuws" zufolge wird sein Landsmann Dick Advocaat im November die "Roten Teufel" übernehmen.

Drei Holländer als FCB-Neuzugänge im Gespräch

Der einstige Meistercoach hingegen übernimmt nach Ajax und dem FC Barcelona seinen dritten Top-Klub und will offenbar Verstärkungen aus dem Heimatland mitbringen.

So sind nach Alkmaars Kapitän Stijn Schaars auch Verteidiger Urby Emanuelson und Stürmer Luis Suarez von Ajax im Gespräch.

Dagegen wird Toni Kroos wohl noch eine Saison an Leverkusen ausgeliehen bleiben.

"Ich habe mit Karl-Heinz Rummenigge gesprochen. Die Tendenz geht dahin, dass er noch ein Jahr bei uns bleibt", berichtete Bayer-Sportdirektor Rudi Völler.

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