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Da ist's passiert: Markus Miller lässt Sergio Pintos harmlosen Fernschuss passieren © imago

Nach dem bitteren 2:3 gegen Hannover findet sich Karlsruhe mit dem Abstieg ab und sieht einer schweren Zeit entgegen.

Karlsruhe - Die Volksseele kochte, doch Trainer Edmund Becker und Manager Rolf Dohmen bekräftigten trotz der so gut wie gescheiterten Mission Klassenerhalt ihr Bekenntnis zum Karlsruher SC. (Karlsruhe so gut wie abgestiegen)

Die Badener planen im Falle des sechsten Abstiegs aus der Bundesliga zwar einen Umbruch der Mannschaft und einen Neustart - aber mit der alten Führung.

"Der Unmut unserer Fans stachelt mich eher an. Ich möchte eine neue Mannschaft auf die Beine stellen, die hier wieder für bessere Stimmung sorgt", erklärte Becker nach dem 2:3 (2:2) gegen Hannover 96.

Auch Dohmen dachte nicht an Rücktritt: "Ich habe hier einen Vertrag bis 2010 und den möchte ich zu 100 Prozent erfüllen. Ich möchte weiter alles für den KSC geben."

Geht es nach eigenen Anhängern, sollten Becker und Dohmen allerdings die Verantwortung für die verkorkste Saison tragen und gehen. Hochexplosiv war die Stimmung im Wildparkstadion.

Fans lassen Dampf ab

Schon in der Schlussphase des Spiels zündeten die Fans Feuerwerkskörper, nach der Pleite versammelten sich etwa 500 von ihnen vor der Spielerkabine und machten ihrem Unmut gegenüber Becker, Dohmen und den Profis lautstark Luft.

Fakt ist, dass sich das Gesicht der Mannschaft drastisch verändern wird. "13 Spieler haben noch Verträge auch für die zweite Liga. Ich rechne damit, dass etwa fünf bis sechs bleiben", sagte Dohmen.

Dabei wird der KSC den Gürtel deutlich enger schnallen müssen. Der Etat werde "mehr als halbiert".

Millers Bock leitet Pleite ein

Keine Vorwürfe gab es an die Adresse von Torhüter Markus Miller, der beim 1:2 durch Sergio Pinto (42.) einen harmlosen Distanzschuss durch die Hände gleiten ließ und damit die Niederlage einleitete.

"Es würde nichts bringen, Markus dafür an die Wand zu nageln", sagte Kapitän Maik Franz. Miller selbst war ohnehin am Boden zerstört. "Ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Das ist einer der schrecklichsten Augenblicke in meiner Karriere", meinte der Schlussmann.

Für Becker war die Pleite "symptomatisch für die ganze Saison". Der zwischenzeitlich schon ausgemusterte Alexander Iashvili (11.) und Lars Stindl (32.) hatten zunächst die Hoffnung auf ein Wunder im Abstiegskampf geschürt.

Dohmen macht sich keine Illusionen

Doch Pinto, Mikael Forssell (45.) und Hanno Balitsch (64.) drehten das Spiel und verwandelten das Wildparkstadion in ein Pulverfass.

In der bitteren Stunde wollte Dohmen auch keine Hoffnung auf eine sofortige Rückkehr ins Oberhaus schüren. "Die Zweite Liga wird schwer genug", sagte Dohmen: "Ich wäre doch bekloppt, wenn ich in unserer jetzigen Situation vom Wiederaufstieg sprechen würde."

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