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Felix Magath holte mit dem FC Bayern zweimal das Double © getty

Der künftige mächtige Mann bei Schalke ist nicht begeistert von der S04-Vereinsführung. Auch Klinsmann bekommt sein Fett weg.

Von Daniel Rathjen

München - Felix Magath sucht bei Schalke 04 eine neue Herausforderung.

Ihn reizen schwierige Situationen.

Und glaubt man seiner Einschätzung, wird er sich im "Pott" künftig pudelwohl fühlen.

Der zukünftige Cheftrainer und Manager stellt seinem neuen Arbeitgeber jedenfalls kein gutes Zeugnis aus.

"Schalke wird bisher wenig professionell geführt", wettert der 55-Jährige im "Stern".

Sein in der kommenden Saison beginnendes Engagement bei den Königsblauen stuft er als "schwierige Aufgabe" ein.

"Grenzen verschieben"

Als Grund für seinen viel diskutierten Wechsel vom derzeitigen Bundesliga-Spitzenreiter VfL Wolfsburg zu Schalke nannte Magath: "Ich will meine eigenen Grenzen verschieben."

An seiner Seite hätte er bald gerne Horst Heldt.

Doch noch schwört Stuttgarts Manager seinem VfB die Treue.

"Mein Vertrag ist mein Bekenntnis. Ich bin vom VfB überzeugt", beteuert der 39-Jährige genervt.

Doch wenn es nach Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies geht, dürfte Heldt nach dem Spiel gleich in Gelsenkirchen bleiben.

Heldt im Anflug?

"Wenn nicht jetzt, dann im nächsten Jahr" werde der Stuttgarter Sportdirektor ohnehin sein Büro im Ernst-Kuzorra-Weg beziehen, verriet Tönnies dem "Focus".

Trotz aller Abwehrgesten Heldts und eines Vertrags bis 2012 hält sich hartnäckig die Vermutung, dass er dem Werben des Konkurrenten doch noch erliegen könnte.

Mit Magath verbindet den 359-maligen Bundesliga-Spieler ein Vertrauensverhältnis.

"Er würde kommende Saison perfekt zu Schalke passen", warb der Erfolgscoach für seinen Wunschkandidaten, der ihm im Revier den Rücken freihalten soll. Aber der Hochgelobte bleibt verschlossen.

"Ich weiß, wo ich nächstes Jahr arbeite. Ich will dieses Fass jetzt nicht aufmachen", sagte Heldt, der im Saison-Endspurt jedes Theater vermeiden will. Dass sich etwas tut auf Schalke, spüren aber auch die Spieler.

Bordon will bleiben

Marcelo Bordon, derzeit verletzt, will plötzlich doch Schalker bleiben und sich unter Magath durchbeißen.

"Wenn so ein Trainer kommt, der eine neue Planung und Organisation in einen Verein bringt, dann möchte man als Spieler gerne dabei sein", sagt der 33-Jährige.

Zudem betont er, dass er einst beim VfB Stuttgart ein "sehr gutes Verhältnis" zu Trainer Magath gehabt hatte.

Eine solche Bindung werden Magath und Jürgen Klinsmann wohl nie haben.

Ohrfeige für Klinsmann

Magath kritisiert er die Rolle des Ex-Bundestrainers und ehemaligen Bayern-Trainers Jürgen Klinsmann im deutschen Fußball scharf.

"Ich frage mich schon lange, wie jemand, der keine Erfolge vorzuweisen hat, so einen gewaltigen Einfluss auf die gesamte Szene haben konnte", sagt der Wolfsburger Coach.

Er wundere sich über die Tendenz, "dass die Bundesliga nach immer jüngeren Trainern ruft. Erfahrung ist in unserem Beruf viel wert."

Er selbst habe auf seinen ersten Trainerstationen Fehler begangen, die ihm heute nicht mehr unterlaufen würden.

Magath: "Ich achte heute mehr auf die Stimmung. Früher habe ich ohne Rücksicht auf Verluste meine Linie durchgezogen."

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