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Paolo Guerrero (r.) markierte nach 15 Minuten die Führung für den Hamburger SV © getty

Wiedergutmachung nach der Derby-Demütigung: Der HSV fertigt Bochum locker ab und verbessert sich wieder auf Platz fünf.

Hamburg - Nach der Krise in den vergangenen Wochen darf der Hamburger SV in der Bundesliga wieder auf die Qualifikation für die Europa League hoffen.

Durch den 3:1 (2: 0)-Erfolg über den VfL Bochum kletterten die Hamburger, die zuletzt dreimal in der Liga nicht gewannen, wieder auf den fünften Tabellenplatz, der zur Teilnahme am internationalen Geschäft berechtigt.

Die Gäste waren der perfekte Aufbaugegner für die Hanseaten, die Elf von Trainer Marcel Koller präsentierte sich vor 47.942 Zuschauern wie ein Absteiger und steckt weiterhin mitten im Kampf um den Klassenerhalt.

Bärenstarker Olic

"Es ist wichtig, dass wir das Minimalziel Europa League erreichen. Wie der Sieg zustande gekommen ist, ist egal", sagte HSV-Torwart Frank Rost.

Gefeierter Spieler bei den Hamburgern war Stürmer Ivica Olic, der mit seinen beiden Treffern in der 33. und 59. Minute die 1: 0-Führung von Paolo Guerrero (15.) ausbaute und damit die Partie entschied.

Die Bochumer, für die lediglich Paul Freier traf (71.), mussten die fünfte Niederlage hintereinander einstecken, sie präsentierten sich harmlos und nutzten die Verunsicherung bei den Hamburgern in keiner Phase aus.

Comeback von Atouba

HSV-Trainer Martin Jol hatte nach dem doppelten Ausscheiden in den Pokal-Halbfinals gegen Werder Bremen sowie der 0:2-Niederlage gegen den Nordrivalen in der Liga sein zuletzt erfolgloses Team auf mehreren Positionen verändert.

So feierte Verteidiger Thimothee Atouba ein Comeback.

Der Kameruner hatte sich am 23. Oktober im UEFA-Cup-Spiel in Zilina einen Achillessehnenriss zugezogen.

Leihgabe Albert Streit von Schalke 04 kam zum zweiten Mal seit seinem Wechsel in der Winterpause in der Startelf zum Einsatz. Dafür musste der zuletzt glücklose Nationalspieler Piotr Trochowski unter anderen auf der Ersatzbank Platz nehmen.

"Ich habe das Gefühl, dass wir personell etwas ändern müssen", begründete Jol seine etwas überraschenden Personalentscheidungen.

Nervöser Beginn

Beiden Mannschaften war in der Anfangsphase die Verunsicherung und Nervosiät angesichts der Bedeutung der Partie deutlich anzumerken.

Die Hamburger bemühten sich zwar von Anfang an um Initiative, klare Torgelegenheiten konnten sie sich gegen die Bochumer aber nicht herausspielen.

Traumtor von Guerrero

Ein Sonntagsschuss von Guerrero brach dann den Bann.

Der Peruaner zog aus 25 Metern einfach mal ab, nachdem zuvor VfL-Verteidiger Anthar Yahia ein Fehler nach einem langen Abschlag von Torwart Frank Rost unterlaufen war.

Harmlose Gäste

Die Bochumer blieben trotz des Rückstandes aber absolut harmlos.

Lediglich Dennis Grote hatte nach einem Konter eine gute Torgelegenheit, scheiterte er aber mit seinem Schuss an Torwart Rost. Die Vorentscheidung fiel dann noch vor der Pause, als Olic nach einem Eckball einköpfte.

Sein Bewacher Matias Concha machte dabei keine gute Figur.

Anschlusstreffer kommt zu spät

Der VfL-Verteidiger leitete auch den zweiten Treffer des Kroaten indirekt ein.

Bei einem Zweikampf im eigenen Strafraum unterschätze er die Schnelligkeit und Bissigkeit von Olic, verlor einen Zweikampf und der HSV-Stürmer ließ sich die Chance nicht entgehen.

"Nach dem 2:0 war es dann sehr schwer zurück zu kommen. Schade, wir haben keinen Punkt mitgenommen und sind noch weiter abgerutscht", sagte VfL-Coach Marcel Koller.

In der Folge fand der HSV endgültig zu alter Spielstärke zurück und arbeitete sich zahlreiche weitere Chancen heraus.

Die Bochumer kamen nur noch zum Anschlusstreffer durch Freier, als die Hamburger Abwehr für einen Moment nicht aufpasste.

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