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Diego erzielte für Werder in 82 Bundesligaspielen bislang 37 Tore © getty

Die Münchner steigen aus dem "unseriösen" Poker um Bremens Spielmacher aus. Der bekennt sich ohnehin öffentlich zu Juventus Turin.

Von Daniel Rathjen

München - Juventus Turin oder FC Bayern? Wirrwarr um Diego.

Mittlerweile ist es so undurchsichtig geworden, dass wohl nur noch ein Mann wirklich durchblickt: Klaus Allofs.

Der Sportdirektor von Werder Bremen ist beim Poker um den Brasilianer der entscheidende Mann.

Nach dem 5:0 (0:0) bei Eintracht Frankfurt wollte er sich noch nicht äußern. Einen Tag später tat er es dann.

Und er bestätigte die jüngsten "intensiven Gespräche" mit Turin.

"Aber erst wenn es hundertprozentig klar ist, werden wir die Entscheidung bekannt geben. Wir sind da nicht unter Druck", so der 52-Jährige.

Dagegen habe man vom Bundesliga-Rivalen Bayern München "nie ein Angebot erhalten", so Allofs: "Wenn andere Klubs ein Interesse an Diego haben, müssen sie sich melden. Das ist von Bayern-Seite nicht geschehen."

Gespräch mit Rummenigge

Allerdings habe er am Mittwoch mit Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge ein "klärendes Telefonat" geführt.

Diego wird voraussichtlich fürt 24,5 Millionen Euro zum derzeitigen Tabellendritten der Serie A wechseln. Dort soll er einen Fünfjahresvertrag mit einem jährlichen Nettogehalt von vier

Millionen Euro erhalten. Von der Transfersumme fließen zudem 15 Prozent an das Diego-Lager.

Rummenigge hatte zuvor erwähnt: "Wir ziehen uns aus der Veranstaltung zurück, denn wir sind ein seriöser Klub. Das, was da alles passiert, wirkt sehr irritierend auf uns."

Verärgerte Bayern

Es wird klar: Er und die Bayern sind verärgert. Denn im Grunde wurde folgendes Spielchen gespielt:

Entweder war das Juve-Angebot nur dazu da, den Preis für Bayern hochzutreiben. Oder das Bayern-Interesse nur dazu, um den Preis für Juve hochzutreiben.

Offenbar stimmt die zweite Variante.

Einer der ganz wenigen Menschen, die sagen könnten, welche Variante nun wirklich zutrifft, wäre eben Allofs. Das Problem: Er ist selbst ein Mitspieler.

Wenn er schon seinen Superstar gehen lassen muss, dann nur zu dem Klub der am meisten zahlt. Und das wäre wohl Bayern.

Dabei hatten Diego und sein Vater Djair da Cunha beide am Mittwoch gesagt, dass sich Diego mit Turin über einen Wechsel einig sei.

Irritierende Aussagen

Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet, dass Diego für eine Ablösesumme von 25 Millionen Euro nach München wechseln und dort einen Vier-Jahres-Vertrag erhalten soll. Unterschrieben sei aber "noch nichts", hatte Rummenigge der Münchner "tz" gesagt.

"Ich bin mit Juventus Turin klar. Wenn sich die Klubs einig sind, dann werde ich auch sagen: Ich spiele nächste Saison bei Juventus Turin", hatte Diego dann erklärt.

Der brasilianische Nationalspieler meinte indes ebenso: "Ich kann bei Juventus Turin nun einmal erst unterschreiben, wenn die Verträge zwischen den Klubs unterzeichnet sind."

Es geht um die Ablöse

Auch Diegos Vater und Berater Djair da Cunha sagte, dass man sich mit Juventus "über alles einig" sei. "Jetzt müssen sich nur noch Werder und Turin über die Ablöse einig werden", sagte da Cunha der "tz" München.

Er habe nur mit Juventus und mit keinem Bayern-Verantwortlichen verhandelt. Der FC Bayern habe aber noch eine Chance, "wenn sich Werder und Juve nicht einig werden".

"Loser Kontakt zu Bayern"

"Es gibt losen Kontakt zu den Bayern, aber nur über meine Berater. Ich weiß nur, dass Werder lediglich von Juventus Turin ein offizielles Angebot vorliegt - von den Bayern nicht", erklärte Diego, der in Bremen noch einen Vertrag bis 2011 besitzt.

Und weiter: "Nur wenn Werder mir sagen würde, es läge ein Angebot von den Bayern vor und ich solle mich bitte damit beschäftigen, dann würde ich das tun."

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