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Wenig Trost in Trauertagen: Bielefelds Radim Kucera (r.) und Zlatko Janjic © getty

Nach der Pleite gegen Hoffenheim heißt das Ziel bei der Arminia: Relegationssplatz. Die Fans fordern Frontzecks Entlassung.

Bielefeld - Auch der unerwartete Verbleib auf dem Relegationsplatz konnte den Einzug der Untergangsstimmung bei Arminia Bielefeld nicht verhindern.

Die zunächst erstarrten Fans forderten die Entlassung von Trainer Michael Frontzeck, die Spieler saßen minutenlang schweigend in der Kabine und die Gesichter der Verantwortlichen spiegelten Leere wider.

Obwohl der späte Siegtreffer von Mönchengladbach in Cottbus Platz 16 "schenkte", hatte man das Gefühl, das 0:2 (0:1) gegen 1899 Hoffenheim habe der Arminia im Abstiegskampf den entscheidenden Nackenschlag versetzt (zum Spielbericht).

"Das ist ein Schlag, der richtig weh tut", sagte Frontzeck, der Rückendeckung von Finanz-Chef Roland Kentsch bekam.

"Das zehrt an der Psyche", äußerte Sport-Chef Detlev Dammeier. Und auch Präsident Hans-Hermann Schwick wirkte zerknirscht wie selten.

"Bitterer Tag"

"Das war ein ganz bitterer Tag", sagte der Klub-Boss und gab trotz nur eines Zählers Rückstand auf den VfL Bochum ein neues Saisonziel aus: "Jetzt geht es darum, den Relegationsplatz zu zementieren. Das wollten wir gerne vermeiden, aber wenn es schlecht läuft, ist es eben der Rettungsanker."

Dies sah auch Kentsch so: "Man muss realistisch sein. Jetzt geht es nur noch um Platz 16."

Dabei ruft das Wort Relegation bei den Arminen-Fans gleich zwei traumatische Erlebnisse in Erinnerung.

1977 schien als Zweitligist der Aufstieg nach einem 4:0 gegen 1860 München Formsache; es folgten ein 0:4 in München und ein 0:2 im Entscheidungsspiel.

1985 stieg die Arminia über die Relegation gegen den 1. FC Saarbrücken ab (0:2, 1:1). "Das war von allen sechs Bundesliga-Abstiegen der grausamste", sagte Vorstands-Mitglied Albrecht Lämmchen, seit 52 Jahren im Verein.

Zu viele Unentschieden

In der Gegenwart wurden zuletzt immer dieselben Gründe für den Absturz genannt: Mangelnde Chancenverwertung, zu viele Unentschieden, die Heimschwäche oder einfach nur Pech.

Dabei sind dies nur Symptome, der wahre Grund: der gut organisierten und wacker kämpfenden Mannschaft fehlt schlicht und einfach die Siegermentalität.

Erst vier der 32 Saisonspiele wurden gewonnen. Maximal könnte die Arminia noch auf sechs Erfolge kommen. Und selbst die reichten nur zweimal in 45 Bundesliga-Spielzeiten zum Klassenerhalt - einmal davon über die Relegation.

Sinnbildlich für die Untergangsstimmung stand am Mittwoch Andre Mijatovic. Der sonst so solide Innenverteidiger hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt.

Er köpfte zunächst an den Pfosten (10. ), verschuldete mit einem Blackout Wellingtons 0:1 (25.), verursachte den von Sejad Salihovic verwandelten Foulelfmeter (82.) und sah als Krönung Gelb-Rot.

Der schlechteste Herbstmeister

So kam Herbstmeister Hoffenheim zum zweiten Sieg nach zuvor zwölf Spielen ohne Erfolg.

Zum alten Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" musste Trainer Ralf Rangnick aber gezwungen werden. Angesichts von acht Ausfällen blieb ihm nichts anderes übrig, als mit vier Stürmern zu spielen.

So wurde schon in der zweiten Halbzeit der Sieg gegen Köln (2:0) errungen.

Dennoch steht seit Mittwoch endgültig fest: Hoffenheim kann die Europa League nicht mehr erreichen. So schlecht hat noch kein Herbstmeister in der Bundesliga-Geschichte am Saisonende abgeschnitten.

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