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"Sie haben angefragt" - Schalkes Kevin Kuranyi bestätigt das HSV-Interesse © getty

Durch das 3:1 über Bochum schnuppert Hamburg wieder am internationalen Geschäft. Doch Schalkes Stürmer weckt ebenso Begehrlichkeiten.

Hamburg/Gelsenkirchen - Kaum hatte Torjäger Ivica Olic bei einem seiner letzten Auftritte im Trikot der Hanseaten beim 3:1 über den VfL Bochum nochmals zugeschlagen, da wurde bekannt, dass sich der Hamburger SV um eine Verpflichtung von Schalkes Kevin Kuranyi bemüht.

"Sie haben angefragt", bestätigte der ehemalige Nationalspieler. Der Stürmer, mit 13 Saisontreffern erneut der erfolgreichste Torjäger der Gelsenkirchener, erwägt jedoch, zunächst mit seinem aktuellen Arbeitgeber zu sprechen.

"Ich will erst mal mit Schalke reden, wie die Zukunft hier aussieht", sagte Kuranyi (Porträt), der auf Schalke noch einen Vertrag bis 2010 hat. "Wenn ich das getan habe, kann ich über anderes nachdenken."

Allerdings: Der 27-Jährige (seit 2005 auf Schalke, 53 Tore in 127 Bundesliga-Spielen) hatte bereits im Winter mit einem Wechsel geliebäugelt. Die Schalker hatten ihn seinerzeit aber als unverkäuflich bezeichnet.

Fans feiern Olic

Doch nun steht Kuranyi erneut auf der Liste der Hamburger bei deren Suche nach Ersatz für den am Saisonende zu Bayern wechselnden Olic.

Der hatte beim 3:1 (2:0) über den VfL Bochum wieder einmal überragt und einen Doppelpack erzielt (33., 58.). Der Kroate, neben dem auch Paolo Guerrero (15.) traf, zerriss sich erneut für seinen Klub und wurde von den Fans trotz seines Fortgangs mit Sprechchören gefeiert.

"Das war mein vorletztes Heimspiel im HSV-Trikot", sagte der 29-Jährige. "Jetzt werde ich auch gegen Köln noch mal richtig Gas geben. Ich hatte in Hamburg schließlich sehr schöne Jahre."

Rost bemängelt nur Chancenverwertung

Gegen Bochum vergaben die Hanseaten, die durch den Erfolg wieder an Dortmund vorbei auf Platz fünf vorrückten und die Teilnahme an der Europa League wieder aus eigener Kraft schaffen können, allerdings auch eine Menge Chancen.

Wie schwach Bochum wiederum auf dem Platz wirkte, sprach HSV-Torhüter Frank Rost gewohnt offen an. "Bei allem Respekt vor dem VfL, solch einen Gegner müssen wir auch mal mit 4:0 oder 5:0 abschießen."

Doch auch so reichte es, um den "Fahrstuhl" für die Gäste im Kampf um den Klassenerhalt wieder in den Keller sausen zu lassen. Der VfL präsentierte sich wie ein Absteiger. "Schade", sagte Trainer Marcel Koller dazu lapidar, "jetzt sind wir noch weiter abgerutscht."

Ernst wenig hoffnungsfroh

Nur die Unfähigkeit von Arminia Bielefeld, aus zahlreichen Großchancen gegen 1899 Hoffenheim Zählbares zu machen, bewahrte Bochum nach der fünften Niederlage in Folge vor dem Sturz auf den Relegationsplatz 16.

"Es fällt nicht leicht, optimistisch nach vorne zu schauen", sagte Sportchef Thomas Ernst nach dem schwachen Auftritt vor der Hamburger Saisonminuskulisse von 47.942 Zuschauern.

Vor dem 0:1 versagte Anthar Yahia, bei den weiteren Gegentreffern sah Matias Concha schlecht aus. "Wir helfen dem Gegner dabei, Tore zu schießen. Wenn wir das nicht abstellen, wird es ganz bitter", ahnt Philipp Bönig.

"Endspiel" gegen Frankfurt

Am Samstag nun (15 Uhr LIVE) erwarten die Westfalen zu einer Art "Endspiel" Eintracht Frankfurt, das am Mittwoch von Werder Bremen mit 0:5 zerpflückt wurde und seit vier Partien sieglos ist.

Am letzten Spieltag geht es dann nach Köln. Erstaunlich ist die immer noch selbstbewusste Einschätzung von Mittelfeldspieler Christoph Dabrowski, der meinte: "Das sind zwei absolut machbare Aufgaben."

Doch erst als der HSV nach klarer Führung etwas die Konzentration verlor, kam Bochum zum Treffer von Paul Freier (71.).

"Das Nervenkostüm ist intakt"

"Wir haben gegen Ende gezeigt, dass wir es besser können", redet sich Vorstands-Mitglied Ansgar Schwenken ein und glaubt: "Das Nervenkostüm ist intakt. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir Samstag gegen Frankfurt gewinnen werden."

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