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Vierkampf um den Titel: Selten war ein Saisonendspurt in der Bundesliga so spannend © getty

Es ist das spannendste Meisterschaftsrennen der Bundesliga-Geschichte. Doch wer steht am Ende oben? Sport1.de macht den Meistercheck.

Von Matthias Becker

München - Es ist schon jetzt der vielleicht verrückteste Meisterschaftskampf der Bundesliga-Geschichte.

In ihrer 46. Saison steuert die Liga auf einen absoluten Höhepunkt zu.

Nachdem sich in der englischen Woche keine Mannschaft aus dem Top-Quartett eine Blöße gegeben hat (DATENCENTER: Der 32. Spieltag), kommen zwei Spieltage vor Saisonende auch die größten Tiefstapler aus der Deckung:

"Bisher war es ein zähes Herantasten, jetzt geht es für uns los", erklärte Jens Lehmann, Torhüter des viertplatzierten VfB Stuttgart. Mannschaftskamerad Ludovic Magnin nahm sogar das lange gemiedene "M-Wort" in den Mund: "Wir wollen so lange wie möglich um die Meisterschaft mitspielen." (Stuttgart bläst zum Angriff auf den Titel)

Die Hertha will nach oben

Und auch beim Tabellendritten Hertha BSC ist die Zurückhaltung nach dem sicheren Erreichen des Saisonziels Europa League vorbei:

"Wenn wir die letzten beiden Spiele gewinnen, haben wir eine gute Möglichkeit, Meister zu werden. Das ist unser Ziel", sagte Kapitän Arne Friedrich. (Hoeneß träumt vom Sahnehäubchen)

Selbstvertrauen bei Magath

Damit Stuttgart und die Hertha aber überhaupt noch vom Titel träumen dürfen, müssen Tabellenführer Wolfsburg und Rekordmeister Bayern München patzen.

Und vor allem bei den "Wölfen" ist das Selbstvertrauen nach dem 3:0-Sieg gegen Borussia Dortmund groß:

"Alle, die auf einen weiteren Ausrutscher von uns gewartet haben, sehen sich enttäuscht. Das war meisterlich", freute sich VfL-Trainer Felix Magath und frohlockte: "Ich glaube, dass die Konkurrenz hinter uns langsam unruhig wird." (Vier Füße für den Titel)

"Der FC Bayern ist im Aufwind"

Beim FC Bayern sind denn auch nicht ganz so forsche Töne zu hören wie sonst in ähnlichen Situationen. "Keiner darf sich eine Blöße geben. Wer jetzt ein Spiel verliert, wird im nächsten Jahr vielleicht im UEFA-Cup spielen", blickt Interimstrainer Jupp Heynckes sogar nach unten. (Jeder Fehlschuss kostet Millionen)

Gleichzeitig kündigt er nach dem Sieg gegen Leverkusen an: "So wie wir in der zweiten Halbzeit gespielt haben, können wir unsere Spiele gewinnen. Der FC Bayern ist im Aufwind."

Doch reicht dieser Aufwind, um Wolfsburg noch zu überflügeln? Wiederholt Stuttgart den Coup von 2007? Oder sichert sich sogar die Hertha den ersten Meistertitel seit 1931? (Tippen Sie den Meister: Der Sport1.de-Tabellenrechner)

Sport1.de macht denn Meistercheck:

VfL Wolfsburg (1. Tabellenplatz/70:40 Tore/63 Punkte):

Formkurve: Nach der 1:4-Pleite in Stuttgart rechneten viele mit einem Einbruch des VfL. Doch ausgerechnet gegen den starken BVB zeigten sich die Wolfsburger wieder von ihrer besten Seite. Aber: Zwei der letzten vier Partien haben die "Wölfe" verloren - jeweils auswärts.

Restprogramm: Hannover 96 (A), Werder Bremen (H)

Personelles: Kapitän Josue ist in Hannover gelbgesperrt. Sonst hat Felix Magath alle Mann an Bord.

Sport1.de-Prognose: Gewinnt der VfL das schwere Niedersachsen-Derby bei Hannover 96, dann geht die Meisterschale nach Wolfsburg. Im abschließenden Heimspiel gegen Bremen wird man sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen.

FC Bayern München (2./67:39/63)

Formkurve: Drei Spiele, drei Siege - das ist die blitzsaubere Bilanz von Interimstrainer Jupp Heynckes. Die Mannschaft wirkt unter ihm wieder gefestigt. Allerdings erlaubte sie sich in Cottbus und gegen Leverkusen jeweils 30 schwache Minuten.

Restprogramm: 1899 Hoffenheim (A), VfB Stuttgart (H)

Personelles: Im Sturm hat Heynckes nach der Rückkehr von Miroslav Klose die Qual der Wahl. Vor allem weil Lukas Podolski zuletzt aufblühte. Defensiv fehlt allerdings Hamit Altintop.

Sport1.de-Prognose: Die Bayern müssen ihre beiden Spiele gewinnen, sonst wird es nichts mehr mit der Meisterschaft. Gerade gegen die starken Stuttgarter wird das schwer. Ein Remis am letzten Spieltag lässt den Bayern diesmal nur Platz drei.

Hertha BSC Berlin (3./48:37/62)

Formkurve: Hertha ist im Titelfieber. Vier der letzten fünf Spiele wurden gewonnen. Obwohl die Berliner dabei selten Zauberfußball bieten, ist bis zur letzten Sekunde mit ihnen zu rechnen.

Restprogramm: FC Schalke 04 (H), Karlsruher SC (A)

Personelles: Alle Mann an Bord. Kapitän Arne Friedrich könnte gegen Schalke sogar wieder in die Startelf rücken.

Sport1.de-Prognose: Die Hertha gewinnt ihre Spiele, wartet aber vergeblich auf den Ausrutscher des VfL Wolfsburg. Weil Bayern Stuttgart nicht schlägt, jubelt die Hauptstadt am Ende aber über Platz zwei und die Champions League.

VfB Stuttgart (4./60:41/60)

Formkurve: Stuttgart ist und bleibt das heißeste Team der Liga. Seit acht Spielen sind die Schwaben schon wieder ungeschlagen. Der Sieg ohne Topstürmer Mario Gomez auf Schalke gibt dem Team das nötige Selbstvertrauen, damit das bis Saisonende so bleibt.

Restprogramm: Energie Cottbus (H), FC Bayern München (A)

Personelles: Alles schaut auf Gomez: Noch hoffen sie beim VfB, dass die Adduktorenprobleme des Angreifers bis Samstag ausgestanden sind. Gegen Cottbus nicht dabei ist Sami Khedira, der gelbgesperrt draußen sitzt.

Sport1.de-Prognose: Stuttgart bleibt zwar auch bis zum Saisonende ungeschlagen ? aber auch bis zum Saisonende auf Platz vier. Nach der schwachen Hinrunde ist der Europa-League-Platz für die Schwaben trotzdem ein Erfolg.

Fazit:

Wolfsburg behält die Nerven, nutzt die vermutlich einmalige Chance und sichert sich den ersten Meistertitel. Die Bayern müssen noch in die Champions-League-Quali, blicken aber schon voller Vorfreude auf die neue Saison unter Coach Louis van Gaal.

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