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Hitzige Wortgefechte noch im Hinspiel: Hoffenheims Ralf Rangnick versus Bayern © getty

Das Fernduell um die Schale steigt zwischen Bayern und Wolfsburg. Um den Titel des Spielverderbers konkurrieren zwei andere Klubs.

Von Christian Paschwitz

München - Es ist noch kein halbes Jahr her, da elektrisierte das durch viele verbale Scharmützel angeheizte Gipfeltreffen zwischen dem FC Bayern und Sensationsaufsteiger 1899 Hoffenheim Fußball-Deutschland.

Der deutsche Rekordmeister schlug den Liga-Emporkömmling dank eines späten Tors von Luca Toni mit 2:1. Die Herbstmeisterschaft war den Kraichgauern dadurch zwar nicht mehr zu nehmen, der erfolgreiche Tempo-Fußball der Elf von Trainer Ralf Rangnick aber auf einen Schlag verflogen.

Kein Wunder also, dass es den inzwischen ins Niemandsland der Tabelle abgestürzten Hoffenheimer gehörig in den Füßen juckt, den Bayern diesmal die Tour zu vermasseln (Sa., ab 15 Uhr LIVE).

Wohl nicht nur allein aus persönlicher Revanche-Lust: Womöglich auch deshalb, weil man den Bayern damit die 22. Meisterschaft verderben könnte.

Weis ist heiß

"Da ist noch eine Rechnung offen", formuliert Tobias Weis eine Kampfansage und lässt durchblicken, wie tief der Stachel der Enttäuschung nach wie vor sitzt.

Und 1899-Manager lässt via "Bild" verlauten: "Die Bayern müssen gewinnen, sonst können sie den Titel fast abschreiben." Selbst Sejad Salihovic, sonst bekennender Bayern-Fan, sagt: "Ich gönne ihnen keinen Sieg gegen uns."

Passend dazu bekam er von seinem bosnischen Nationalmannschaftskollegen Zvjezdan Misimovic aus Wolfsburg eine SMS: "Schieß zwei Tore gegen die."

Kommt es tatsächlich so, könnten die Hoffenheimer damit das vielzitierte Zünglein an der Waage sein, den Münchnern im Titel-Fernduell mit den punktgleichen, aber im Torverhältnis besser dastehenden Wolfsburgern die Tour vermasseln. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

96-Coach Hecking verspricht heißen Tanz

Aber - Duplizität der Tabellenkonstellation - auch der VfL muss sich vorsehen. Im Niedersachsen-Duell bei Hannover 96 droht der Spitzenreiter ebenso ins Straucheln zu geraten. Ihre erste Meisterschaft droht den Wolfsburgern noch aus den Händen zu gleiten.

"Da geht es noch mal richtig zur Sache", verspricht 96-Coach Dieter Hecking einen ganz heißen Tanz: "Wir werden alles probieren, sind sehr motiviert."

Was diese Ankündigung für die "Wölfe" umso bedrohlicher macht: Am Dienstag erst hatten die Hannoveraner die Rolle des Spielverderbers schon einmal erfolgreich ausgefüllt. Nach 0:2-Rückstand gelang ihnen beim Karlsruher SC noch ein 3:2-Sieg. Dadurch wurden die Badener als So-gut-wie-Absteiger in die Zweite Liga geschickt.

Spielverderber schon für den KSC

Warum also gegen den verhassten Nord-Rivalen nicht wiederholen, was zuletzt in der Fremde bestens geklappt hat?

Zumal einige 96er mit den Wolfsburgern noch etwas Persönliches zu klären haben dürften.

Wie zum Beispiel Stürmer Mike Hanke, der nach seinem wenig harmonischen Weggang aus der Autostadt einst auf die Frage, was er aus seiner dortigen Zeit mitgenommen habe, antwortete: "Meinen VW Touareg."

Krzynoweks Nachtreten

Oder Jacek Krzynowek. Der Pole war im Winter aus Wolfsburg geflüchtet und würde VfL-Coach Felix Magath nur zu gern die Schale verlieren lassen:

"Magath ist in Wolfsburg Boss und Gott zugleich. Er macht, was er will", sagte Krzynowek unlängst. Und weiter: "Kommentierst du was ohne die Zustimmung von Magath oder kritisierst ihn sogar, dann wirst du bei den Amateuren am nächsten Tag verfaulen."

Die Sticheleien zwischen Hoffenheim und den Bayern sind da etas subtiler.

Sticheln diesmal subtil

Zumindest 1899-Coach Rangnick verzichtet vor dem Heimspiel gegen den Rekordmeister auf allzu zu kesse Töne.

Es dürfte die Münchner dennoch reizen, wenn er süffisant sagt: "Seit Weihnachten bleiben die flotten Sprüche aus München ja aus. Und Hoffenheim hat zuletzt auch nicht so oft flotten Fußball wie in der Hinrunde gespielt." (Rangnick: Stolperstein ohne flotte Sprüche)

Im Winter noch hatte Rangnick hingegen getönt: "Wenn Sie flotte Sprüche hören wollen, müssen Sie nach München fahren. Wenn Sie flotten Fußball sehen wollen, dann sind Sie bei uns richtig."

Hoeneß: "Rangnick ist ein Besserwisser"

Bayern-Präsident Franz Beckenbauer wiederum hatte dem Aufsteiger "beginnenden Größenwahn" attestiert, Manager Uli Hoeneß Rangnick als "Besserwisser" abgekanzelt und gemeint: "Rangnick stürzt doch immer in der Rückrunde ab, weil ihm die Höhenluft nicht bekommt."

Dass Hoffenheims Trainer nun darauf brennt, den Bayern in die Suppe zu spucken, versteht sich von selbst: "Wir haben im Vergleich zu den Bayern vielleicht den Vorteil, dass wir keinen Druck mehr haben."

Und die Chance, sich zum Meistermacher aufzuschwingen, kommt so häufig ja auch nicht.

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