vergrößernverkleinern
Nigel de Jong (l.) beim 2:1 seines HSV gegen den Karlsruher SC © getty

Franz Beckenbauer sieht die Hanseaten nach denr Verpflichtungen von Marcell Jansen und Alex Silva mitten im Titelkampf.

München - Bayern München kämpft erst am Sonntag gegen die erste Krise unter dem neuen Trainer Jürgen Klinsmann, doch schon die Samstag-Spiele (ab 15 Uhr LIVE) am 3. Spieltag der Fußball-Bundesliga versprechen Wegweisendes.

Überraschungstabellenführer 1899 Hoffenheim steht bei Bayer Leverkusen vor dem ersten Härtetest, Werder Bremen will bei der Saison-Premiere von Spielmacher Diego in Mönchengladbach den ersten Sieg und Schalke 04 bekämpft im Derby gegen Bochum die Tränen von Madrid.

Der Hamburger SV spielt nach einer turbulenten Woche mit "personeller Runderneuerung" erstmals als neuer Meisterschafts-Anwärter von Franz Beckenbauer in Bielefeld vor.

"HSV spielt um Titel mit"

"Nach den Einkäufen muss ich klar sagen: Jetzt spielt der HSV um den Titel mit", sagte Beckenbauer der "Bild", nachdem die Hamburger am Mittwoch Nationalspieler Marcell Jansen (Bayern) und den Brasilianer Alex Silva (FC Sao Paulo) verpflichtet hatten.

Silva wird wie Landsmann Thiago Neves (Fluminense Rio), dessen Transfer noch in den Sternen steht, noch fehlen. Jansen steht dafür nur 24 Stunden nach seinem ersten Training mit der Mannschaft in der Startelf.

"Deutsche Spieler brauchen nur einen Tag Eingewöhnung", meinte HSV-Coach Martin Jol, dessen Bielefelder Kollege Michael Frontzeck großen Respekt hat: "Es muss schon vieles stimmen, damit wir in die Punkte kommen."

Von Peking in die Bundesliga

Auch Diego wird bei Werder nur wenige Tage nach der Rückkehr von seiner umstrittenen Olympia-Reise direkt in der Startformation stehen. "Er hat kein Minus aufgezeigt, das uns erschrecken lässt", sagte Coach Thomas Schaaf.

Und der Brasilianer signalisierte: "Ich bin bereit." Bei den Gladbachern droht nach dem Fehlstart mit null Punkten Ersatz-Kapitän Sascha Rösler die Bank: "Er hat sehr große Probleme und ist zu viel mit sich selbst beschäftigt, um zu seiner Form zu finden", erklärte Trainer Jos Luhukay.

Der zuletzt ebenfalls kritisierte Nationalspieler Marko Marin bleibt aber gelassen: "Wenn wir gewinnen, stehen wir vor Werder."

"Bayer um Jahre voraus"

Das Maß aller Dinge ist derzeit Mitaufsteiger Hoffenheim. "Wir können befreit aufspielen. Hoffenheim ist Tabellenführer, da sind wir Außenseiter", meinte Bayer-Sportchef Rudi Völler schon augenzwinkernd.

In Wahrheit ist Leverkusen jedoch eher das Vorbild für den Neuling. "Bayer ist uns noch um Jahre voraus", meinte Trainer Ralf Rangnick im Express und musste dies vor der Saison auch leidvoll erfahren. Auch Hoffenheim warb um den bei Leverkusen stark gestarteten Brasilianer Renato Augusto, "aber der Junge war bereits zu bekannt und zu teuer für uns".

Schalke droht Knacks

Schalke hätte bei erfolgreicher Qualifikation für die Champions League weitere 15 Millionen Euro einplanen können, nach dem bitteren 0:4 bei Atletico Madrid droht nun aber eher ein Knacks.

"Das ist ganz schwer für die Psyche", sagte Trainer Fred Rutten. Und Nationalverteidiger Heiko Westermann unkt: "Es wird dauern, bis wir das verdaut haben."

Doch Revier-Rivale Bochum scheint die Situation mit zu verunsichern. "Die werden richtig heiß sein auf Wiedergutmachung. Möglicherweise werden wir das zu spüren bekommen", befürchtet Coach Marcel Koller.

Vorsprung ausbauen

Ihre guten Saisonstarts (jeweils vier Punkte) bestätigen wollen Borussia Dortmund, das seine bisherigen fünf Spiele bei Energie Cottbus alle gewann, und der VfL Wolfsburg, der vor der Partie gegen Eintracht Frankfurt noch den brasilianischen Stürmer Caiuby verpflichtete.

Mit Siegen könnten sie den Vorsprung auf die Bayern vorübergehend auf fünf Punkte ausbauen. Dort warnte Boss Karl-Heinz Rummenigge unter der Woche die murrenden Spieler vor einer Taktik-Diskussion.

Kein Einsatz für Oddo

Der als Ersatz für Jansen geholte Weltmeister Massimo Oddo wird gegen Hertha BSC Berlin noch nicht zum Einsatz kommen.

Die Hertha kommt mit dem Rückenwind der erfolgreichen UEFA-Cup-Qualifikation. Die will auch der VfB Stuttgart im zweiten Sonntagsspiel gegen Hannover 96 nutzen. Die Niedersachsen wollen nach einem Punkt und null Toren aus den ersten beiden Spielen den kompletten Fehlstart verhindern.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel