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Michael Bradley (o.) erzielte in 26 Ligaspielen fünf Tore für Gladbach © getty

Vor dem vorletzten Bundesliga-Spieltag geht bei den Abstiegskandidaten die Angst um - mit einer Ausnahme.

Berlin - Aus sechs mach' zweieinhalb:

Auch die aufgrund der Einführung des Relegationsspiels leicht entschärfte Abstiegsformel sorgt zwei Runden vor dem Saisonfinale für großes Nervenflattern bei den gefährdeten Bundesligisten.

Während sich Schlusslicht Karlsruher SC (23 Zähler) schon aufgegeben hat und Eintracht Frankfurt (33) nur noch theoretisch in Gefahr ist, gibt es dazwischen ein Hauen und Stechen um die Nicht-Abstiegsplätze.

Nur drei Punkte trennen die Klubs Borussia Mönchengladbach (30), VfL Bochum (28), Arminia Bielefeld (27) und Energie Cottbus (27) voneinander, daher könnte im Kampf um die Bundesliga-Existenz im Fernduell am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) jeder Punkt Gold wert sein.

Mit breiter Brust gehen die Gladbacher nach den beiden Last-Minute-Siegen gegen Schalke 04 und in Cottbus ins Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen, wo die Fohlen jedoch seit 15 Jahren nicht mehr gewinnen konnten.

Bradley strotzt vor Selbstvertrauen

"Wir haben gezeigt, dass wir bis zur letzten Minute geistig und körperlich fit sind", sagte Mittelfeldspieler Michael Bradley. Innenverteidiger Dante schickte eine Kampfansage an die Konkurrenz: "Diese Borussia steigt niemals ab."

Dagegen geht in Bochum die pure Angst um. Nach fünf Niederlagen in Folge ist der Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz auf einen Punkt geschmolzen.

Mit einem Sieg am Samstag gegen Eintracht Frankfurt würde sich der VfL nicht nur ordentlich Luft verschaffen, sondern möglicherweise auch die Hessen zurück in den Abstiegsstrudel ziehen.

Ein Spiel als große Chance

"Wir können mit einem Spiel die gesamte Saison retten", erklärte Bochums Trainer Marcel Koller. Die Frankfurter flüchteten derweil vor der geballten Fan-Wut, die vor allem auf Trainer Fiedhelm Funkel abzielt, und bezogen in der Nähe von Duisburg ein Trainingslager.

Die Anhänger von Arminia Bielefeld stempeln Funkels Kollegen Michael Frontzeck den Coach zum Sündenbock für den drohenden siebten Abstieg der Klubgeschichte. Der ehemalige Nationalspieler versucht vor dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund seine seit acht Spielen sieglosen Spieler wachzurütteln:

"Wir dürfen jetzt nicht in Depressionen verfallen. Dortmund wird für uns eine große Aufgabe." Allerdings muss Frontzeck unter anderem den Ausfall des etatmäßigen Innenverteidiger-Paares Andre Mijatovic (Gelbsperre) und Markus Bollmann (Innenband-Verletzung) verkraften.

Tremmels unpopulärer Realismus

Auf einen Ausrutscher der Arminia oder der anderen Konkurrenten muss Cottbus hoffen, da der Tabellenvorletzte den Ligaverbleib nicht mehr in eigener Hand hat.

Zudem spricht die eigene Formschwäche, das Verletzungspech (fünf Stammspieler fallen aus) sowie das schwere Auswärtsspiel beim Titelaspiranten VfB Stuttgart nicht für die Lausitzer.

"Es glaubt doch wohl niemand, dass wir in unserer momentanen Verfassung beim VfB etwas holen", sagte Torhüter Gerhard Tremmel und sorgte damit für zusätzliche Unruhe.

KSC sagt leise auf Wiedersehen

Karlsruhe würde dagegen gerne mit Energie tauschen. Die Badener haben vor der Begegnung bei Pokalfinalist Werder Bremen die Hoffnungen auf den vier Punkte entfernten Relegationsplatz 16 bereits aufgegeben.

Stattdessen laufen die Planungen für die Zweite Liga auf Hochtouren. "Wir werden versuchen, in der Zweiten Liga eine gute Rolle zu spielen", sagte Manager Rolf Dohmen, der ebenso wie Trainer Edmund Becker selbst beim Abstieg bleiben wird.

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