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Kaum aufzuhalten: Tobias Weis (l.) versucht, Bayerns starken Franck Ribery zu stoppen © getty

Es ist nur noch eine theoretische Chance auf den Titel. Bayern kommt in einer turbulenten Partie nicht über ein Remis hinaus.

Aus Sinsheim berichtetChristian Paschwitz

Sinsheim - Ralf Rangnicks Mundwinkel lächelte bereits ab Mitte der zweiten Halbzeit süffisant.

Es war die späte Genugtuung für den Trainer von 1899 Hoffenheim für den späten 1:2-K.o-Schlag im Hinspiel.

Und obendrein war es der gelungene Plan, dem Rekordmeister im Titel-Fernduell mit dem VfL Wolfsburg einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Durch ein 2:2 (2:2) gegen den FC Bayern hat sich der Aufsteiger zum Meistermacher aufgeschwungen und den Münchnern den 21. nationalen Titel praktisch verbaut.

Die Tore von Demba Ba (21.) und Carlos Eduardo (31.) reichten den Kraichgauern dabei in einer über weite Strecken hochkarätigen Partie zweier zumeist ebenbürtiger Teams.

Wolfsburg praktisch durch

Die Gäste hofften nach den Treffern von Franck Ribery (16.) und Luca Toni (43.) vergebens, das Titelrennen noch bis zum letzten Spieltag spannend zu halten.

Die Meisterschaft ist den Wolfsburgern nach einem 5:0 in Hannover aber quasi nicht mehr zu nehmen.

Zumal die nun auf zwei Punkte davongezogenen "Wölfe" auch noch einmal kräftig das Torverhältnis ausbesserten.

"Werbung für den Fußball"

"Ich bin mit der Art und Weise, wie wir das letzte Spiel zu Hause absolviert haben, absolut zufrieden. Alle meine Spieler sind ans Limit gegangen, ein Kompliment gilt dem ganzen Spiel. Die Zuschauer sind voll auf ihre Kosten gekommen", resümierte Rangick.

Bayerns Interimstrainer Jupp Heynckes analysierte: "Das Spiel war eine Werbung für den Fußball. Beide Mannschaften sind offensiv zu Werke gegangen und wollten gewinnen. Insgesamt bin ich mit dem Spiel meiner Mannschaft, abgesehen von 15 Minuten in der ersten Halbzeit, sehr zufrieden. Die Truppe hat eine super Moral bewiesen."

Königsklasse in Gefahr

Trotzdem könnten die Bayern beim finalen Saison-Kick gegen den in Cottbus mit 2:0 erfolgreichen VfB Stuttgart (beide nun 64 Punkte) gar noch die direkte Champions-League-Qualifikation verspielen.

Wie im furiosen Hinspiel erlebten die 30.150 Zuschauer in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena eine spektakuläre Anfangsphase mit einer Vielzahl brenzliger Stafraum-Szenen.

Beide Mannschaften agierten mit offenem Visier. Hoffenheims Regisseur Eduardo (6.) und Toni (10.) vergaben sogleich beste Möglichkeiten.

Starker Bayern-Beginn

Danach wurden die Bayern stärker. Die Führung durch Riberys neuntes Saisontor nach Vorarbeit von Lukas Podolski war deshalb nicht unverdient (16.).

Die auf drei Positionen umgestellte 1899-Elf (Andreas Ibertsberger, Marvin Compper und Eduardo für Christoph Janker, Per Nilsson (Innenbandverletzung am Knie) und Boubacar Sanogo) war allerdings nur kurz geschockt.

Nach Vorarbeit von Eduardo ließ es Ba zum bereits 13. Mal in dieser Saison klingeln.

Ba: 13. Saisonstreich

Eduardo hatte den Stürmer mit einem Traumpass freigespielt, den Torabschluss aus halbrechter Position hatte Lucio noch abgefälscht (21.).

Danach tat sich Eduardo selbst als Vollstrecker hervor - und Ba als Vorbereiter: Der setzte sich rechts gegen Martin Demichelis durch und passte auf Wellington, der an den Pfosten köpfte.

Den Abpraller verwandelte Eduardo aus elf Metern zum 2:1 (31.).

Toni schlägt zurück

Die Münchner schlugen dank Toni kurz vor der Pause zurück, als der Italiener nach einer Ribery-Flanke per Kopf zur Stelle war.

Nach dem Seitenwechsel ließ das zum vorletzten Mal von Jupp Heynckes gecoachte Team letzten Willen und Konsequenz indes vermissen, die Weichen noch auf Sieg zu stellen.

Die besten Chancen hatte noch Toni: Doch erst schoss er den Ball aus spitzem Winkel parallel zur Torlinie am Ziel vorbei (61.).

Entlastung durch Ba

Danach scheiterte der Angreifer auch mit einem Schuss ans Außennetz (83.), während die Hoffenheimer vor allem dank Ba immer wieder Entlastungsangriffe fuhren.

In der Schlussphase schienen die Bayern gar ein wenig den Glauben an sich selbst verloren zu haben.

Die eingewechselten Miroslav Klose, Ze Roberto und Tim Boroswki wussten bei den Bayern auch keine entscheidenden Impulse mehr zu setzen.

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