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Alexander Iashvili (r.) kam 2007 vom SC Freiburg zum Karlsruher SC © getty

Totgesagte leben länger: Nach dem überraschenden Sieg in Bremen will der KSC das "Unmögliche möglich machen" und die Klasse halten.

Bremen - Am vergangenen Mittwoch hatten die KSC-Fans mit dem Kapitel Bundesliga schon abgeschlossen, nun träumen sie vom Wunder von Karlsruhe. (DATENCENTER: Tabelle)

Nach dem 3:1 (2:0)-Überraschungscoup beim Vizemeister Werder Bremen (KSC lebt dank Stindl) war die Euphorie bei den Badenern schier grenzenlos.

"Jetzt ist es an uns, das Unmögliche noch möglich zu machen", sagte KSC-Trainer Edmund Becker und appellierte an seine Spieler, den letzten Strohhalm zu ergreifen.

Manager Rolf Dohmen kann unterdessen die letzte Partie gegen Hertha BSC Berlin kaum noch erwarten: "Wir haben den schleichenden Tod gestoppt. Jetzt bekommen wir ein wunderschönes Endspiel."

"Das war gar nichts"

Dies erwartet auch die Hanseaten am Mittwoch im UEFA-Pokal gegen Schachtjor Donezk.

Und dass kein Werder-Profi in Istanbul verletzungsbedingt fehlen will, merkte man dem zögerlichen und bedächtigen Vortrag der Grün-Weißen über 90 Minuten lang auch an.

"Das war gar nichts diesmal. Damit kann ich nicht einverstanden sein, so schaden wir uns nur selbst", knurrte Werder-Coach Thomas Schaaf (Trainerportrait), der zuletzt die Kritik der "Wettbewerbsverzerrung" noch scharf gekontert hatte.

Mannschaftskapitän blieb Frank Baumann kaum mehr übrig, als reumütig Besserung zu geloben: "Gegen Donezk werden wir ganz anders auftreten."

Narrenfreiheit im Strafraum

Speziell die Sorglosigkeit in der Defensive ärgerte die 39.119 Zuschauer im Weserstadion.

Ohne die verletzten Innenverteidiger Per Mertesacker und Naldo hatten die KSC-Akteure fast Narrenfreiheit im Bremer Strafraum.

Lars Stindl (28. und 39. Minute) sowie Alexander Iashvili (55.) nutzten diese Geschenke, Hugo Almeida (73.) verkürzte nur noch.

Und hätte nicht Tim Wiese schon nach drei Minuten einen Strafstoß von Marco Engelhardt pariert, die Heimniederlage wäre noch deftiger ausgefallen.

Fans feiern Diego

Aber statt die Werder-Profis auszupfeifen, feierten die Fans lieber ihren Liebling Diego in dessen höchstwahrscheinlich letztem Heimspiel.

Eine Halbzeit lang verzückte der kleine Brasilianer noch einmal den Bremer Anhang, nach dem dritten Gegentor resignierte aber auch er: "Im Grunde war das Ergebnis unwichtig für uns, mehr als Zehnter können wir in der Liga ja nicht mehr werden."

Genau dieses Mittelmaß ist es, dem der südamerikanische Dribbler entfliehen will.

Und deshalb steht ein Wechsel zum italienischen Rekordmeister Juventus Turin unmittelbar bevor.

"Es war eine schöne Zeit"

"Mit Juve sind die Verhandlungen am weitesten", bestätigte Diego, der sich aber nach seiner Sperre gegen Donezk zumindest mit dem DFB-Pokal aus der Hansestadt verabschieden will.

"Auf jeden Fall war es eine schöne Zeit in Bremen, ich werde Werder immer in guter Erinnerung behalten."

Das wird den Karlsruhern genauso gehen, wenn sie am letzten Spieltag doch noch den direkten Abstieg verhindern können.

"Werden alles investieren"

"Kaum jemand hat noch an uns geglaubt, es ist super, dass wir noch einmal eine Chance bekommen. Wir haben es zwar immer noch nicht selbst in der Hand, aber ich verspreche, dass wir wirklich alles investieren werden", sagte Kapitän Maik Franz.

Mit einem Sieg gegen Hertha BSC könnten die Badener die Mitkonkurrenten aus Bielefeld und Cottbus noch überholen und sich in die Relegation mit dem Zweitliga-Dritten retten.

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