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Markus Babbel (l.) übernahm in Stuttgart am 23. November 2008 das Amt des Teamchefs © getty

Der VfB setzt die Serie unter Markus Babbel gegen Cottbus fort und erreicht das "Endspiel" bei den Bayern. Die Fans träumen.

Von Matthias Becker

München/Stuttgart - Für die fast 56.000 Fans in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena war das Spiel des VfB gegen Energie Cottbus schon Sekunden nach Cacaus Treffer zum 2:0 abgehakt.

Kurz nachdem der gebürtige Brasilianer in der 78. Minute den Arbeitssieg gegen tapfer kämpfende Lausitzer eingetütet hatte, richteten die Stuttgarter Anhänger den Blick nach vorne. (zum Spielbericht)

"Zieht den Bayern die Lederhosen aus" schallte es die verbleibenden gut zehn Spielminuten und auch lange danach noch durch die Arena.

Sie haben es, ihr großes "Saisonendspiel": Am 34. Spieltag tritt der VfB beim FC Bayern an, mit dem er seit Samstagnachmittag punktgleich auf Platz drei der Tabelle liegt. Siegt Stuttgart in München, spielt der VfB in der kommenden Saison auf jeden Fall Champions League. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Wir wollen gewinnen. 2:1"

"Es gibt nichts Schöneres als das Spiel jetzt gegen die Bayern. Wir wollen gewinnen. 2:1", gab Torjäger Mario Gomez die Marschrichtung vor.

Der Sieg ist ihnen zuzutrauen, den vor Selbstvertrauen strotzenden Schwaben. "Bis jetzt haben wir noch jede Hürde genommen", sagte Verteidiger Ludovic Magnin.

Zwölf Siege, drei Unentschieden und nur eine Niederlage (0:4 in Bremen) ? so lautet die eindrucksvolle Bilanz im Bundesligajahr 2009 für den Deutschen Meister von 2007.

"Das war in der Rückrunde eine Aufholjagd, wie ich sie noch nie zuvor in der Bundesliga gesehen habe", stellte Teamchef Markus Babbel fest. Man werde nun die "Kräfte sammeln, um in München das Unmögliche möglich zu machen".

Europa-League-Startplatz sicher

Und dieses Unmögliche, das wäre für den VfB, der mit dem Sieg gegen Cottbus den Startplatz in der neuen Europa League (vormals UEFA-Cup) sicher hat, die Wiederholung des Meister-Coups von 2007.

Zwei Punkte beträgt der Rückstand auf Tabellenführer Wolfsburg. Die Rechnung ist einfach: Verliert der VfL das letzte Spiel gegen Werder Bremen und Stuttgart siegt in München, sind die Schwaben Meister. (Wie geht es aus? Tippen Sie mit im Sport1.de-Tabellenrechner)

"Vielleicht gewinnt Bremen ja auch mal ein Spiel für uns. Das wäre natürlich der Wahnsinn", sinnierte Gomez schon.

Heldt und Babbel stapeln tief

Sportdirektor Horst Heldt eröffnete genüsslich die verbalen Scharmützel der letzten Saisonwoche:

"Wolfsburg kann man schon zur Meisterschaft gratulieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die im letzten Spiel gegen Bremen punkte lassen", verkündete er schelmisch grinsend.

Babbel schlug in die gleiche Kerbe: "Wolfsburg tritt im Moment sehr stark auf. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie es sich noch nehmen lassen." Den Gegner mit Komplimenten in Sicherheit wiegen, um ihn zu Leichtsinn zu verleiten. Dieses Vorgehen kennt man sonst eher aus München.

Babbel macht alles richtig

Sollten die Schwaben den "Wölfen" tatsächlich noch die Schale entreißen, hätten sie es zu großen Teilen Trainer-Debütant Babbel zu verdanken.

Der machte auch gegen Cottbus wieder alles richtig. Als sein Team in Halbzeit zwei die Zügel schleifen ließ, brachte er den angeschlagenen und von einer Gelbsperre bedrohten Gomez. Der bereitete Cacaus Siegtreffer dann mustergültig vor - und Gelb sah er auch nicht.

"Ich hatte gehofft, dass er uns einen Schub bringt. Das ist gelungen", stellte Babbel trocken fest.

Cottbus hofft auf Relegation

Einen Schub nehmen die weiterhin am Abgrund stehenden Cottbuser aus Stuttgart nicht mit, auch wenn sie sich fast 90 Minuten mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Niederlage wehrten.

Am Ende blieb nur der schwache Trost, im Vergleich zu der auf dem maximal noch erreichbaren Relegationsplatz stehenden Bielefelder Arminia vier Treffer in der Tordifferenz gut gemacht zu haben.

"Es ist schade, dass wir keinen Punkt geholt haben. Aber wir haben noch ein Heimspiel. Bielefeld hat hoch verloren, wir werden den Relegationsplatz untereinander ausmachen", sagte Torhüter Gerhard Tremmel im Hinblick auf das letzte Saisonspiel gegen Bayer Leverkusen.

Shao vergibt mögliches Remis

Dabei wäre für die Lausitzer durchaus mehr drin gewesen. Unmittelbar vor Cacaus Kontertor zum 2:0 traf Jiayi Shao aus bester Position nur die Latte.

Es war einfach eine Frage der Klasse, dass die stark ersatzgeschwächten Cottbuser nichts mitnehmen konnten. Oder wie Kapitän Timo Rost treffend festellte:

"Wenn du solche Chancen hast, dann musst du sie reinmachen."

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