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Wolfsburgs Edin Dzeko (r.) hat bislang 25 Tore und 10 Vorlagen gesammelt © getty

Der VfL erledigt seine Hausaufgabe bei 96 mit einem Kantersieg und kann sich den Meistertitel wohl nur noch selbst streitig machen.

Von Jessica Pulter

München/Hannover - Sie konnten sich das breite Grinsen nicht mehr verkneifen.

Edin Dzeko und Grafite vom VfL Wolfsburg feierten ausgelassen mit ihrer Mannschaft und den rund 8.000 mitgereisten Fans den 5:0 (3:0)-Kantersieg beim Derby-Gegner Hannover 96.

Denn das beste Sturm-Duo der Bundesliga-Geschichte baute nicht nur die Torbilanz der "Wölfe" weiter aus und sorgte dabei für den höchsten VfL-Auswärtssieg in der Klub-Historie.

Dank des Sieges und dem gleichzeitigen Patzer des FC Bayern beim Remis in Hoffenheim (zum Spielbericht) hat Wolfsburg nach 33 Spieltagen mehr als nur eine Hand an der Meisterschale.

Ein Remis würde wohl reichen

"Wir können uns nur noch selbst aufhalten, wenn wir die Bremer am kommenden Samstag unterschätzen", warnte VfL-Coach Felix Magath vor dem letzten Spieltag gegen Werder Bremen.

"Wir müssen zuhause dieses Spiel gewinnen. Wenn wir wieder so auftreten wie gegen Hannover, dann gibt es daran auch keinen Zweifel. Insbesondere da es ein Heimspiel ist."

Die Niedersachsen haben zwei Punkte Vorsprung auf die Bayern und das um sieben Tore bessere Torverhältnis, so würde selbst ein Unentschieden gegen Bremen am 34. Spieltag reichen, um die Meisterschaft mit sehr großer Wahrscheinlichkeit klarzumachen.

Bei einem Sieg hat der VfL den Titel ohnehin sicher. (Der Tabellenrechner)

Magath ist vom Titel überzeugt

Die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte ist zum Greifen nah, und Magath legt die Zurückhaltung ab und ist sich mittlerweile ganz sicher: "Wolfsburg wird Meister."

Seine Spieler stapeln dagegen trotz der spürbaren Schadenfreude aufgrund des Bayern-Ausrutschers etwas tiefer.

Grafite bleibt zurückhaltend

"Wir freuen uns natürlich, dass wir drei Punkte geholt haben und dass wir etwas fürs Torverhältnis tun konnten", erklärte Keeper Diego Benaglio. "Aber uns ist bewusst, dass wir ein schweres Spiel vor uns haben. Wir werden alles daransetzen, die nötigen Punkte zu holen."

Kollege Grafite meinte: "Das war ein sehr gutes Spiel meiner Mannschaft in Hannover. Nächste Woche werden wir vielleicht Meister."

Bereits zur Halbzeit ist alles klar

Mit der Form aus dem Niedersachsen-Derby sollte dieser eine Punkt gegen Bremen aber kein Problem sein. Der VfL spielte eindrucksvoll effektiv und nahm die Hannoveraner Hintermannschaft vorbildlich auseinander.

Edin Dzeko traf bereits nach 14 Minuten mit einem Traumtor zu Führung, Grafites Doppelpack (33., 36.) sorgte noch vor der Halbzeitpause für die Entscheidung.

VfL-Sturmduo überragt erneut

Hannover fand auch in Halbzeit zwei keine Antwort auf den Torhunger der "Wölfe" und kassierte zwei weitere Tore durch Dzeko (54., 79.).

Hätte Wolfsburg nicht da bereits einen Gang zurückgeschaltet und sich ganz aufs Kontern verlassen, wäre der Sieg wohl noch höher ausgefallen.

Für Dzeko waren es bereits die Treffer 23 bis 25, Grafite steht nun bei 26 Toren. Damit stehen sie in der Torjägerliste auf eins und zwei.

Hecking glaubt an Wolfsburg

Hannover wurde vor eigenem Publikum vom Rivalen gedemütigt.

"Wolfsburg merkte man an, dass sie kurz vorm Ziel sind", resümierte 96-Trainer Dieter Hecking über die Niederlage gegen den Titelfavoriten. "Der Druck ist da, aber der VfL ist in der Lage, es zu schaffen."

Tarnat-Abschied mit fadem Beigeschmack

Eine faden Beigeschmack hinterließ bei den Roten aber nicht nur die 0:5-Klatsche gegen Wolfsburg.

Routinier Michael Tarnat bekam vor dem Spiel gesagt, dass sein Vertrag bei den Niedersachsen nicht verlängert wird.

Eine Verabschiedung vor dem Spiel, wie beim zum MSV Duisburg wechselnden Frank Fahrenhorst, blieb aber aus.

"Wenn man fünf Jahre irgendwo gespielt und 19 Karriere-Jahre gehabt hat, dann stellt man sich den Abschied doch anders vor", meinte ein frustrierter Tarnat. "Wie das hier gelaufen ist, ist das absolut unfertig."

Noch kein Balkon am Rathaus

Unfertig sind auch die Planungen in Wolfsburg, das sich so langsam auf eine Meisterfeier einstellen sollte.

Denn das Rathaus steht noch immer ohne Balkon da, obwohl den Wolfsburgern schon ein fertiger Balkon angeboten wurde.

So wie die Magath-Elf aber derzeit auftrumpft, wäre eine Investition dafür trotz der Finanzkrise eine sichere Anlage.

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