Der 33. Spieltag stand exemplarisch für die Rückrunde: Bayern zeigt alte Schwächen, Wolfsburg keine Nerven und viel Torhunger.

So hatte sich Jürgen Klinsmann das wohl vorgestellt:

Power-Fußball mit torgierigen Angreifern, einer stabilen Defensive und Leistungsträgern, die keine Nerven zeigen.

Allerdings findet sich dieses Idealbild auch nach dem Rauswurf des gescheiterten Erneuerers nicht beim FC Bayern.

Die Münchner verdaddelten am 33. Spieltag aller Voraussicht nach die Meisterschaft, weil sie die gleichen Fehler wie in der gesamten Saison wiederholten:

Hinten löchrig (der Titelverteidiger hat fast doppelt so viel Treffer wie im Vorjahr hinnehmen müssen), vorne ohne Killerinstinkt.

So reichte es auch beim in der Rückrunde abgestürzten Herbstmeister Hoffenheim nur zu einem 2:2 - zu wenig für die deutsche Meisterschaft.

Weil zeitgleich Wolfsburg nicht schwächelte, sondern die bemitleidenswerten Hannoveraner dank der Torjäger-Duos Grafite und Dzeko nach allen Regeln der Kunst mit 5:0 auseinandernahm.

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So stand der vorletzte Bundesliga-Spieltag exemplarisch für die Rückrunde, in der der VfL bis jetzt nicht nur überragende 40 Punkte sammelte, sondern auch mit insgesamt 75 Toren die mit Abstand beste Offensive stellt.

Und weil sich die "Wölfe" nie mit einem 1:0 zufrieden gaben, haben die Niedersachsen zur Belohnung für ihren Angriffs-Fußball nun dank des glänzenden Torverhältnisses praktisch einen Punkt mehr auf dem Konto.

Daher reicht am nächsten Samstag ein Unentschieden gegen die Bremer, die nach dem UEFA-Cup-Finale gegen Donezk entweder siegestrunken oder tief gefrustet in die Autostadt reisen werden.

Die Truppe von Felix Magath wäre der logische Meister nach einer Saison, in der der haushohe Favorit Bayern München nie überzeugen konnte und kein einziges Mal an der Tabellenspitze stand.

Nun droht dem Rekordmeister am letzten Spieltag bei einer Heimpleite im "Finale" gegen den VfB Stuttgart der Super-GAU:

Das Herausfallen aus den Champions-League-Rängen, was massive finanzielle Mindereinnahmen und vermutlich auch den Verlust von Franck Ribery und anderen Stars zur Folge hätte.

Theoretisch könnten dann die Stuttgarter mit einem Dreier - ebenso wie im umgekehrten Fall die Bayern - sogar die Schale holen, wenn die Wolfsburger allen vorzeitigen Gratulationen zum Trotz doch noch unter der eindeutigen Favoritenbürde zusammenbrechen sollten.

Wie im Tabellenkeller, wo Mönchengladbach, Bielefeld, Cottbus und Karlsruhe noch auf die Rettung hoffen, bleibt es auch an der Tabellenspitze bis zum Abpfiff spannend.

Dennoch spricht nach diesem Samstag Vieles dafür, dass zumindest der Meister bereits feststeht.

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