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Frust pur auf der Bayern-Bank: Manager Uli Hoeneß (l.) und Jupp Heynckes © imago

Bayern hakt den Titel ab. Nach dem Remis gegen Hoffenheim wartet nun ein "Endspiel" um die Zukunft. Rummenigge droht dem VfB.

Von Daniel Rathjen undChristian Paschwitz

Sinsheim/München - Die Lippen blieben verschlossen.

Gratulieren wollte dem VfL Wolfsburg beim FC Bayern noch niemand.

Doch nach dem spektakulären 2:2 (2:2) bei 1899 Hoffenheim ist allen klar (Spielbericht: Bayer patzt), was letztlich auch Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge aussprach.

"Wolfsburg wird sich das nicht mehr nehmen lassen. Wir müssen den zweiten Platz sichern." Zwei Zähler Rückstand und sieben Tore Rückstand sind es auf Spitzenreiter VfL Wolfsburg.

Punktgleich mit dem VfB Stuttgart befindet sich der Titelverteidiger auf dem zweiten Platz. Hertha BSC sitzt ihnen nur einen Punkt dahinter im Nacken.

Das letzte Spiel gegen die Schwaben ist für den FC Bayern das Endspiel um die direkte Qualifikation für die Champions League (Was wäre wenn...) .

Hoeneß gibt nicht auf

Manager Uli Hoeneß fragte zwar rhetorisch: "Wenn Bremen in Wolfsburg gewinnt und wir gegen Stuttgart gewinnen, wer ist dann Meister?"

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Aber an ein "Wunder von Wolfsburg" - einen Sieg von Werder am letzten Spieltag beim Fast-Meister glaubt beim Rekordmeister eigentlich niemand mehr.

"Wolfsburg wird sicher gewinnen", meinte auch Präsident Franz Beckenbauer.

"Die Bremer stehen drei Tage vorher im UEFA-Cup-Finale und werden dementsprechend in Wolfsburg auftreten", fügte Rummenigge noch an.

Kampfansage an Stuttgart

Es folgte die erste verbale Spitze Richtung Stuttgart: "Wir freuen uns, wenn wir Stuttgart noch zu einem UEFA-Cup-Platz verhelfen können."

Apropos UEFA Cup oder neuerdings Europa League: Ebenso wie der FCB noch den Titel holen kann, kann er auch noch auf Rang vier abrutschen.

"Wir müssen nach oben, aber vor allem nach unten schauen", warnte Hoeneß.

Das Verpassen der "Königsklasse" wäre ein Horrorszenario für den FCB: Millionen von Euro würden den Münchnern entgehen.

Stars könnten nicht so wie geplant verpflichtet werden 93065(DIASHOW: Viel Asche und heiße Gerüchte), die hohe Abfindung an Ex-Coach Jürgen Klinsmann wesentlich stärker ins Gewicht fallen.

Champions-League-Teilnahme "extrem wichtig"

Der neue Trainer Louis van Gaal fände nicht die Ausgangslage vor, die er sich wünscht, Superstar Franck Ribery wäre nicht mehr zu halten und, und, und...

Rummenigge brachte es auf den Punkt: "Es ist für uns extrem wichtig, sowohl wirtschaftlich als auch vom Image her, dass wir uns für die Champions League qualifizieren."

Philipp Lahm sieht es genau so: "Es wäre sehr schlimm, nächste Saison im UEFA-Cup spielen zu müssen, das will niemand von uns."

Ein um sieben Treffer besseres Torverhältnis weist sein Team gegenüber dem VfB auf.

Ausbauen konnten die Münchner, die den vierten Erfolg im vierten Spiel unter Interimstrainer Jupp Heynckes verpassten, ihr Konto in Hoffenheim nicht.

Obwohl Toni in der letzten Sekunde den Sieg auf dem Fuß hatte, entsprach das Remis dem Verlauf der vor allem in der ersten Hälfte rasanten Partie.

In der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena trafen der überragende Ribery (16.) und Toni (44.) für die Bayern.

Für Hoffenheim waren Demba Ba (21.) und Carlos Eduardo (28.) erfolgreich.

Genugtuung in Hoffenheim

Bei den Gastgebern war die Freude über das Unentschieden groß, gelang somit doch teilweise eine Revanche für die Last-Minute-Niederlage im Hinspiel, die der Anfang des Absturzes der Kraichgauer war.

"Bei der Chance von Luca Toni habe ich wieder an die Szene von damals gedacht. Ich war froh, als abgepfiffen wurde", sagte Mittelfeldkämpfer Tobias Weis zu Sport1.de.

Wie die Hoffenheimer denken, bringt er ebenfalls klar zum Ausdruck:

"Wolfsburg ist durch. Und so ein bisschen Genugtuung ist das für mich auch nach dem Hinspiel gegen die Bayern, es ist wie ein gefühlter Sieg."

Auch Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp zog eine positive Bilanz.

"Ich bin wirklich mehr als zufrieden. Ein einstelliger Tabellenplatz ist toll. Deshalb hoffe ich, dass Ralf Rangnick noch lange unser Trainer bleibt", erklärte er.

Was Weis übrigens auch Spaß machte: "Wir haben in der Kabine mit Dietmar Hopp gefeiert. Er brüllte Zicke-Zacke, Zicke-Zacke - und wir dann alle: Heu, Heu, Heu."

Und die Bayern schlichen mit hängenden Köpfen vom Platz.

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