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Michael Frontzeck übernahm Arminia am 1. Januar 2008, sein Vertrag läuft bis 2010 © imago

Arminia Bielefeld hat sich nach dem 0:6 in Dortmund von Trainer Michael Frontzeck getrennt. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Bielefeld - Arminia Bielefeld hat sich einen Tag nach der 0:6-Niederlage bei Borussia Dortmund von Trainer Michael Frontzeck getrennt.

Das gab der Klub am Sonntagmorgen in einer Pressemitteilung bekannt.

Hinsichtlich eines Nachfolgers sei noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden. Diese werde kurzfristig erfolgen.

"Wir sind zu der Auffassung gekommen, dass wir unter dem Strich zu wenig Punkte haben", meinte Sportchef Detlev Dammeier:

"Wir haben durch diesen Schritt auch die Mannschaft noch mehr in die Pflicht genommen."

Vor dem letzten Saisonspiel gegen Hannover 96 am kommenden Samstag belegt die Arminia den Relegationsplatz, punktgleich mit Energie Cottbus, das auf dem ersten Abstiegsrang liegt. ad

Übernimmt Dammeier gegen Hannover?

Schon Frontzecks Vorgänger Ernst Middendorp war in der vergangenen Saison nach einem Debakel in Dortmund (1:6) entlassen worden. (SPIELBERICHT: Dortmund - Bielefeld)

Damals hatte der heutige Sportchef Detlev Dammeier, der erneut als Interimscoach einspringen könnte, das Team für ein Spiel übernommen, ehe Frontzeck zum Coach ernannt wurde.

"Wir werden uns zusammensetzen, analysieren und nach bestem Wissen und Gewissen eine Entscheidung fällen", sagte Geschäftsführer Roland Kentsch noch nach dem 0:6-Debakel.

Im letzten Saisonspiel gegen Hannover 96 geht es in erster Linie darum, den derzeitigen Relegationsplatz zu sichern. (Der Sport1.de-Tabellenrechner)

Der direkte Klassenerhalt mit dem Sprung auf den drei Punkte entfernten Platz 15 ist zwar noch im Bereich des Möglichen, doch die Klub-Verantwortlichen sehen nach dem Debakel offenbar sämtliche Felle davonschwimmen.

"So etwas habe ich in dieser Form noch nicht erlebt", ergänzte Kentsch, es gehe jetzt darum, "dass die Mannschaft den Glauben nicht verliert".

Kein Glaube an den Trainer

Den an Trainer Frontzeck haben sie bereits verloren.

"Nach dem 33. Spieltag, das hätte eine besondere Note", meinte Frontzeck am Samstag, auf die Äußerungen der Klub-Bosse angesprochen.

"Wenn der Vorstand grundsätzlich über alles nachdenkt, das ist doch legitim. Aber gehört habe ich nichts."

Am Sonntagmorgen hatte der Ex-Nationalspieler dann Gewissheit.

Nur einmal in der Bundesliga-Geschichte

Eine Trainerentlassung einen Spieltag vor dem Saisonende gab es in der Bundesliga-Historie erst einmal, als Rot-Weiss Essen Fritz Pliska in die Wüste schickte.

Zu diesem Zeitpunkt stand RWE jedoch schon als Absteiger fest.

Bielefeld indes kann noch hoffen.

"Wir müssen die Köpfe frei bekommen und unsere letzte Chance wahrnehmen. Dann können wir im Relegationsspiel noch den Klassenerhalt schaffen", meinte Rüdiger Kauf.

Nach der Pause brechen alle Dämme

Eine Halbzeit lang hatte Bielefeld der Borussia das Leben äußerst schwer gemacht, hätte sogar schon mit zwei Toren führen müssen, bevor Sebastian Kehl (43.) den Bann für den BVB bracht.

Das 2:0 durch Tamas Hajnal (53.) war vor 80.200 Zuschauern zugleich der Startschuss für ein spektakuläres Scheibenschießen.

Mit den Treffern von Nelson Valdez (70.), erneut Kehl (72.), Tinga (84.) und Mohamed Zidane (87.) waren die Gäste am Ende sogar noch gut bedient.

"Endspiel" gegen Hannover

"Es war praktisch jeder Schuss ein Treffer. Nach dem, was in der zweiten Halbzeit abgelaufen ist, müssen uns bei jedem entschuldigen, der heute in blau und weiß ins Stadion gekommen ist", sagte Mittelfeldspieler Oliver Kirch und appellierte:

"Jetzt müssen wir gegen Hannover noch einmal alles reinlegen, was wir haben."

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