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Seit der 0:6-Schlappe gegen den BVB gehen Frontzeck (l.) und Dammeier getrennte Wege © getty

Arminia-Sportchef Dammeier spricht im Sport1.de-Interview über die Gründe der vorzeitigen Entlassung von Trainer Frontzeck.

Von Christian Paschwitz

München - Mit der Entlassung von Trainer Michael Frontzeck hat Arminia Bielefeld am Wochenende auf die sportliche Misere reagiert.

Das 0:6 bei Borussia Dortmund habe "das Fass zum Überlaufen gebracht", sagt Arminias Sportchef Detlev Dammeier. (Frontzeck-Rauswurf von historischer Dimension)

Wer Nachfolger wird ist völlig offen. Im Gespräch sind unter anderem Uwe Rapolder, Benno Möhlmann und der Ex-Ahlener Christian Wück.

Im Sport1.de-Interview spricht Dammeier über die Gründe für Frontzecks Entlassung, seine Rolle als möglicher Interimscoach im Saisonfinale und über die Suche nach einem neuen Trainer.

Sport1.de: Was versprechen Sie sich von der Entlassung von Michael Frontzeck?

Detlev Dammeier: Mit der Entscheidung wollen wir nochmal einen neuen Impuls geben für das letzte Spiel und die hoffentlich danach folgende Relegation. Wir wollen die Mannschaft dadurch mehr in die Pflicht nehmen. Wir haben nach dem Dortmund-Spiel die letzten Wochen analysiert, letztlich haben wir einfach nicht genug gepunktet, auch wenn die Spielleistung durchaus in Ordnung war. Das 0:6 war nicht der Auslöser, sondern hat das Fass nur zum Überlaufen gebracht. (SPIELBERICHT: Dortmund - Bielefeld)

Sport1.de: Wie hat Frontzeck die Entscheidung aufgenommen?

Dammeier: Er ist natürlich enttäuscht, weil er die Saison bis zum Ende durchziehen wollte und er der vollen Überzeugung war, das letzte Spiel zu gewinnen. Aber auch er hat natürlich gemerkt, dass es in den letzten Wochen Unzufriedenheit gab aufgrund der Ergebnisse. Und von daher war es dann auch keine Überraschung.

Sport1.de: Eine Trainerentlassung einen Spieltag vor Saisonschluss gab es erst einmal in der Bundesliga. Das war 1967 ein gewisser Fritz Pliska bei RW Essen...

Dammeier: Das gab's schon? Da bin ich ja wenigstens froh. Aber jetzt mal im Ernst: Ich gehe auch nicht von einem Spiel aus bis Saisonende, sondern von dreien.

Sport1.de: Bei der Mannschaft ist die Entscheidung nicht gut angekommen. Ihr Kapitän Rüdiger Kauf sagt: "Die oberen Leute von Arminia Bielefeld sollten sich auch an die eigene Nase fassen und sich hinterfragen."

Dammeier: Dass sich Rüdiger Kauf als Kapitän so äußert, nehme ich zur Kenntnis. Ich muss diese Meinung aber nicht zwingend teilen

Sport1.de: Sie sagen, Sie wollten mit der Entscheidung die Mannschaft in die Pflicht nehmen. Wenn Sie Kaufs Unverständnis nun aber so hören: Ist nicht eher zu befürchten, dass es genau anders herum kommt?

Dammeier: Die Mannschaft ist in der Pflicht. Insbesondere der Trainer und ich haben uns bisher immer vor das Team gestellt, und zwar über die ganze Saison. Nun ist Michael Frontzeck nicht mehr da, um sie zu schützen, Und ich denke, die Spieler wissen schon, dass sie in der zweiten Halbzeit gegen Dortmund nicht gut waren und nun im letzten Heimspiel gegen Hannover alles geben müssen, um zu gewinnen.

Sport1.de: Wie geht's nun weiter?

Dammeier: Es gibt für die Nachfolger-Entscheidung keine Deadline.

Sport1.de: Bis zum nächsten Training am Dienstag, heißt es, soll aber ein Name präsentiert werden. Gibt's eine Tendenz?

Dammeier: Es gibt verschiedene Optionen: Entweder wir finden einen Nachfolger nur noch bis Saisonende, also für eine eine Partie oder drei, wobei ich an drei Spiele glaube. Oder es läuft von vornherein auf jemanden hinaus, der es auch kommende Saison macht. Aber auch da gibt es noch keine Entscheidung.

Sport1.de: Sie sind ja 2007 schon einmal eingesprungen. Sie sind dabei auch eine Option?

Dammeier: Dass ich mich auf die Bank setze, ist auch eine Option. Da würde ich mich in den Dienst des Vereins stellen. Die Situation ist schwierig, aber wir haben das Glück, dass wir mit einem Heimsieg den 16. Platz noch verteidigen können. Und danach gilt es dann, mit den Nerven im Zaum auch die nächsten Spiele zu gewinnen. (Der Sport1.de-Tabellenrechner)

Sport1.de: Und in die Bresche springen heißt für Sie persönlich: Nur bis Ende der Saison?

Dammeier: Das wäre hundertprozentig so. Es ist utopisch, dass die Arminia mit mir in die kommende Spielzeit geht. Außerdem habe ich ja auch gar keine Lizenz dafür.

Sport1.de: Es werden natürlich viele Namen gehandelt. Einer davon ist Uwe Rapolder.

Dammeier: Uwe Rapolder ist in Koblenz. Da kann ich nicht viel zu sagen, mit diesem Namen habe ich mich nicht beschäftigt.

Sport1.de: Ist Ernst Middendorp auch mal wieder eine Option, oder schließen Sie das kategorisch aus?

Dammeier: Das kann ich ausschließen, genauso ein Thomas von Heesen. Beide sind auf Zypern vereint, insofern möchte ich da auch nicht dazwischentreten.

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