Sport1.de-Kolumnist Toni Schumacher glaubt, dass Bremen den Titelkampf spannend macht. Für den Abstiegskampf schwant ihm Böses.

"Noch zwei Siege, dann ist der Drops gelutscht." Das war das Mutmacher-Zitat vom möglichen Meister-Trainer Felix Magath vor diesem Liga-Wochenende.

Also: Ist der "Drops jetzt gelutscht" - nach dem 5:0 von "Golfsburg" in Hannover und dem 2:2-Stolperer der Bayern in "Hoppenheim"?

106857(DIASHOW: Tops und Flops des 33. Spieltags)

Ich glaube: NEIN.

Auch Spieltag 34 wird noch einmal eine einzige Nervenschlacht mit dem Potenzial zur Sensation.

Weil Werder Bremen sich die ehrenlose Auszeit gegen den KSC jetzt schon genommen hat. Sogar nachvollziehbar und fast verständlich.

Der UEFA-Cup-Sieg könnte eine verkorkste Saison retten. In diesem Finale am Mittwoch will jeder dabei sein, fit sein, geht vorher kein Risiko mehr.

Aber NACH dem Finale, vielleicht mit dem Pokal im Gepäck, wird es einen "SV Lustlos Bremen" nicht geben. Auch nicht mit Sieges-Promille im Blut.

Aus einem ganz profanen Grund: Mit dem DFB-Pokalfinale geht Werders Saison nach dem Liga-Endspiel in WOB noch eine Woche weiter. Da leistet sich kein Profi einen 14-Tage-Tiefschlaf.

Bedeutet: Für Werder geht es um die Ehre und körperliche Fitness. Sollten Grafite und Dzeko also nicht gleich in einen Tor-Rausch fallen, wird es ganz eng.

Und je länger es in VW-City nicht nach Meisterschale und Schampus duftet, desto explosiver wird die Liga.

Überall!

Deshalb hat mich auch ein Ausspruch vom "Kaiser" verwundert. Franz Beckenbauer empfindet den Meister-Titel - egal, an wen er auch geht - als glanzlos, weil kein Team aus eigener Stärke die Deutsche Nummer 1 wird, sondern nur aufgrund der Schwäche der anderen.

DAS sehe ich ganz ANDERS.

Wer kommenden Samstag irgendwann zwischen 17.15 Uhr und 17.20 Uhr Deutscher Meister 2009 auf das Briefpapier drucken darf, wird die Schale mit Stolz und Recht tragen.

Selbst wenn es die Bayern auf die letzte Sekunde werden.

Meister wird man nämlich für immer, nicht nur für ein Jahr. Das WARUM und WIE ist nach dem letzten Abpfiff vergessen.

Das ist auch in München so und war auch in München immer so. Als Leverkusen im Jahr 2000 den Titel in Unterhaching verschenkt hat, hat man bei den Bayern auch glücklich gefeiert. Oder als 2001 ganz Schalke weinte.

Bedeutet: Wir werden nächste Woche einen verdienten, würdigen Deutschen Meister sehen.

Aufgrund der unglaublich konstanten und manchmal furiosen Rückrunde wäre der VfL Wolfsburg ein verdienter Meister, lieber Franz. Und auch der VfB Stuttgart hat in 2009 voll überzeugt.

Im Abstiegskampf sieht es identisch aus. Wer am kommenden Samstag im Fahrstuhl "abwärts" drücken muss, hat es aus eigener Kraft NICHT geschafft und darf nicht über Pech und fehlendes Glück lamentieren.

Der KSC hätte zu viele Endspiele nicht gewonnen. Cottbus hätte sein Heimspiel gegen Gladbach nicht verlieren dürfen. Bielefeld hätte sich nicht seit Wochen so hängen lassen dürfen.

Und Gladbach hätte den fast sicheren Klassenerhalt in "Leverdorf" mit 25.000 eigenen Fans im Rücken nicht mehr aus den Händen geben dürfen.

Gut ist, dass Gegner wie Hertha, Dortmund selbst noch um existenzielle Punkte fighten müssen. Ich mache mir mehr Sorgen um Hannover (in Bielefeld) und Leverkusen (in Cottbus).

Und habe das mulmige Gefühl, dass Gladbach mit dem 0:5-Trauma gegen Bayer gegen die andere Borussia in Schwierigkeiten und in die Relegation kommen könnte.

Aber: Alles Kaffee-Satz-Leserei. Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Ich freue mich darauf!

Bis nächste Woche!Euer Toni Schumacher

Mitdiskutieren in der Community!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel