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Schätzen sich: Louis van Gaal (l.) und Alkmaar-Präsident Dirk Scheringa © imago

Bayerns Neucoach lässt Alkmaar ungerührt, heißt es. Kungeleien dürfte es dennoch geben. Hoeneß erwägt einen Großeinkauf ohne Gomez.

Von Christian Paschwitz

München - Sein Dienstantrittt als neuer Trainer des FC Bayern (zur Vereinsseite) ist erst am 1. Juli.

Doch schon jetzt zieht Louis van Gaal die Strippen hinsichtlich der Zukunft des Rekordmeisters. Jedenfalls bastelt der Niederländer augenscheinlich mehr am Kader für die kommende Saison, als bisher angenommen.

Dirk Scheringa, Präsident von van Gaals bisherigem Arbeitgeber AZ Alkmaar, ließ nun durchblicken, seinem Noch-Trainer durchaus eine Hintertür offen gelassen zu haben, um den einen oder anderen AZ-Akteur Richtung Bayern zu lotsen.

Entgegen bisherigen Verlautbarungen.

Ein höheres Angebot im Sinn

"Louis hat gesagt, dass er keine Spieler mitnehmen wird", sagte Scheringa während der Präsentation des neuen Alkmaar-Trainers Ronald Koeman.

In der Praxis jedoch dürfte die Sache anders ausgehen. Denn der AZ-Präsident sagte auch: "Louis wird niemals das erste Angebot abgeben für einen Spieler von uns. Aber wenn das ein anderer Klub tut, möchte er von uns darüber informiert werden."

Mehr noch: "Damit er das überbieten kann mit einem Angebot von Bayern", so Scheringa.

Eine Absprache nahe einem Kuhhandel, die sich Scheringa, einer der reichsten Männer in den Niederlanden und Chef der DSB-Bank, sonst wohl nicht leisten könnte, ohne die Kartellbehörde auf den Plan zu rufen.

Aber: Keine Ausgleichszahlungen

Spannende Frage also, ob andere Klubs somit überhaupt noch Offerten an Alkmaar richten werden. Und welche AZ-Akteure es demnächst womöglich an die Isar zieht.

In der Vorwoche hatte die Zeitung "De Telegraaf" schon spekuliert, dass van Gaal Torwart Sergio Romero und Mittelfeldmann Stijn Schaars (Mittelfeld) "im deutschen Auftrag ankauft".

Die Bayern hatten das jedoch umgehend als "Unsinn" abgetan und betont, dass zu "100 Prozent sicher" nicht der Torwart und auch kein anderer aus Alkmaar verpflichtet werde.

Ebenso wenig gebe es finanzielle Abwicklungen oder Ausgleichszahlungen.

Bei der Verhandlung über die vorzeitige Freigabe von van Gaal war von Münchner Seite nur ein kostenloses Freundschaftsspiel zugesichert worden - eine Ablöse wird dagegen nicht gezahlt, hieß es.

Ribery? Notfalls zu den Amateuren

Van Gaal selbst hält sich bedeckt: "Erst einmal muss ich wissen, welche Spieler bleiben und welche kommen." Von dem Kader wiederum hänge ab, "wie ich meine Visionen entwickle".

Die dürften so oder so "stürmisch" ausfallen, meint Martin Haar: "Schönen Offensiv-Fußball spielen und gleichzeitig erfolgreich sein. Van Gaal ist derjenige, der das verbinden kann", sagte van Gaals Co-Trainer in Alkmaar der "tz".

"Er kommt nach Bayern, um große Titel zu holen." Dafür würde van Gaal auch auf große Namen keine Rücksicht nehmen, Spieler nötigenfalls auch mal zu den Amateuren abschieben.

"Wenn Ribery nicht mehr für das Team laufen will, dann wird van Gaal nach einer Minute sagen: Komm Junge, jetzt setzt du dich neben mir auf die Bank", so Haar.

Co-Trainer aus Tilburg

Ganz allein rückt van Gaal ohnehin nicht an der Säbener Straße an: Andries Jonker, bislang Sportdirektor bei Willem II Tilburg, soll sein Co-Trainer werden.

Hinzu kommen der Video-/Computerexperte Mats Reekes sowie der Reha-Trainer Jost van Dijk.

Den Rest seines Funktionsteams will der 57-Jährige zunächst aus vorhandenem Personal rekrutieren.

Allerdings: Van Gaal, der ausschloss, Alkmaars Torwarttrainer Frans Hoek mitzunehmen, will sich auf jeden Fall noch einen deutschen Assistenztrainer ausgucken, der die "lokalen und nationalen Befindlichkeiten" kenne.

Angeblich doch kein Interesse an Gomez

Unterdessen hat Uli Hoeneß einen Großeinkauf für die neue Saison angekündigt, das angebliche Interesse an Stuttgarts Torjäger Mario Gomez aber dementiert.

"Der Name Gomez spielt in unseren Planungen derzeit keine Rolle", sagte der Bayern-Manager.

Abhängig ist die Einkaufstour allerdings vom sportlichen Abschneiden in dieser Saison.

"Das hängt alles vom Samstag ab. Wenn wir nicht in die Champions League kommen, werden sich unsere Investitionspläne ziemlich ändern", erklärte Hoeneß vor dem Spitzenspiel am Samstag (15 Uhr LIVE) gegen Gomez' VfB.

Rummenigge: Keine Ausstiegsklauseln

Andernfalls drohen sogar einige Abgänge: Ribery kokettiert schon länger mit einem Abschied, obwohl Hoeneß noch einmal deutlich machte, "dass wir ihn nicht abgeben, sondern zu Franck noch den ein oder anderen Spieler holen wollen".

Auch Nationalspieler Philipp Lahm will die Bayern angeblich Richtung Barcelona verlassen, wenn erneut nur der UEFA-Cup rausspringt.

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge schiebt derlei Spekulationen einen Riegel vor: "Es gibt keinen einzigen Spieler, der eine Ausstiegsklausel hat."

Und weiter: "Wir haben immer klar gesagt, dass wir keine Spieler abgeben, die uns gut zu Gesicht stehen. Ribery und Lahm stehen uns gut zu Gesicht."

Über manchen aus Alkmaars Kader denkt van Gaal womöglich dasselbe...

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