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Lutz Michael Fröhlich war bis 2005 als Bundesliga-Schiedsrichter aktiv © getty

Wer pfeift welche Partie? Für den DFB ist diese Frage immer wieder eine Gratwanderung. Die Klubs schauen äußerst kritisch hin.

Von Jürgen Blöhs

München - In der Schlussphase der Saison zählt jeder Fehler zumindest doppelt.

Seit zwei, drei Wochen wird beim FC Bayern München jede vergebene Torchance, wie der verschossene Strafstoß von Franck Ribery beim Spiel gegen Cottbus, aufs Torverhältnis im Vergleich zum VfL Wolfsburg hochgerechnet (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Niemand käme auf die Idee, die vielen vergebenen Groß-Chancen der ersten 30 Spieltage noch einmal hervorzukramen.

Besonders unter Beobachtung stehen die Schiedsrichter. Erst kürzlich hat Stuttgarts Keeper Jens Lehmann die Riege massiv kritisiert (zum Artikel: Lehmann stänkert, Rummenigge schlägt zurück).

Sport1.de wirft einen Blick zurück auf die Ansetzungen am 33. Spieltag.

BSC nicht gut auf Gagelmann zu sprechen

Vor der Partie gegen Schalke 04 gab es bei Hertha BSC Aufregung um Referee Peter Gagelmann.

Die Berliner haben noch immer präsent, dass Gagelmann ihnen 2005 beim 1:1 gegen Kaiserslautern zwei Tore nicht anerkannte und zudem einen Elfmeter verweigerte. Überhaupt entschied Gagelmann in zehn Partie noch nie auf Strafstoß für Hertha.

"Jeder hat die Chance auf Wiedergutmachung", hatte Hertha-Manager Dieter Hoeneß vor dem Spiel gesagt.

Doch wie das Unglück es wollte: Dem 40-Jährigen wurde von seinem Assistenten eine knappe Abseitsstellung angezeigt. "Falsch", wie nicht nur der "kicker" beobachtete. Marko Pantelic wurde um ein Tor gebracht, Hertha BSC eventuell um Sieg und Meisterschaft.

Wenig Bundesliga-Erfahrung - gute Leistung

Ansonsten hatten die Verantwortlichen für das Schiedsrichterwesen des DFB Glück, denn für Diskussionsstoff hatten auch andere Ansetzungen gesorgt.

Deniz Aytekin konnte vor der Partie des Mit-Favoriten um den Titel VfB Stuttgart gegen Energie Cottbus, das ums "Überleben" kämpft, gerade mal auf die Erfahrung von acht Bundesliga-Spielen verweisen ? und der 30-Jährige kommt aus Oberasbach in Bayern.

Aytekin machte seine Sache gut, ebenso wie Michael Kempter, der aus dem südbadischen Sauldorf nach Bremen zur Partie von Werder gegen den abstiegsbedrohten Karlsruher SC geschickt wurde. Die Badener vermieden mit einem 3:1 den vorzeitigen Abstieg.

Sieg-Schiedsrichter für Bayern?

"Bayern kriegt heute seinen Sieg-Schiri" orakelte "Bild" vor dem Spiel in Hoffenheim. Unter der Leitung von Michael Weiner hat der FC Bayern nur zwei von 25 Spielen verloren.

Prekär: Der 40-Jährige kommt aus Niedersachsen, dem Bundesland, in dem der FCB-Konkurrent VfL Wolfsburg zu Hause ist. Sein Wohnort Giesen ist nur 90 Kilometer von Wolfsburg entfernt.

Weiner wurde eine gute Leistung bescheinigt. Dass beide Seiten einen Strafstoß zu ihren Gunsten gesehen haben wollen, war "ausgleichende Gerechtigkeit", die Entscheidungen, nicht zu pfeifen erwies sich in den Zeitlupen als korrekt.

Kein Unparteiischer aus dem gleichen Fußballverband

"In der Bundesliga, der Zweiten und der Dritten Liga setzen wir keinen Schiedsrichter an, der aus einem Fußballverband stammt, aus dem eine der beiden Mannschaften kommt, die gegeneinander spielen", sagte Lutz Michael Fröhlich bei Sport1.de.

Ansonsten aber baut man laut dem Abteilungsleiter Schiedsrichter-Wesen des DFB darauf, dass die Unparteiischen ihrem Namen gerecht werden.

"Schiedsricher aus Emden" kann FCB pfeifen

"Niedersachsen ist groß. Ich traue einem Schiedsrichter aus Emden zu, die Bayern zu pfeifen", sagte Klaus Löw, "Referent Schiedsrichter" beim DFB, auf die Frage, ob ein Niedersachse bei einem Spiel des Meisterschafts-Konkurrenten aus München angesetzt werden kann.

Die Verantwortlichen für die Schiedsrichter-Ansetzungen beim DFB sind gut beraten, am letzten Spieltag ganz besonders darauf zu achten, welchen Referee sie wo ansetzen.

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