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Am Ende stand sein Rauswurf: Jürgen Klins-mann (l.), hier mit Karl-Heinz Rummenigge © getty

23 Tage nach seinem Rauswurf bricht der Ex-Trainer sein Schweigen - und gibt sich überzeugt, für Bayern der Richtige gewesen zu sein.

München - Gut drei Wochen hat er geschwiegen - nun meldet er sich erstmals zu Wort:

23 Tage nach seinem Rauswurf beim FC Bayern geht Jürgen Klinsmann öffentlich in die Offensive und kontert die Aussagen der Klub-Bosse.

"Ich hätte die Mannschaft zur Meisterschaft führen können", erklärte Klinsmann vor einem TV-Auftritt bei RTL-Moderator Günther Jauch.

"Viele Dinge wurden mir angekreidet, für die ich nichts konnte", ergänzte der 44-Jährige und ließ damit durchblicken, dass der Stachel der Enttäuschung noch immer tief sitzt.

Schluss nach nur zehn Monaten

Die Bayern hatten dem erst im Juli 2008 mit viel Vorschusslorbeeren bedachten Klinsmann am 27. April den Stuhl vor die Tür gesetzt.

In seiner rund zehnmonatigen Amtszeit und ersten Station als Bundesliga-Coach hatte der frühere Bundestrainer die Bayern nie auf den ersten Tabellenplatz führen können - und am Ende keine Lobby mehr bei Klubführung, Spielern sowie Fans.

Nach der 0:1-Heimniederlage gegen Schalke und 302 Tagen im Amt musste Klinsmann schließlich gehen: Als Tabellendritter mit drei Punkten Rückstand auf den VfL Wolfsburg, fünf Spieltage vor dem Saisonende.

In der Champions League ereilte ihn das Aus im Viertelfinale gegen den FC Barcelona.

Hoeneß erneuert Vorwürfe

Uli Hoeneß hatte Klinsmann zu Wochenbeginn nochmals Fehler während seiner Arbeit in München vorgeworfen.

"Die Software ist genauso wichtig wie die Hardware, und da hat es gehakt", sagte der Bayern-Manager in Anspielung auf das zum Saisonbeginn extra auf Klinsmanns Geheiß hin geschaffene Leistungszentrum.

Hoeneß erklärte: "Klinsmann hat nicht die alleinige Schuld. Aber wir sind der Meinung, dass für das Material, das wir ihm zur Verfügung gestellt haben, zu wenig herausgekommen ist."

Klinsmann sieht es anders

Klinsmann sieht die Sache anders, gab sich nun überzeugt, sehr wohl der richtige Mann an der Säbener Straße gewesen zu sein: "Das war eigentlich das Schmerzlichste an der Sache, dass man das Gefühl hatte, man hätte diesen Job erledigen können", meinte er.

Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge wollte das in einem Gespräch mit "Premiere" nur knapp kommentieren:

"Wenn man sich von einem Trainer trennt, ist das nie so eine sympathische Angelegenheit. Wir werden nicht nachtreten und keine schmutzige Wäsche waschen."

Auch Klinsmann, der laut Rummenigge derzeit weiterhin "pro rata" (anteilsmäßig) vom FC Bayern bezahlt wird, wolle das nicht.

München bleibt wohl Wohnort

Von Klinsmann hatte es nach der Entlassung nur eine kurze Stellungnahme auf der Vereins-Homepage gegeben.

Er sei "sehr enttäuscht", hieß es da: "Wir haben den Grundstein gelegt für die Zukunft."

Über Klinsmanns sportliche Zukunft, seine Ambitionen und seinen familiären Planungen gibt es bisher nur Spekulationen.

Immerhin verriet der frühere Torjäger nun, dass er mit seiner Familie gern in München bleiben möchte.

Angeblich habem Vereine aus der englischen Premier League, wie etwa Manchester City, Interesse an Klinsmann.

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