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Sejad Salihovic (l.) erzielte diese Saison bereits acht Treffer für 1899 Hoffenheim © getty

Die Saison hat Spuren hinterlassen bei 1899 Hoffenheim. Doch Mäzen Dietmar Hopp zeigt schon wieder Tatendurst.

Von Christian Paschwitz

Sinsheim - Fast schon hatten sie das Gefühl verloren geglaubt, mit den Schwergewichten der Liga mithalten zu können.

Und so genossen Spieler, Trainer und Mäzen von 1899 Hoffenheim umso mehr das 2:2 gegen den FC Bayern (zum Spielbericht).

"Wir haben in der Kabine mit Dietmar Hopp gefeiert", verriet Mittelfeldmann Tobias Weis bei Sport1.de. "Er brüllte Zicke-Zacke, Zicke-Zacke - und wir dann alle: Heu, Heu, Heu."

Ein hübscher Ausklang im letzten Saison-Heimspiel, ehe am Samstag (ab 15 Uhr LIVE) auf Schalke der Vorhang dann endgültig fällt.

Froh über das Saisonende

Gott sei Dank und endlich, denken einige Hoffenheimer Akteure darüber.

Ungeachtet der gegenteiligen Annahme, dass die Kraichgauer jetzt wieder richtig Spaß am Weitermachen haben sollten. Nun, da die schwarze Serie von zwölf sieglosen Rückrunden-Spielen überstanden ist.

Und weil zuletzt zwei Siege gelangen und den Bayern mit dem Remis womöglich gar die Meisterschaft vermiest wurde.

Erleichterung fast überall

Die Realität beim Aufsteiger sieht jedoch anders aus. Es überwiegt die Erleichterung, eine turbulente Spielzeit bald abhaken zu können. Die Akkus sind leer und verlangen nach einer Aufladung.

"Ich bin froh, wenn die Saison vorbei ist. Und so denken die meisten", sagt Freistoß-Spezialist Sejad Salihovic bei Sport1.de.

Die eine und erste Saison als Aufsteiger kommt Salihovic vor wie mindestens eineinhalb: "Wenn man überlegt, was in der Rückrunde alles passiert ist?"

Platzverweise, Verletzungspech, Doping-Affäre

Nicht nur, dass die Hoffenheimer während der Winterpause eigentlich noch genug damit zu tun hatten, den Höhenflug als Sensations-Herbstmeister zu verdauen.

Querschläger kamen auch aus anderen Richtungen: Sechs Platzverweise durch Disziplinlosigkeiten, sogar in Freundschaftsspielen und gleich mehrfach bei Carlos Eduardo.

Dazu Verletzungspech, das den Vorzeigeangriff um Demba Ba, Chinedu Obasi und Top-Torjäger Vedad Ibisevic (18 Saisontore) sprengte.

"Wir haben in der Hinrunde 15 Mal mit unserer kompletten Elf spielen können", erinnerte Trainer Ralf Rangnick im "DSF".

Umzug ins neue Stadion, Zoff mit Hopp

"In der Rückrunde hatten wir kein einziges Spiel, in dem wir nicht wenigstens fünf Spieler davon ersetzen mussten."

Obendrein gab's den Umzug in ein ungewohntes, neues Stadion, von Mannheim nach Sinsheim, sowie Irritationen um eine Dopingprobe bei Andreas Ibertsberger und Christoph Janker.

Schließlich sorgten noch ein vermeintlicher Zoff zwischen Rangnick und Hopp um die künftige Ausrichtung des Vereins sowie interne atmosphärische Störfeuer für Zündstoff.

"Mental war das schon schwer"

"Es stimmt, dass es in der Winterpause diverse Anfragen an die Spieler für Shootings in Hochglanzmagazinen gab", so Rangnick. "Das hat sicher im Hinterkopf dazu geführt, dass einige Spieler das Ganze nicht so richtig einordnen konnten."

Inzwischen können sie's offenbar, Hoffenheims Helden sind dennoch müde.

"Wir brauchen jetzt alle mal Urlaub", sagt Salihovic. Vor allem, um den Kopf frei zu bekommen. "Mental war das schon schwer alles", bekennt der 23-jährige Bosnier.

Wehmut wegen der Hinrunde

Salihovic kann ebenso wenig verhehlen, der fantastischen Hinrunde noch immer ein wenig nachzutrauern.

"Im Endeffekt sind wir zufrieden", sagt er mit Blick auf den für einen Klassenneuling hervorragenden siebten Platz.

Salihovic ergänzt indes sogleich. "Es hätte aber auch mehr rauskommen können."

Das Selbstvertrauen ist inzwischen wieder da, die Pause dennoch hochwillkommen.

Wir-Gefühl muss ruhen

Und die Sehnsucht nach individuellem Abstand ungemein groß.

Das sonst kollektive Wir-Gefühl, das die Mannschaft in der Winterpause noch dazu trieb, gemeinsam nach New York zu jetten, muss dabei ruhen.

"Ich habe noch nicht gebucht", sagt Salihovic. "Aber mich zieht's nach Sardinien."

Hopp greift tief in die Tasche

Allein reflektieren und regenerieren, am besten in der Sonne. Um ab August mit den Schwergewichten der Liga dauerhaft mithalten zu können. Dazu wird auch Mäzen Hopp erneut einen beträchtlichen Beitrag leisten.

Der "Sport Bild" gegenüber distanzierte er sich von seiner Äußerung, zehn Millionen Euro aus seiner Schatulle müssten zur Verstärkung des Kaders reichen. Nun klingt das anders: "Es gibt keine festgelegte Obergrenze."

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