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Vieltelefonierer: KSC-Manager Dohmen wird gewiss auch am Samstag das Handy zücken © imago

Durch die Relegation bekommt der Auf- und Abstiegskampf eine ganz neue Dynamik. Einige Teams klammern sich an diesen Strohhalm.

München - Maik Franz schreibt SMS, Steffen Heidrich greift zum Hörer und dem Telefonnetz rund um Hannover droht die volle Auslastung:

Vor dem letzten Spieltag der Bundesliga sowie der Zweiten Liga am Wochenende kämpfen zwar noch sechs Teams um die letzten freien Plätze in der Eliteklasse für die Saison 2009/2010, doch die heimlichen Gewinner des Rennens um die Erstklassigkeit sind die Telekommunikations-Unternehmen.

Vor den entscheidenden Spielen glühen nämlich die Drähte zwischen den beteiligten Klubs.

Franz appelliert an Eggimann

"Unser Ex-Kapitän Mario Eggimann wird noch ein paar Anrufe und SMS aus Karlsruhe bekommen. Er soll dafür sorgen, dass sich Hannover fair aus der Saison verabschiedet und die Partie in Bielefeld nicht herschenkt. Auch von Bayer Leverkusen erwarte ich vollen Einsatz in Cottbus", meinte Kapitän Franz vom Schlusslicht Karlsruher SC vor der Entscheidung im Kampf um die Bundesliga-Zugehörigkeit.

Durch die Wiedereinführung der Relegation zwischen dem Drittletzten der Bundesliga und dem Dritten der Zweiten Liga ist zusätzliche Spannung garantiert.

KSC hat schlechteste Karten

Die Appelle von Franz, der mit seiner Mannschaft gegen Hertha BSC Berlin antreten muss, kommen nicht von ungefähr.

Der KSC muss mit der schlechtesten Ausgangslage vorliebnehmen.

Während die Ligarivalen Borussia Mönchengladbach, Arminia Bielefeld und Energie Cottbus sowie die Zweitligisten FSV Mainz 05 und 1. FC Nürnberg noch die direkte Qualifikation für die Eliteklasse schaffen können, ist die Relegation für die Badener das höchste der Gefühle.

"Die Aufgabe ist lösbar"

Wie der KSC hat auch Bielefeld den Relegationsplatz im Visier.

Dieses Ziel wollen die Ostwestfalen, die auch noch den direkten Klassenerhalt schaffen können, mit dem "Feuerwehrmann der Nation" erreichen.

Coach Jörg Berger soll den Klub vor dem Abstieg bewahren.

"Das ist eine einzigartige Konstellation. Am letzten Spieltag bin ich auch noch nie als Retter geholt worden. Die Aufgabe ist lösbar", sagte der 64-Jährige, der als Nachfolger des entlassenen Michael Frontzeck verpflichtet wurde und der bei Bedarf noch in den möglichen Relegationsspielen an der Seitenlinie stehen wird.

Cottbus gibt Hoffnung nicht auf

Während Bielefeld angesichts von drei Punkten und vier Toren Rückstand auf die momentan geretteten Gladbacher, die gegen Borussia Dortmund anreteten müssen, sogar noch auf die direkte Rettung hoffen können, sieht es bei Cottbus anders aus.

Die Lausitzer haben bei drei Zählern und sieben Toren Rückstand auf Gladbach realistisch betrachtet nur noch Chancen auf die Relegation.

Dabei wollen die Cottbuser wie die Karlsruher das Telefonnetz rund um Hannover beanspruchen.

"Ich werde mich bei Dieter Hecking bestimmt noch melden und ihn daran erinnern, wie wichtig ein Sieg von Hannover gegen Bielefeld für uns ist", sagte Energie-Manager Heidrich, der vor 15 Jahren zusammen mit Hannovers Trainer für den VfB Leipzig spielte.

Ärger um Prasnikar beigelegt

Mit einem Kurz-Trainingslager in Bad Saarow will sich der Kader in Ruhe auf die wichtige Aufgabe vorbereiten.

"Wir wollen die Köpfe freikriegen", sagt Heidrich. Auch der Ärger um Aussagen von Trainer Bojan Prasnikar, der die Fitness einiger Spieler kritisiert hatte, ist abgehakt.

"Da ist einiges missverstanden worden. Wir haben uns aber gegen Unterstellungen zur Wehr gesetzt", äußerte Heidrich.

Remis genügt Mainz

Ganz ohne Anrufe kommen dagegen die Mainzer aus.

Schließlich brauchen die Rheinhessen gegen Rot-Weiß Oberhausen nur einen Zähler, um Zweitliga-Meister SC Freiburg in die Bundesliga zu folgen.

Dagegen müssen die drei Punkte hinter Mainz liegenden Nürnberger auf einen Ausrutscher des FSV hoffen, um mit einem Sieg gegen 1860 München den Relegationsrang gegen die direkte Bundesliga-Qualifikation eintauschen zu können.

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