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"In jedem Kader gibt es fünf richtig blöde Spieler. Von denen würde einer auf jeden Fall unter der Brücke landen, wenn er nicht Fußball spielen würde"
Trainer Hans Meyer kann mit den Fohlen einen Nichtabstiegs-Punkterekord aufstellen © getty

Die sprichwörtliche "40-Punkte-Regel" im Abstiegskampf ist offenbar nicht mehr zeitgemäß. Die Fohlen stehen vor einem Rekord.

München - Es ist so eine Sprachschablone, wenn Trainer, Manager und Vorstände in der Bundesliga vor Saisonbeginn fordern: "40 Punkte, um nicht abzusteigen."

Das Ziel ist aller Ehren wert, doch geht diese Forderung an den tatsächlichen Gegebenheiten vorbei.

In dieser Saison würden Mönchengladbach 31 Punkte reichen, um nicht abzusteigen, vielleicht sogar 30.

Das wäre dann allerdings ein Rekord, seit in der Saison 1995/96 die Drei-Punkte-Wertung eingeführt wurde.

40 Punkte, das war einmal

31 Zähler hätten 2002 auch dem 1. FC Nürnberg gereicht, um die Klasse zu erhalten; der Club holte 34. (Simsen und Telefonieren für die Erstklassigkeit)

Vielleicht ist der ominöse Spruch mit den 40 Punkten in den Spielzeiten 1997/98 und 1998/99 entstanden. Damals blieben Mönchengladbach (38) und ein Jahr später Eintracht Frankfurt (37) drin, und Karlsruhe sowie der 1. FC Nürnberg stiegen mit derselben Punktzahl, aber wegen der schlechteren Tordifferenz ab.

40 Punkte als Viertletzter haben erst zwei Mannschaften in all den Jahren erreicht; Hansa Rostock 1996/97 und Bayer Leverkusen in der Saison 2002/03. Da hätten allerdings 34 beziehungsweise 37 Punkte zum Klassenerhalt gereicht.

Rasante Entwicklung des VfL

Interessant beim Blick in die Statistik: Der momentante Tabellenführer VfL Wolfsburg wurde 2005/06, also vor erst drei Jahren, mit 34 Punkten Viertletzter, und die brauchte er auch, um nicht abzusteigen. Auch 2006/07 war er noch 15., damals mit 37 Punkten (35 waren zum Nichtabstieg nötig). Und jetzt schickt er sich an, Meister zu werden. Welch eine Karriere!

Bielefeld hatte im letzten Jahr 34 Punkte; 32 hätten gereicht. 34 in diesem Jahr auf alle Fälle. So aber...

In den bisherigen 13 Jahren der Drei-Punkte-Wertung hätten oder haben dreimal 37 und 36 Punkte zum Nicht-Abstieg gereicht, zweimal 34, je einmal 38, 35, 33, 32, 31. Die Trainer dürfen das Minimalziel also getrost nach unten korrigieren.

Größter Vorsprung für FCB

Was das Titelrennen betrifft, gebührt der Rekord natürlich Bayern München. Der wurde 1999 mit 78 Punkten deutscher Meister, 15 Punkte vor Vize Leverkusen.

Der Rekordmeister war aber auch der "schlechteste" deutsche Meister. 2001 reichte es nur zu 63 Zählern - ein Pünktlein, auch vor Vier-Minuten-Meister Schalke. Wer erinnert sich nicht?

63 allerdings reichen in diesem Jahr nicht. Wolfsburg hat schon 66. Und die Bayern können nur auf 67 kommen.

Selbst Dortmund (1996) und Kaiserslautern (1998) hatten 68 Punkte bei ihren Titelgewinnen. Aber was besagen schon Statistiken angesichts der Unwägbarkeiten des Fußballs?

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