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Auf Liebkosungen von Mark van Bommel (r.) muss Lukas Podolski künftig verzichten © imago

Sein Wechsel nach Köln steht fest. Aber vor dem "Endspiel" gegen Stuttgart wird Lukas Podolski wehmütig und schwärmt vom Rekordmeister.

Über den FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Die Umzugskisten sind gepackt.

Sein Haus mit eigenem Bootsanleger am Pilsensee wird verkauft.

Lukas Podolski verlässt den FC Bayern und wechselt zurück zum 1. FC Köln 12095(DIASHOW: Der Aufstieg eines Prinzen).

Beim Saisonfinale 84901(DIASHOW: Krimis im Endspurt) gegen den VfB Stuttgart (Sa., ab 15 Uhr LIVE) bestreitet er sein "Abschiedsspiel".

Mit 69.000 Fans im Rücken will er den Rekordmeister in der Allianz Arena noch in die Champions League oder sogar noch zur Meisterschaft schießen.

Vor einem halben Jahr hätte ihm das niemand mehr zugetraut. Jetzt ist er der Hoffnungsträger.

"Es wird ein schweres Spiel, auf Mario Gomez müssen wir speziell aufpassen. Aber wir haben in den letzten Wochen guten Fußball gezeigt. Deshalb bin ich zuversichtlich", sagt Podolski.

Locker und gelöst

Bei seinem letzten Pressegespräch an der Säbener Straße wirkt der 23-Jährige so wie aktuell auf dem Spielfeld: locker und gelöst.

Seine Leistungssteigerung hängt unmittelbar mit dem Trainerwechsel zusammen (Im Hinterkopf schwirrt der Titeltraum).

Im Januar schmorte Podolski noch als Stürmer Nummer vier auf der Ersatzbank. Ex-Coach Jürgen Klinsmann hielt nichts mehr von dem 62-maligen Nationalspieler.

Wachgeküsster "Prinz"

Dann kam Jupp Heynckes, der den "Prinzen" wieder wachküsste. Der neue Coach verglich ihn mit Ferenc Puskas und weckte mit Lobeshymnen wieder die Lebensgeister im "Straßenfußballer".

"Poldi" ist nach drei letztlich verkorksten Jahren doch noch in München angekommen.

Sein Abschied fällt ihm nun sogar schwer. "Ich bin auf jeden Fall traurig. Ich werde die Leute vermissen - vor allem Franck Ribery. Ich hatte Höhen und Tiefen, drei schöne Jahre hier und habe München ein bisschen liebgewonnen."

Den Entschluss zur Rückkehr nach Köln, bereue er dennoch nicht: "Die Entscheidung steht seit Januar und ich werde sie auch nicht rückgängig machen."

Mama statt Schuhbeck

Gegessen wird künftig nicht mehr bei Bayerns Sternekoch Alfons Schuhbeck. "Ich ess' jetzt wieder bei der Mutter", sagt Podolski voller Vorfreude.

Trotzdem schwingt ein Hauch Wehmut in seiner Stimme mit.

Im "ewigen Tischtennis-Duell" mit Kumpel Bastian Schweinsteiger, das oft zwischen den Trainingseinheiten abläuft, führt er knapp.

Und wenn er seinen Spind räumt, wird er "alles mitnehmen, was ich da noch drin habe oder was der Verein mir mitgibt."

"Bayern der beste Verein"

Denn: "Der FC Bayern ist der beste Verein in Deutschland", sagt er. Köln sei immerhin der zweitbeste.

Die Mannschaft, so verriet Kapitän Mark van Bommel, hat zudem ein Überraschungsgeschenk für Podolski vorbereitet.

"Er kann es hier mit allen gut", urteilt der Niederländer, fügt aber auch an: "Er hat in seinen drei Jahren nicht alles aus sich herausgeholt."

Wie tief der Frust in Podolski steckte, der auch durch die Degradierung durch Klinsmann erzeugt wurde, ist deutlich.

Doch darüber will "Poldi" nicht mehr nachdenken. Als der ehemalige Bayern-Coach am Mittwochabend sein erstes Interview nach der Entlassung gab, habe er nur kurz bei "Stern-TV" reingezappt.

Reaktion auf Kritik

Sein einziger Kommentar: "Schöne Beiträge mit der Giraffe und Ironman Calli und so. Ansonsten: War da irgendwas Besonderes?"

Nun ja: "Er hat unter Felix Magath nicht gespielt, er hat unter Ottmar Hitzfeld nicht gespielt, er hat unter mir nicht gespielt, weil er seinen Konkurrenten nicht das Wasser reichen konnte", hatte Klinsmann ihm entgegen geschmettert (Klinsmann schießt zurück).

Doch Podolski schaut nur nach vorne. Nach dem Spiel gegen Stuttgart steht für ihn die Asienreise mit der Nationalmannschaft an, danach geht es in den Urlaub.

In der neuen Saison wird sich der Vize-Europameister im Schatten des geliebten Kölner Doms wiederfinden.

Rückkehr nicht ausgeschlossen

"Der Verein hat Vorstellungen. Da muss in den nächsten Jahren etwas passieren. Das ist wichtig."

Eine Rückkehr nach München will er aber auch nicht ausschließen: "Man weiß nie."

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