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Im DFB-Pokal unterlag Wolfsburg - hier Simunek gegen Pizarro - Werder mit 2:5 © getty

Vorm Meisterschaftsfinale versucht der VfL noch einmal alle Kräfte zu bündeln. Ablenkung ist für Trainer und Spieler tabu.

Von Mathias Frohnapfel

München/Wolfsburg - Superlative gehören so selbstverständlich zu den Ritualen der Fußball-Unterhaltung wie die Stadionwurst am Spieltag.

Doch wenn vorm Bundesliga-Finale am Samstag Wolfsburgs Ausrichtsrats-Vize Stephan Grühsem von den "wichtigsten 90 Minuten der Wolfsburger Sportgeschichte" spricht, hat er uneingeschränkt Recht.

Zum ersten Mal können die "Wölfe" den Meistertitel holen. Und dass diese Unternehmung noch scheitern könnte, befürchtet kaum einer in der VW-Stadt.

"Eine haarige Partie"

Ein Punkt im Heimspiel gegen Werder Bremen (Sa., 15 Uhr LIVE) genügt.

Dennoch wächst der Chor derjenigen, die dem VfL allzuviel Siegesgewissheit strengstens verbieten. "Leider gibt es einige, die glauben, die Ernte sei schon eingefahren. Das ist fatal", warnt Felix Magath.

"Es wird es eine haarige Partie, in der wir noch ein letztes Mal an die Leistungsgrenze gehen müssen."

Warnung vor Werder

Wolfsburgs Coach, der zur neuen Saison das Trainer- und Manageramt auf Schalke übernimmt, dient Bremens Niederlage im UEFA-Cup-Finale gegen Donezk als Warnung.

"Mir wäre es lieber gewesen, die Bremer als UEFA-Cup-Sieger zu begrüßen. Zufriedene Spieler sind manchmal nicht so leistungsbereit. Unzufriedene sind gefährlicher."

Ebenso argumentiert Mittelfeldmann Christian Gentner, der nicht glaubt, dass die Bremer "hier als zahnlose Tiger auflaufen".

Oberbürgermeister sieht "keine Primadonnen"

Wolfsburgs Oberbürgermeister Rolf Schnellecke vertraut seinen "Wölfen" indes voll.

Das Mitglied im VfL-Aufsichtsrat sagte im Gespräch mit Sport1.de: "Die Mannschaft weiß sehr wohl, dass noch nicht alles errungen ist. Das ist ja gerade ihre Stärke, dass sie nicht aus lauter Primadonnen besteht, sondern dass hier sehr arbeitsam und kontinuierlich vorgegangen wird."

Und außerdem: Für die große Fete steht in Wolfsburg alles bereit (zum Artikel: Sommermärchen II: So will der VfL feiern), die Niedersachsen wollen die tolle Saison zelebrieren, zumal sie auf jeden Fall einen Champions-League-Platz sicher haben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Der Wolfsburger Rathauschef könnte sich sogar vorstellen, dass für einen Tag die Fanrivalität zwischen Braunschweig, Hannover und Wolfsburg ruhen könnten. "Ich lade auch alle aus der näheren und weiteren Region ein, mit dabei zu sein."

Denn: "Man hat es ja nicht so häufig, dass in Niedersachsen ein so großer Erfolg erzielt wird."

Für Magath ist es eine Frage der Ehre

Bis es soweit ist, will Magath aber seinen Spieler immer wieder die Botschaft einbläuen, dass die Saison "erst am Samstag beendet wird".

Für den Trainer ist die Meisterschaft nach seinem Auftritt auf dem Münchner Rathausbalkon (Magath provoziert) ohnehin eine Frage der Ehre. Ganz München würde sich schließlich schlapplachen, sollten es der Ex-Bayern-Trainer und seine Mannen noch vergeigen.

Um vom hektischen Getöse nicht abgelenkt zu werden, rüstet sich der Tabellenführer in einem abgeschiedenen Landhaus zwischen Wolfsburg und Königslutter für das alles entscheidende Match gegen den Nordrivalen aus Bremen.

Dzeko und Grafite wollen Bestmarke

Die Abteilung Attacke scheint das Zeichen zum Losballern kaum noch abwarten zu können.

Mit ihren 51 gemeinsamen Saisontoren fehlen Grafite (26 Treffer) und Edin Dzeko nur noch zwei Tore zur Höchstmarke eines legendären Bundesliga-Gespanns: Gerd Müller und Uli Hoeneß brachten es in den Spielzeiten 1971/72 und 1972/73 gemeinsam jeweils auf 53 Tore 106199(DIASHOW: Die gefährlichsten Torjäger-Duos).

Und Grafite sieht durchaus eine Chance, die Bestmarke zu knacken: "Wir waren zuletzt beide gut drauf. Vielleicht können wir gegen Bremen ja noch mal nachlegen."

Josue bleibt - kommt Heldt?

Zugleich laufen im Hintergrund in Wolfsburg eifrig die Planungen für die Zukunft. Kapitän Josue verlängerte bereits am Mittwoch seinen Vertrag um zwei Jahre bis 2013.

Darüber hinaus buhlt der VfL um die Dienste von VfB-Sportdirektor Horst Heldt.

Er könnte mit dem möglichen neuen Trainer Armin Veh wie zuvor in Stuttgart ein Gespann bilden. "Da hat sich Wolfsburg einen exzellenten Trainer ausgeguckt", sagte Heldt. Schalke soll sich mittlerweile nicht mehr um Heldt bemühen (Schalke will Heldt nicht mehr).

Zukunftsmusik, denn am Samstag wollen die "Wölfe" unbedingt ihren Namen auf der Meisterschale eingraviert sehen. Höchste Konzentration ist garantiert: Die Zwischenstände der anderen Partien sollen in der Volkswagen-Arena nicht durchgesagt werden.

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