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Wolfgang Rolff (l.) ist seit Juli 2004 Co-Trainer von Thomas Schaaf bei Werder © getty

Werders Co-Trainer Wolfgang Rolff spricht nach der Niederlage im UEFA-Cup-Finale über die anstehende Aufgabe bei den "Wölfen".

Von Martin Volkmar

Wolfsburg/München - Die Bundesliga schaut gespannt nach Wolfsburg.

Nicht nur wegen der Frage, ob der Tabellenführer aus der VW-Stadt dem Druck gewachsen sein und den noch fehlenden Punkt zur ersten Meisterschaft holen wird.

Sondern auch wegen des Gegners.

Denn viele fürchten, dass Werder Bremen (Sa., 15 Uhr LIVE) nach der frustrierenden Finalniederlage im UEFA-Cup gegen Schachtjor Donezk und vor dem DFB-Pokalendspiel gegen Leverkusen nicht alles abrufen kann oder wird.

"Das dürfen wir auf keinen Fall abschenken"

"Ganz Deutschland schaut auf uns. Das Spiel in Wolfsburg dürfen wir auf keinen Fall abschenken", sagt Werder-Keeper Tim Wiese daher.

Doch sein Boss warnt auch vor überzogenen Erwartungen der Konkurrenten um die Meisterschaft.

"Die Wolfsburger haben am Mittwoch vor dem Fernseher gesessen und die Beine hochgelegt und als Verlängerung war, haben sie sich die Hände gerieben", meint Sportdirektor Klaus Allofs.

Allofs: "Kein Ausflug"

"Wir müssen sehen, wie wir das alles verkraften. Wir sind Außenseiter. Aber ich verspreche, wir werden keinen Ausflug nach Wolfsburg machen."

Sport1.de sprach mit Werders Co-Trainer, dem Ex-Nationalspieler Wolfgang Rolff, über die Folgen der Niederlage gegen Donezk, die Konsequenzen für Wolfsburg und die Zukunft des Trainerteams.

Sport1.de: Nach der bitteren Niederlage im UEFA-Cup-Finale muss Werder sofort wieder den Blick auf die nächsten Aufgaben richten. Wie schafft man das?

Wolfgang Rolff: Das Leben geht ja weiter, auch wenn man ein Finale verliert. Jetzt steht das letzte Meisterschaftsspiel an und dann haben wir das Pokalendspiel in Berlin vor uns. Deshalb können wir jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken und sagen, alles war schlecht. Wir haben gegen Donezk nicht verstanden, nach dem 1:1 nachzulegen und dann muss man die Niederlage letztlich akzeptieren.

Sport1.de: Tim Wiese hat gesagt, dass Team hätte mehr machen müssen. Stimmen Sie dem zu?

Rolff: Nein. Wir hatten eine taktische Marschrichtung, die hat die Mannschaft befolgt. Und wir sind ja auch noch mal zurückgekommen. Aber Donezk hat auch eine starke Mannschaft. Nur weil sie nicht die großen Namen haben, werden sie von den Experten immer belächelt. Aber gegen so ein Team kann man in einem Finale auch mal in der Verlängerung verlieren.

Sport1.de: Wie schwierig ist es, den Kopf jetzt wieder frei zu bekommen?

Rolff: Wir werden versuchen, die Spieler in Gesprächen wieder aufzubauen. Aber wir haben ja gar nicht viel Zeit zum Überlegen. Freitag gehen wir schon ins Trainingslager nach Wolfsburg, Samstag ist das Finale der Meisterschaft und dann haben wir eine knappe Woche bis zum Pokalendspiel. Bis dahin müssen wir uns körperlich und geistig gut erholen, um frisch nach Berlin zu fahren und dort zu gewinnen.

Sport1.de: Besteht die Gefahr, dass Werder in Wolfsburg nicht seine Topform abrufen wird?

Rolff: Man kann auch mal in Wolfsburg verlieren, das ist dieser Saison ja schon ganz anderen Mannschaften passiert. Deshalb sind die Vorwürfe aber unberechtigt, wir würden nicht alles geben. Man muss aber sehen, welche Spieler einsatzbereit sind.

Sport1.de: Werden einige Stammspieler geschont werden?

Rolff: Nach 120 Minuten Europacup-Finale kann es schon sein, dass der ein oder andere nicht spielt. Das ist völlig normal. Bei Bayern München heißt das Rotation, uns macht man dagegen irgendwelche Vorwürfe.

Sport1.de: Diego wird den Verein verlassen, bei anderen ist die Zukunft unklar. Steht Werder vor einem Umbruch?

Rolff: Das muss man sehen, wenn die Saison zu Ende ist und eine abschließende Bestandaufnahme gemacht wird. Dann wissen wir definitiv, wer geht und wo wir Ersatz benötigen.

Sport1.de: Gehen Sie davon aus, dass Sie weiter mit Thomas Schaaf in Bremen arbeiten?

Rolff: Ich habe noch ein Jahr Vertrag und ich werde auf alle Fälle in Bremen bleiben, wenn nicht ein anderes Angebot für mich kommen würde. Aber danach sieht es nicht aus.

Sport1.de: Und Thomas Schaaf?

Rolff: Jeder hat seinen eigenen Vertrag und im Augenblick gehe ich davon aus, dass wir als Trainerteam weiter bei Werder arbeiten werden.

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