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Die Dortmunder Spieler feiern mit Torschütze Neven Subotic (zweiter v.r.) das 1:0 © getty

Beim 1:0-Sieg der Dortmunder in der Lausitz überzeugt vor allem die junge Abwehr. Jürgen Klopp outet sich als Cottbus-Fan.

Cottbus - Jung, erfolgreich und selbstbewusst: Die vor wenigen Wochen noch als "Kinder-Riegel" verspottete blutjunge Abwehr von Borussia Dortmund hat sich inzwischen zum "Power-Riegel" gemausert.

Mit im Schnitt 20,5 Jahren ist die schwarzgelbe Abwehrkette nicht nur die jüngste der Liga, sondern auch Garant für den besten Saisonstart des BVB seit fünf Jahren.

"Wir haben das Glück, dass die Spieler hochtalentiert sind und wir ihnen nicht erst das Fußballspielen beibringen mussten. Die jungen Burschen haben das in der Abwehr hervorragend gelöst", sagte Trainer Jürgen Klopp nach dem vor allem in der Defensive überzeugenden 1:0 (1:0) bei Energie Cottbus.

Gemeint war sein Quartett Antonio Rukavina (24), Neven Subotic (19), Mats Hummels (19) und Marcel Schmelzer (20).

Ergebnis verwaltet

Einziger Kritikpunkt beim Spiel in der Lausitz war, dass Dortmund nach rund einer Stunde, wie schon gegen Leverkusen und die Bayern, meist nur noch das Ergebnis verwaltete.

"Wir haben uns zu wenige Chancen herausgespielt und es wurde am Ende noch mal eng", sagte Klopp. Trotzdem steht seine Mannschaft sehr gut da.

Die neue Festung

Nicht zuletzt dank der neuen Abwehr hat der BVB nach drei Spieltagen bereits sieben Zählern auf dem Konto - genauso viele wie Spitzenreiter und Erzrivale Schalke 04.

Doch verteidigen allein reicht der Nachfolge-Generation von Christian Wörns und Co. nicht mehr aus.

So erzielte Neuzugang Subotic gegen Cottbus bei einem seiner vielen Vorstöße aus kurzer Distanz den Siegtreffer (45.) - bereits sein zweites Saisontor.

Geschickte Abwehr

"Ich habe mal recherchiert: Es ist vielen Zweitligaverteidigern nicht gelungen, auch in der Bundesliga Tore zu machen. Zu diesen Spielern wollte ich nicht gehören", erklärte Subotic, den Klopp für 3,5 Millionen Euro aus Mainz mitgebracht hat.

In der Innenverteidigung organisierte der gebürtige Serbe, der in den USA aufgewachsen ist und vor zwei Jahren nach Deutschland kam, gemeinsam mit Partner Hummels geschickt die Abwehr.

Das Duo agierte so, als spiele es seit Jahren zusammen. "Jürgen Klopp bringt uns Freude und motiviert uns. Außerdem verstehen wir uns auch außerhalb des Platzes sehr gut", erklärte Subotic das Erfolgsrezept.

Die richtige Entscheidung

Sein Tor hat ihm zudem gezeigt, dass sein Wechsel kein Fehler war: " Bisher kann ich nur sagen, dass ich mit meinem Wechsel die richtige Entscheidung getroffen habe. Das ich beim Sieg durch ein Tor helfen konnte ist super für mich", sagte Subotic.

Hummels etwas neidisch

Partner Hummels blickte ein wenig neidisch auf die Torausbeute seines Teamkollegen: "Es steht jetzt 2:0 für ihn. Da muss ich nachziehen."

Die nächste Gelegenheit dafür hat der ehemalige Bayern-Spieler in zwei Wochen im Derby gegen Schalke 04.

"Die Fans haben bereits geschrien: Wir wollen den Derby-Sieg. Diesen Wunsch wollen wir ihnen erfüllen", sagte Hummels.

Das Spiel des Jahres

Aufgrund des anstehenden Derbys hat Klopp auch keine Angst, seine Jungstars könnten nach dem guten Saisonstart den Boden unter den Füßen verlieren.

"Ich muss gar nicht groß auf die Euphoriebremse treten, denn in den nächsten Tagen interessiert sich in Dortmund kein Mensch für die beiden. Da schaut alles auf das Schalke-Spiel", meinte der 41-Jährige, der den enttäuschenden Cottbusern "das Beste" wünschte sich überraschend als Anhänger der Lausitzer outete.

"Ich bin ein großer Fan der Art und Weise, wie sie Fußball spielen. Aber wie sie letzte Saison den Abstieg verhindert haben, das war Weltklasse."

"Müssen Gas geben"

Energie-Trainer Bojan Prasnikar nahm das Kompliment zwar dankend an, kaufen kann er sich dafür jedoch nichts. Nach der sechsten Heimniederlage im sechsten Spiel gegen Dortmund stecken die Lausitzer mit nur einem Punkt bereits nach drei Spieltagen auf einem Abstiegsplatz.

Zudem macht die harmlose Offensive, die noch kein Saisontor erzielt hat, kaum Hoffnung auf Besserung.

"Ich bin nicht zufrieden. In der ersten Halbzeit waren wir ängstlich. In der zweiten Halbzeit war es besser, aber wir waren vorne zu ungefährlich", sagte Prasnikar und forderte: Wir müssen die nächsten zwei Wochen Gas geben und wollen in Bremen etwas holen."

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