vergrößernverkleinern
Für Podolski, van Buyten und Toni (v.l.n.r) geht es um Meisterschaft und CL-Qualifiaktion © getty

Mit "Elan und Phantasie" wollen die Bayern laut Trainer Jupp Heynckes Stuttgart bezwingen, um das Minimalziel zu erreichen.

Über den FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Auf die Provokation mag Jupp Heynckes gar nicht reagieren.

Dazu dass Wolfsburgs Trainer Felix Magath auf dem Münchner Rathaus-Balkon in froher Zuversicht auf den Meistertitel bereits ein Interview gab, sagte Heynckes gegenüber Sport1.de nur:

"Das nehme ich unaufgeregt entgegen. Wenn er Meister wird, darf er machen, was er will."

Der Bayern-Trainer breitete vorm Bundesliga-Finale gegen den VfB Stuttgart (Sa., ab 15 Uhr LIVE) lieber aus, wie sein Team die Schwaben in die Knie zwingen will.

"Wir müssen versuchen unsere Stärken durchzubringen, die Initiative ergreifen", erklärte der 64-Jährige am Freitagnachmittag.

Mit "Elan, Phantasie und läuferischem Einsatz" wie jeweils gegen Leverkusen und Cottbus in Halbzeit zwei könne der Rekordmeister seine Aufgabe lösen.

Die Saisonziele stehen auf dem Spiel

Für die Bayern geht es um nicht weniger als um einen halbwegs versöhnlichen Saisonabschluss mit einem Startplatz in der Champions League. Um das zu sichern, müssen die Roten in der Allianz Arena siegen, bei einer Niederlage und einem Dreier von Hertha gegen den KSC droht hingegen sogar die Pein der Europa League.

Dass die Stuttgarter einen Lauf haben, "eine gut organisierte Mannschaft", die "gepflegten Fußball" spielt, hat der FCB-Coach freilich registriert.

Von der Meisterschaft, die bei einer Wolfsburger Pleite gegen Werder lockt, will der 64-Jährige nichts hören (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Hoffnung auf Altintop und Ze Roberto

Um Stürmer Mario Gomez und seine tatendurstigen Schwaben zu bremsen, hoffen die Bayern auch auf die kurzfristige Genesung von Ze Roberto und Hamit Altintop.

Der türkische Nationalspieler könnte zumindest den Roten unversehens das Glück zurückgebracht haben, wie Heynckes mit einem Schmunzeln erzählte.

Beinahe-Kollision mit Wildschwein

"Hamit hatte beinahe eine Kollision mit einem Wildschwein", verkündete Heynckes am Freitagnachmittag. Beim Joggen im Perlacher Forst sprang dem Bayern-Mittelfeldmann und Physiotherapeut Fredi Binder plötzlich das verschreckte Tier über den Waldweg.

Es gab jedoch keinen Unfall, Altintop hatte buchstäblich Schwein gehabt. Ein Glücksbringer für das Meisterrennen?

Heynckes hält von Träumereien nichts. Realistisch gesehen werde Wolfsburg die Schale holen, meinte er, allerdings: "Man kann nichts vorhersagen, das ist das Schöne im Fußball."

Nicht "Nein" zur Meisterschaft sagen

Philipp Lahm sieht das genauso. "Wenn wir Meister werden sollten, werden wir gewiss nicht Nein sagen", erklärte er gegenüber Sport1.de.

Jedoch wiederholte der Bayern-Verteidiger wie sein Chef unermüdlich, dass zuallererst nun mal die eigene Aufgabe gegen Stuttgart käme. Und die bezeichnete Lahm als "kleines Finale" 84901(DIASHOW: Krimis im Endspurt).

Ob er die Bayern verlassen wird, falls man im bittersten Fall in die Europa League fällt, wollte der Nationalspieler nicht beantworten. Jetzt zähle nur der Moment und die Partie am Samstag.

Lahm hofft auf Werder

Außerdem hofft Lahm im Meisterendspurt insgeheim auf Schützenhilfe von Werder.

"Mit zwei Niederlagen ins Pokalfinale zu gehen, wäre nicht gut für sie." Sein Chef urteilt ähnlich. Die Bremer würden das Spiel gegen den Nordrivalen auf keinen Fall vorher abschenken.

"Wenn ein Pokalendspiel ansteht", argumentiert Heynckes, "weiß ich, dass meine Mannschaft schon vorher anziehen muss, dass weiß auch Thomas Schaaf".

Heynckes macht entspannten Eindruck

Im Bayern-Dress und in kurzen Ärmeln präsentierte sich Heynckes den Reportern. Von Nervosität vorm Spiel, das über Wohl und Wehe der Saison entscheidet, war kaum etwas zu spüren.

Heynckes nannte sich einen "optimistischen Menschen" und verwies auf die gute Arbeit in den vergangenen vier Wochen. Außerdem habe die Mannschaft schon etwas von seinem Stil aufgenommen.

Es war das letzte Pressegespräch des Interimtrainers vor einer Bundesliga-Partie. Ein wenig Wehmut kam kurz auf, als er FCB-Pressechef Markus Hörwick die Hand auf die Schulter schlug und die gute Aufnahme in München lobte.

Vier Abschiede am Samstag

Dann wagte der Münchner Trainer doch noch einen Blick auf die begehrteste Salatschüssel Deutschlands und sagte trocken: "Wie viel Prozent hätte ich daran nach vier Wochen? Zehn Prozent?"

Nicht nur Heynckes soll am Samstag in der Allianz Arena verabschiedet werden, auch Willy Sagnol und Lukas Podolski verlassen den Verein. Der Italiener Massimo Oddo kehrt zum AC Mailand zurück.

Doch für alle gilt laut Heynckes das Gleiche: Es macht einen gewaltigen "Unterschied, ob man Champions League spielt oder UEFA-Cup".

L'OREAL PARiS men expert und Sport1 suchen das Dream Team der Bundesliga-Saison 08/09! Jetzt hier wählen und gewinnen!

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel