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Zvjezdan Misimovic (l.) brachte den VfL mit dem 1:0 auf die Siegerstraße © getty

Wolfsburg zeigt keine Nerven und sichert sich mit einem Kantersieg gegen Bremen zum ersten Mal die Meisterschaft.

Wolfsburg - Der VfL Wolfsburg hat zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte die Deutsche Meisterschaft gewonnen.

Die Niedersachsen ließen am 34. und letzten Spieltag nichts mehr anbrennen, fuhren mit einem 5:1 (3:1)-Erfolg im Nordderby gegen Werder Bremen im 17. Heimspiel den 16. Sieg ein und und krönten damit ihre außerordentlich erfolgreiche Saison.

Autokorso in die Stadt

Mannschaftskapitän Josue präsentierte den 30.000 Zuschauern in der seit Monaten ausverkauften VfL-Arena glückstrahlend die Meisterschale.

"Ich wusste, dass wir gut sind. Wir haben die ganze Saison starke Leistungen gebracht und ich denke, dass wir verdient Meister geworden sind", sagte der scheidende Trainer Felix Magath: "Der Abschied fällt schwer, ist doch klar."

Im Lauf des Abends sich die Mannschaft in einem Autokorso auf dem Weg ins Wolfsburger Rathaus, um dort mit den Fans weiter zu feiern.

Schnell alles klar

Auf dem Spielfeld hatten die Platzherren schon in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse gesorgt.

Bereits in der sechsten Minute gelang Zvjezdan Misimovic nach einem Ballverlust von Petri Pasanen die schnelle Wolfsburger Führung.

Grafite in der 15. Minute mit seinem 27. Saisontor sowie ein Eigentor des Österreichers Sebastian Prödl in der 26. Minute erhöhten den Vorsprung der Niedersachsen.

Sturmduo stellt Rekord auf

In seinem wahrscheinlich letzten Bundesliga-Spiel für die Bremer gelang dem Brasilianer Diego in der 31. Minute nur eine Ergebnisverbesserung, ehe Grafite in der 56. Minute per Kopfball den alten Abstand wieder herstellte und alles klar machte.

Dzeko (74.) erzielte das 5:1. Damit ist das Duo Grafite/Dzeko mit insgesamt 54 Toren das erfolgreichste Stürmerpaar der Bundesliga-Geschichte.

Werder wirkt müde

Drei Tage nach dem verlorenen Endspiel im UEFA-Cup in Istanbul gegen Schachtjor Donezk (1:2 nach Verlängerung) waren die Hanseaten für den neuen Titelträger ein dankbarer Gegner.

Die Gäste wirkten müde und hatten besonders vor dem Seitenwechsel große Probleme, dem variablen Tempospiel der Niedersachsen Paroli zu bieten.

Wie schon in Istanbul machte sich beim Team von Coach Thomas Schaaf das Fehlen des verletzten Nationalverteidigers Per Mertesacker (Bänderrriss) unangenehm bemerkbar.

"Gratulation an den VfL. Sie haben eine fantastische Saison gespielt und haben verdient den deutschen Meistertitel geholt", blieb Schaaf nur, den Hut zu ziehen.

"Es war eine beachtenswerte Art, wie sie Meister geworden sind. Bis wir einigermaßen im Spiel drin waren, haben wir hinten schon drei Stück drin gehabt. Das Spiel hat nichts mit dem Pokal-Finale zu tun. Aber 5:1 muss nicht unbedingt sein. Fünf Gegentore wünscht sich keiner."

Fans feiern mit der Welle

Die in Bestbesetzung angetretenen Platzherren agierten spielerisch und taktisch wie aus einem Guss, auch wenn sie in der zweiten Halbzeit verständlicherweise das letzte Risiko scheuten.

Immer wieder rollte die Welle durch die Arena, und die Anhänger der Wolfsburger feierten schon lange vor dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer aus Herne den großen Triumph.

Magath fiebert an der Linie

Die erste Meisterschaft für einen niedersächsischen Klub seit 42 Jahren hatte auch Prominenz nach Wolfsburg gelockt.

Auf der Ehrentribüne verfolgten unter anderem Ministerpräsident Christian Wulff und Bundestrainer Joachim Löw die mit Spannung erwartete Begegnung. "Ganz Niedersachsen freut sich, die Mannschaft hat es verdient", meinte Wulff nach dem Abpfiff. "Das werden auch die Bayern und Stuttgart anerkennen."

Nachdem der VfL zu Beginn der zweiten Halbzeit des Spiels ein bisschen schleifen ließ, sprang Magath erregt von der Trainerbank auf, delegierte seine Mannen nach vorne und nahm erst wieder Platz, als Grafite der vierte Treffer gelungen war.

Misslungene Generalprobe für Werder

Für die Bremer war die Niederlage in Wolfsburg eine misslungene Generalprobe für das Endspiel um den DFB-Pokal am Pfingstsamstag im Berliner Olympiastadion gegen Bayer Leverkusen.

Der zweifache Torschütze Grafite sowie Misimovic waren die stärksten Akteure bei den Wolfsburgern, die noch im Pokal gegen denselben Gegner vor eigenem Publikum eine 2:5-Schlappe hatten hinnehmen müssen.

Bei Werder verdienten sich Diego und Wiese eine gute Note.

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