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Kritischer Jubel: Mladen Kristajic, Heiko Westermann und Halil Altintop (v. l. n. r.) © getty

Auf dem Papier gab Schalke die bestmögliche Antwort nach der Pleite in Madrid. Doch die "Knappen" offenbarten auch Schwächen.

Von Julian Ignatowitsch

München - Im Vorfeld wurde viel spekuliert, inwieweit die bittere 0:4-Pleite bei Atletico Madrid und das damit verbundene Verpassen der Champions League den FC Schalke 04 in der Bundesliga beeinträchtigen würde.

Die Fakten nach den Samstagsspielen des 3. Spieltags geben eine klare Antwort: 1:0-Sieg gegen Bochum und damit verbunden die Tabellenführung für Schalke.

Auf dem Papier die bestmögliche Reaktion.

"Körperlich und mental topfit"

"Wir sind sowohl körperlich als auch mental topfit", betonte S04-Coach Rutten: "Die zusätzliche Belastung und die Niederlage vom Mittwoch hat die Mannschaft gut weggesteckt."

Tatsächlich war bei den "Knappen" keine Müdigkeit oder Enttäuschung zu erkennen.

Schalke kontrollierte die Partie über 90 Minuten und siegte verdient.

Altbekannte Schalker Schwächen

Doch Rutten gab sich auch selbstkritisch: "Das war kein super Spiel".

Sein Team offenbarte auch wieder altbekannte Schwächen, gerade in der Offensive.

Gefährlich wurde es meist nur nach Standardsituationen, den Stürmern fehlte es an Durchsetzungskraft und Torgefährlichkeit.

Kuranyi vergibt Großchancen

Bezeichnend, dass der entscheidenden Treffer, wie schon in Bremen, durch einen Kopfball von Allrounder Heiko Westermann fiel, der diesmal im Mittelfeld auflief.

Die Flügelstürmer Gerald Asamoah und Ivan Rakitic liefen sich zumeist fest, Kevin Kuranyi vergab drei Großchancen und verfehlte kurz vor Schluss aus einem Meter das leere Tor.

Auch die eingewechselten Vicente Sanchez und Halil Altintop konnten keinen echten Höhepunkt setzen.

Nur eine Pflichtspiel-Niederlage

"Es ist doch vollkommen egal, wer die Tore macht. Hauptsache, wir gewinnen", gab sich Westermann dennoch zufrieden: "Nach dem Madrid-Spiel haben alle gedacht, dass wir stolpern, aber wir haben heute Charakter gezeigt".

Denn auch wenn Schalke spielerisch (noch) nicht glänzt. Die Niederlage in Madrid war bislang die einzige in sechs Pflichtspielen - bei vier Siegen.

Zudem fehlen den Königsblauen seit dem Bundesligastart die hochgelobten Stareinkäufe Jefferson Farfan und Orlando Engelaar verletzungsbedingt.

Aussichten in Gelsenkirchen positiv

Beide sind auf dem Weg der Besserung, hoffen auf einen Einsatz in zwei Wochen gegen Dortmund und werden dem Team einen weiteren Qualitätsschub verleihen.

Die Aussichten in Gelsenkirchen sind also wieder positiv.

"Wir wollen in der Liga ganz oben angreifen", stellte Jermaine Jones selbstbewusst klar.

Enttäuschung beim VfL

Enttäuschung machte sich dagegen nach der Partie beim VfL Bochum breit.

"Vor der Saison wurde vom besten VfL-Kader aller Zeiten gesprochen, dem müssen wir langsam auch gerecht werden", mahnte Thomas Zdebel. "Nur ein Punkt aus drei Spielen" sei zu wenig.

Trainer Marcel Koller gab seinem Team trotzdem Rückendeckung. "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat alles gegeben und bis zum Schluss gekämpft", so Koller. Für das nächste Spiel gegen Bielefeld "nehmen wir das Gute mit", betonte er.

Rafinha: Geldstrafe in sechsstelliger Höhe

Bei Schalke sorgt weiterhin der Fall Rafinha für Gesprächsstoff. Der Brasilianer erhielt nach seiner Olympia-Teilnahme eine Geldstrafe in sechsstelliger Höhe.

"Er hat gesagt, dass der brasilianische Verband dafür aufkommen wird", berichtete Manager Andreas Müller: "Die können sich ja jetzt mal unterhalten."

Vom brasilianischen Verband CBF fordert Schalke Schadenersatz, das Verfahren vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS soll Mitte September beginnen.

Dann startet für Schalke auch der UEFA Cup - mit dem Spiel bei Apoel Nikosia.

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