vergrößernverkleinern
Gewonnen und doch am Boden: Stefano Celozzi trauert © imago

Karlsruhe muss trotz des 4:0-Erfolgs gegen Hertha BSC den Gang in die Zweite Liga antreten. Berlin muss Abgänge verkraften.

Karlsruhe - Berlin ohne Champions League und ohne Stars, Karlsruhe ohne Bundesliga und ohne Geld:

Nach dem letzten Spieltag herrschte in den Lagern des Karlsruher SC und von Hertha BSC Berlin der große Frust.

Der chronisch klamme KSC musste trotz des 4:0 (2:0)-Sieges nach zwei Jahren Erstliga-Zugehörigkeit zum sechsten Mal den Gang in die Zweite Liga antreten. (zum Spielbericht)

Die Hertha hatte neben der verpassten Qualifikation für die Königsklasse den Abschied der Topstürmer Andrej Voronin und Marko Pantelic zu verkraften.

Hoeneß: "Müssen kleinere Brötchen backen"

"Das ist eine bittere Enttäuschung. Wir haben uns an zwei Spieltagen um den Lohn der Arbeit gebracht. Das bedeutet, dass wir in der der kommenden Saison kleinere Brötchen backen müssen", sagte Hertha-Manager Dieter Hoeneß.

Vor allem die Abwehrleistung beim Absteiger aus Karlsruhe dürfte Hoeneß und Trainer Lucien Favre Kopfzerbrechen bereiten.

Allerdings hatte Favre daran durchaus seinen Anteil, weil er Kapitän Arne Friedrich auf der Bank beließ und die deshalb aus Josip Simunic und Steve von Bergen bestehende Innenverteidigung sich einige schwere Patzer erlaubte.

Noch vor einer Woche hatte sein Klub von der Meisterschaft geträumt und muss nun im UEFA-Cup-Nachfolger Europa League antreten. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Pantelic und Voronin gehen

Die ersten Auswirkungen dieses Absturzes bekam die beim KSC auf der ganzen Linie enttäuschende Hertha schon direkt nach dem Schlusspfiff zu spüren. Pantelic und Voronin erklärten ihren Abschied aus der Haupstadt.

"Das war mein letztes Spiel im Trikot der Hertha", meinte Pantelic, und der vom FC Liverpool ausgeliehene Voronin wünschte dem Verein bereits "alles Gute" für die kommende Saison.

Etat wird gesenkt

Diese Wünsche haben die Berliner auch bitter nötig.

Der Hertha, die im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rekordumsatz von 82,7 Millionen Euro verbucht hatte, gingen durch die verpasste Teilnahme an der Champions League 15 bis 20 Millionen Euro durch die Lappen. Deshalb soll der Personaletat von 33,6 auf 28 Millionen Euro gesenkt werden.

Diese Zahlen drückten die Stimmung bei den Berlinern, die nach dem Spiel per Charter-Jet direkt zurück nach Berlin flogen, um in einer Edel-Diskothek am Kurfürstendamm zu feiern. Die Party vor der Mitgliederversammlung am Sonntag wird wohl nicht so ausgelassen verlaufen wie erhofft.

"Der Sieg ist nur ein schwacher Trost"

Von Partylaune war natürlich auch beim KSC trotz des höchsten Saisonsiegs vor 30.600 Zuschauern nichts zu spüren. Die Treffer von Sebastian Freis (33.), Kapitän Maik Franz (40.) und Joshua Kennedy (62./72.) nutzten nichts mehr.

Der Sieg von Energie Cottbus über Bayer Leverkusen (3:0) ließ den Traum von der Relegation platzen.

"Der Sieg ist nur ein schwacher Trost. Es werden nunmal 34 Spieltage zusammengerechnet. Und da hat an vielen Spieltagen die Leistung nicht gestimmt", sagte Trainer Edmund Becker, der trotz des Abstiegs gemeinsam mit Manager Rolf Dohmen den Neuaufbau angehen wird.

Handgreiflichkeiten unter den Fans

Allerdings wird der Etat des Klubs, bei dem zwölf Spieler einen Vertrag für die Zwite Liga besitzen, von 17 auf acht Millionen Euro schrumpfen. "Wir müssen so schnell wie möglich eine gute Mannschaft zusammenstellen. Die Gespräche mit den Spielern beginnen sofort", erklärte Dohmen.

Obwohl der Manager bereits mit den Planungen für die kommende Saison begonnen hat, müssen die Fans zunächst noch den Abstieg verarbeiten. Der Gang in die Zweite Liga hat zu einem Riss innerhalb der Anhängerschaft geführt.

Während die sogenannten "Ultras" die Entlassung des Managers verlangten ("Dohmen raus"), reagierten die anderen Fans darauf mit Pfiffen und "Ultras raus"-Rufen. Noch während des Spiels kam es deshalb zu Handgreiflichkeiten im KSC-Block.

L'OREAL PARiS men expert und Sport1 suchen das Dream Team der Bundesliga-Saison 08/09! Jetzt hier wählen und gewinnen!

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel