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Mladen Petric bejubelt den Siegtreffer für den HSV durch Trochowski in der Nachspielzeit © getty

In der Nachspielzeit erlöst Trochowski die Hamburger mit einem Treffer aus Abseitsposition. Die Eintracht verpasst einen Sieg bei Funkels Abschied.

Frankfurt/Main - Als Joker Piotr Trochowski mit seinem Last-Minute-Treffer den GAU vermieden hatten, feierten die Profis des Hamburger SV den Sprung nach Europa wie eine Meisterschaft.

"Es fühlt sich so an, als hätten wir den Titel gewonnen. Es ist unglaublich, das sind Emotionen pur", sagte Dennis Aogo nach dem spektakulären 3:2 (1:0)-Sieg bei Eintracht Frankfurt.

Nach einer Saison voller Höhen und Tiefen brachte der Last-Minute-Sieg dem HSV zumindest noch die Qualifikation für die Europa League (bisher UEFA-Cup).

Auch der Führungscrew der gebeutelten Norddeutschen fielen nach dem einigermaßen versöhnlichen Abschluss gleich mehrere Steine vom Herzen.

Zum sechsten Mal hintereinander international

"Wir sind zum sechsten Mal hintereinander Gast in Europa. Das ist für den Verein sehr wichtig und erleichtert die Gespräche mit Spielern. Ich habe allergrößte Anerkennung für die Mannschaft", lobte HSV-Boss Bernd Hoffmann.

Das "Pfund Europa" erleichtere zudem die Ausgangslage in Gesprächen mit potenziellen Neuzugängen, fügte er an.

Doch während Aogo nach dem "Sieg der Gerechtigkeit" eine Party-Sause versprach, wollte ausgerechnet beim Siegtorschützen keine rechte Feierstimmung aufkommen.

"Das ist nur ein Trostpflaster"

"Das ist nur ein Trostpflaster für uns. Jetzt ist nicht alles auf einmal gut. Gut ist letztlich nur der Sprung auf den fünften Tabellenplatz. Vieles war enttäuschend, wir müssen cleverer werden", äußerte Trochowski mit Blick auf die drei verspielten Titelchancen binnen der vergangenen Wochen.

Beim allerdings aus Abseitsposition erzielten Siegtreffer des Nationalspielers in der ersten Minute der Nachspielzeit war dann auch eine große Portion Trotz dabei.

HSV-Trainer Martin Jol hatte Trochowski bis zur 69. Minute auf der Bank schmoren lassen.

Trochowski feiert mit Salto

"Nach der Einwechslung habe ich dann einfach mein Gehirn ausgeschaltet", sagte der Offensivspieler über seinen fullminanten Schuss aus 15 Metern und seinen anschließenden Salto.

Doch was davor passierte, war ein Spielgebild der wechselvollen Spielzeit. Die 2:0-Führung durch David Jarolim (22.) und dem zu Bayern München abwandernden Ivica Olic (58.) gab das Jol-Team völlig unnötig innerhalb von drei Minuten aus der Hand.

Nach dem Anschlusstreffer durch Alexander Meier (61.) und den Ausgleichstreffer durch den überraschend von Beginn an spielenden Caio (64.) schien sogar der fünfte Tabellenplatz und das damit verbundende Trostpflaster Europa League futsch.

Beiersdorfer mit positivem Fazit

"Aber ich habe gebetet und eigentlich immer daran geglaubt, dass es doch noch klappt. Das haben wir uns einfach über die Saison verdient, der Fußball ist doch gerecht", meinte Aogo nach dem 53. Pflichtspiel der Runde und tanzte durch die Katakomben.

HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer gab sich da abgeklärter und zog trotz der "schmerzhaften Nackenschlägen" und "zerplatzten Träume" in den letzten Wochen ein zufriedenstellendes Fazit.

"80 bis 85 Prozent der Saison waren sehr gut. Wir waren ganz nah dran, oben zu sein", sagte Beiersdorfer und versprach eine detaillierte Analyse: "Wir wollen sehen, was in den entscheidenden Momenten gefehlt hat."

Kein Abschiedssieg für Funkel

Bei der Eintracht erfüllte sich der erhoffte siegreiche Abschied von Trainer Friedhelm Funkel nicht. Vor der Partie wurde Funkel mit Applaus vom Publikum bedacht.

Der 55-Jährige, der am Donnerstag die Auflösung seines bis 2010 laufenden Vertrages bekannt gegeben hatte, geht nach 170 Spielen und fünf Jahren mit einem weinenden Auge.

"Ich hatte eine fantastische Zeit hier. Ein Stück Wehmut ist natürlich dabei", sagte Funkel, der von Vorstandsboss Heribert Bruchhagen eine Uhr als Abschiedsgeschenk überreicht bekam.

Als Funkel-Nachfolger werden weiterhin Michael Skibbe, Mirko Slomka und Thomas von Heesen gehandelt.

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