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Trotz Heimschwäche feiern die Kölner Spieler einen versöhnlichen Saison-Abschluss © getty

Mit dem Schlusspfiff gegen Bochum startet bei den Kölner Fans das lange Warten auf Lukas Podolski. Das Spiel wird zur Nebensache.

Köln - Der Schlusspfiff im letzten Spiel einer erfolgreichen Saison war zugleich der Start zum Final Countdown für die Rückkehr des verlorenen Sohnes.

Unmittelbar nach dem 1:1 (1:1) im bedeutungslosen Punktspiel gegen den VfL Bochum (Spielbericht: Köln verpasst Heimsieg) und der stimmungsvollen Verabschiedung von Urgestein Matthias Scherz richtete sich beim 1. FC Köln sofort die Aufmerksamkeit auf Heimkehrer Lukas Podolski.

Zum Trainingsauftakt am 25. Juni haben die Jecken in der rheinischen Karnevalshochburg ihren "Prinz Poldi", der nach drei Jahren Bayern München wieder in Heimat zurückkehrt, im FC-Trikot.

"Er wird kein Messias"

"Für uns ist es wichtig, wieder ein Gesicht zu bekommen. Poldi ist ein Gesicht", sagte Kölns Manager Michael Meier am Ende einer Spielzeit, die den erhofften Klassenerhalt gebracht hat.

Der 59-Jährige versuchte dann den zu erwartenden Druck von den Schultern des Nationalspielers zu nehmen und bat zugleich die anwesenden Medienvertreter, in ihrer Berichterstattung Maß zu halten:

"Er wird hier kein Messias werden. Es wird ein begnadeter Spieler kommen, der ein erfrischendes Spiel nach vorne und eine Verbesserung auf der Position bringt, auf der er spielt."

"Poldi" immense Investition

Doch der Druck wird für Podolski immens sein. Für die Einigung mit den Bayern ist der FC wirtschaftlich an die Grenzen des Möglichen gegangen.

7,5 Millionen Euro der Ablösesumme in Höhe von zehn Millionen Euro standen bereit, den Rest kratzt der FC mit dem Verkauf von Internet-Pixeln eines Poldi-Posters (Gesamtwert rund eine Million Euro) und einem Ablösespiel gegen Bayern München zusammen.

Um die Mannschaft auf weiteren Positionen - neben Podolski steht bereits die Verpflichtung von Stürmer Sebastian Freis (Karlsruher SC) länger fest - zu verstärken, werden die Preise für Dauerkarten erhöht und Trikots verkauft.

Scherz feiert seinen Abschied

Bereits am ersten Verkaufs-Tag waren 1000 Jerseys mit Podolskis Nummer 10 vergriffen (69,95 Euro plus 15 Euro für die Beflockung mit dem Namen).

"Sicherlich ist das Budget etwas reduziert, aber wir werden nicht nervös. Wir haben die eine oder andere Option, die wir wahrnehmen werden", sagte Meier zu weiteren Verpflichtungen.

Die Spendierfreude der Fans ist dem FC sicher. Die Anhänger feierten am Samstag Matthias Scherz, der seine Karriere nach zehn Jahren Köln beendet und dem Verein als Laufbahnberater für die Jugendspieler erhalten bleibt, wie einen Weltstar.

Zum zwölften Mal in dieser Saison war das 50.000 Zuschauer fassende WM-Stadion ausverkauft. Trotz der miserablen Heimbilanz mit nur vier Siegen in 17 Spielen war die Arena immer eine Partyzone.

"Wir haben Großartiges geleistet"

Das magere 1:1 gegen Bochum durch die Tore von Diego Klimowicz (18.) und Anthar Yahia (24.), der ins eigene Netz traf, war wie so häufig fast nebensächlich.

Von Trainer Christoph Daum gab es trotzdem höchstes Lob: "Ich kann mich nur bei den Fans und der Mannschaft bedanken. Wir haben Großartiges geleistet. Vor der Saison sind wir als Absteiger Nummer 1 gehandelt worden."

Koller übersteht die harte Zeit

Der VfL Bochum hatte sich am vorletzten Spieltag mit dem 2:1 gegen Eintracht Frankfurt die Klasse gesichert, nach nur elf Punkten in der Hinrunde.

Besonders gelitten haben muss VfL-Trainer Marcel Koller, der mehrfach den Unmut der eigenen Fans ertragen musste.

"Das war besonders in der Hinrunde so, als wir eigentlich schon abgestiegen waren. Man kann die Fans verstehen. Wichtig ist, dass der Vorstand ruhig geblieben ist und das Trainerteam zusammenstand", sagte der Schweizer.

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