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Schalkes Jefferson Farfan (r.) verliert ein Kopfballduell gegen Compper © getty

Schon während der abschließenden Niederlage gegen Hoffenheim wird der neue Trainer auf Schalke sehnsüchtig erwartet.

Gelsenkirchen - Weil die Gegenwart abermals nur schwer zu ertragen war, flüchteten die Fans von Schalke 04 in die Zukunft.

Jedes Tor des VfL Wolfsburg, das ihren künftigen Trainer Felix Magath zum Deutschen Meister machte, bejubelten sie frenetisch.

Was die eigene Mannschaft beim 2:3 (2:1) gegen 1899 Hoffenheim zum Abschluss einer völlig verkorksten Spielzeit unten auf dem Rasen bot, interessierte kaum noch jemanden.

Denn was sie dort sahen, war nicht nur "ein Spiegelbild der Saison", wie Interimscoach Mike Büskens resigniert feststellte, sondern auch der nächste Trümmerhaufen für Magath.

Der 55-Jährige, der die "Wölfe" als Meistertrainer verlässt, wird auf Schalke sehnsüchtig erwartet.

"Ich bin überzeugt, dass er den Biss zurückbringen wird", sagte Mittelfeldspieler Jermaine Jones: "Ich freue mich, dass er kommt."

Viel Arbeit wartet auf Magath

Wenn der Schalker Heilsbringer in den nächsten Tagen in seinem Urlaub in Puerto Rico die DVD des letzten Spiels seiner künftigen Schützlinge gesehen haben wird, weiß er, wie viel Arbeit auf ihn zukommt.

Schmeichelhaftere Worte als den "Trümmerhaufen", mit dem er den Zustand des VfL Wolfsburg bei seinem Amtsantritt vor zwei Jahren beschrieb, wird er dafür wohl kaum finden.

"Der Scherbenhaufen ist jetzt da", stellte auch Jones nach der schlechtesten Schalker Bundesliga-Saison seit 1999/2000 (13.) fest.

Harte Worte von Jones

Der Mittelfeldrenner, der Magath noch aus gemeinsamen Frankfurter Tagen kennt, ließ deutlich erkennen, dass der neue Coach die Königsblauen nicht nur körperlich und fußballerisch voranbringen muss.

Auch das Mannschaftsgefüge benötigt dringend Stärkung. "Nicht jeder hat sein Potenzial abgerufen", urteilte Jones und unterstellte Teamkollegen, "nicht bis zum Ende gefightet" zu haben, sondern "es fahrlässig angegangen" zu sein.

Kuranyi lässt Chancen aus

Gegen Hoffenheim ging vor allem Kevin Kuranyi derart fahrlässig mit einer ganzen Reihe hochkarätiger Tormöglichkeiten um, dass er seinem Ruf als "Chancentod" wieder einmal alle Ehre machte.

Und weil auch noch Ivan Rakitic erneut eindrucksvoll bewies, dass er nicht der dringend benötigte, echte Zehner im Mittelfeld ist, stand am Ende die dritte Heimniederlage in Folge.

Carlos Eduardo mit Doppelpack

Demba Ba (26.) und der überragende Carlos Eduardo mit einem direkten Freistoß (49.) und einem verwandelten Foulelfmeter (89.) sorgten für das passende Ende einer Schalker Chaos-Saison.

Mladen Krstajic mit seinem letzten Tor im wohl letzten Spiel für Schalke (30.) und Jefferson Farfan (34.) konnten die zwölfte Saisonniederlage nicht verhindern.

Krstajic muss wohl gehen

Der 35-jährige Krstajic wird aller Voraussicht nach in den nächsten Tagen erfahren, dass er nicht mehr gebraucht wird.

"Ich denke, es ist vorbei", sagte der Serbe, dessen Vertrag ausläuft: "Es ist traurig, dass keiner kommt und sagt: Danke für die fünf Jahre."

Wer sonst noch gehen muss, und wer kommt, wird Magath aus Puerto Rico telefonisch übermitteln. `"Wir werden das in der nächsten Woche in Ruhe besprechen", kündigte Geschäftsführer Peter Peters an.

Schadenfreude über Borussen-Pech

Und weil die Gegenwart so trist und die Zukunft mit Magath noch so weit weg ist, freuten sich die Schalker am Ende über den Misserfolg ihres Lieblingsfeindes.

Als der Hamburger SV mit seinem Siegtor in Frankfurt Borussia Dortmund noch aus dem Europapokal kegelte, jubelten 61.000 in der Arena, als sei ihr Team gerade Meister geworden.

"Das ist das einzig Positive heute", meinte Torhüter Manuel Neuer und verabschiedete sich mit den Worten: "Ich bin froh, dass der Mist endlich vorbei ist."

Rangnick mit Abschluss zufrieden

Für Schalkes ehemaligen Trainer Ralf Rangnick überwogen dagegen die positiven Aspekte. "Zehn Punkte aus den letzten vier Spielen sind ein toller Abschluss für uns", meinte der Hoffenheimer Coach.

Mit Platz sieben zum Ende der ersten Bundesliga-Saison ist der Neuling immerhin bester Aufsteiger seit dem 1. FC Kaiserslautern, der 1997/98 zum Titel durchmarschierte.

"Vor zwei Jahren haben wir noch gegen Bayern II und 1860 II verloren", erinnerte Rangnick: "Man muss das richtig einordnen."

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