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Die Kicker des VfL Wolfsburg absolvierten ein straffes Partyprogramm © getty

Die erste Meisterschaft des VfL lässt die Autostadt in einer Welle der Euphorie versinken. Die Feier dauert länger als Magath durchhält.

Von Jürgen Blöhs und Martin van de Flierdt

Wolfsburg - Eine Stadt trägt Grün-Weiß. Eiskrem, Gebäck, Fähnchen auf den Bussen des Öffentlichen Nahverkehrs? den Farben des VfL Wolfsburg konnte sich schon Tage vor dem Spiel gegen Werder Bremen niemand entziehen.(Wolfsburg spaziert zur Meisterschaft)

Nicht einmal die angereisten Werder-Anhänger störten mit ihren Fan-Outfits das grün-weiße Bild.

Wer in der Region keine der 30.000 Eintrittskarten ergattern konnte, wollte das entscheidende Spiel auf einer der Großleinwände verfolgen und anschließend das Team vor dem Rathaus feiern.

Die Regionalzüge waren überfüllt, Fans halfen sich beim Einstieg durch die Fenster und trotzdem mussten Dutzende draußen bleiben.

Bei Sponsor VW standen die Bänder still. Erst Sonntagabend um 22 Uhr muss die Nachtschicht wieder antreten. Eine Stadt im Ausnahmezustand.

Wolfsburg feiert seine Helden

Nach Schlusspfiff brachen dann alle Dämme. Die Wolfsburger feierten ihre Helden, und die genossen das Bad in der Menge. Der Zeitplan war ihnen egal. Immer wieder mussten die Spieler auf die Ehrenrunde oder tauchten in der Menge unter.108867(DIASHOW: Die Bilder des 34. Spieltags)

Um 19 Uhr wurden die Profis vor dem Rathaus erwartet, aber erst um 20 Uhr setzte sich der Autokorso am Stadion in Bewegung.

Vor der eigens für die Feier aufgebauten Bühne warteten gut 80.000 Feierwütige auf die Grün-Weißen, insgesamt waren nach Polizeiangaben rund 120.000 Menschen auf den Straßen - der Schlafstadt für Arbeiter einer Autofabrik am Mittellandkanal.

Späte Ankunft auf dem Rathausplatz

Die Helden trugen sich unterdessen noch ins Goldene Buch der Stadt Wolfsburg ein, ehe sie um kurz vor halb zehn endlich in ihren Cabrios den Rathausplatz erreichten und sich feiern ließen.

"Die Stadt steht Kopf", stellte Oberbürgermeister Rolf Schnellecke fest. "Das ist eine große Sache für unser Land", meinte Ministerpräsident Christian Wulff, ehe endlich der von den Fans stürmisch geforderte Trainer Felix Magath zum Mikrofon griff.

"Ich kann euch versichern", rief er den VfL-Fans zu, "dass keine meiner Stationen so schön war, wie die zwei Jahre hier." Dem Meistermacher hat der Anhang den überraschenden Wechsel zu Schalke 04 längst verziehen.

"Schade, dass Magath geht"

"Der Trainer hat großen Anteil am Titel. Es war sein Kader, er hat die Mannschaft zusammengestellt. Das ist sein Team", wusste nicht nur Sascha Riether, wem der Erfolg zu verdanken ist. (Vom Trümmerhaufen zum Titelträger)

"Schade, dass Magath geht", sagte ein bierseliger Zvjezdan Misimovic Sport1.de mit Tränen in den Augen. "Wir spielen in der Champions League. Ich kann?s immer noch nicht fassen."

Magath selbst glaubt den VfL für die Zukunft gut aufgestellt. "Viele Spieler sind noch lange nicht an ihrem Limit", meinte er. "Der Verein wird auch künftig um Titel mitspielen."

Veh als Nachfolger bestätigt

Und zwar unter Armin Veh, den Wolfsburgs Aufsichtsratschef Hans-Dieter Pötsch noch am Samstagabend als Magaths Nachfolger bestätigte. (Veh neuer Coach in Wolfsburg)

Damit die Meisterschaft kein einmaliges Erlebnis bleibt, will VW noch einmal richtig in die Tasche greifen: "Wir wollen mehr und werden weiter angreifen. Für Qualität ist auch Geld da", versprach der Aufsichtsrats-Vize Stephan Grühsem.

Aber die Zukunft war nicht das Thema des Abends: "Heute feiern wir die ganze Nacht", gab der von europäischen Spitzenklubs umworbene Edin Dzeko das Motto vor. 109782(DIASHOW: Wolfsburg ist eine große Party)

Party am Allersee

Kurz nach zehn ging es ins Hotel Ritz Carlton, wo das 2:2 von Dzeko und Grafite im Torwandschießen des zugeschalteten "Aktuellen Sportstudios" bestens zur Wolfsburger Harmonie passte.

Die Spieler zogen später weiter zur internen Party im "Kolumbianischen Pavillon" am Allersee. "Ich war um 2.30 Uhr im Bett", bekannte Magath am Sonntagmorgen im DSF-Doppelpass. "Da waren die Spieler wohl noch ein Weilchen unterwegs."

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