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Jörg Berger trainierte neun Klubs in der Bundesliga © getty

Der Rekordabsteiger und der verhinderte Retter gehen getrennte Wege. Einen Fehler sieht Berger in seinem Kurzengagement aber nicht.

Von Martin van de Flierdt

München/Bielefeld - Es war das wohl kürzeste Engagement in der Bundesliga-Geschichte:

Nach nur einem gemeinsamen Spiel und dem Abstieg aus dem Oberhaus gehen Arminia Bielefeld und Trainer Jörg Berger wieder getrennte Wege.

Das teilte der Klub nach einem Gespräch mit dem 64-Jährigen am Sonntag mit. (SPIELBERICHT: Berger kann Arminia nicht retten)

"Wir haben uns am Samstagabend zusammengesetzt", bestätigte Berger im Gespräch mit Sport1.de.

"Es war ja alles fokussiert auf dieses Spiel gegen Hannover. Danach haben wir uns dann in ganz positivem Sinne darauf verständigt, dass es eine weitere Zusammenarbeit nicht geben wird."

Siebter Abstieg aus der Bundesliga

Bielefeld war durch ein 2:2 gegen 96 zum siebten Mal aus der Bundesliga abgestiegen. Berger hatte die Ostwestfalen erst am vergangenen Dienstag nach der Trennung von Michael Frontzeck übernommen.

Er deutete an, dass auch eine erfolgreich bestrittene Relegation kaum seinen Verbleib in Bielefeld über den Sommer hinaus bewirkt hätte:

"Wenn wir jetzt den Klassenerhalt erreicht hätten, wäre es vielleicht auch von meiner Seite zu der gleichen Entscheidung gekommen."

Kurzeinsatz kein Fehler

Berger hält den Entschluss, als "Feuerwehrmann" bei den Ostwestfalen einzuspringen, auch im Nachhinein für richtig. "Ich bin ein positiv denkender Mensch", sagte der ehemalige Coach von Rostock, Frankfurt oder Schalke.

"Ich war davon überzeugt, dass wir es schaffen können." (NACHBERICHT: Titanic Bielefeld geht unter)

Dass seine Reputation als Mann, der Unmögliches möglich macht, durch das Intermezzo in Bielefeld gelitten hat, glaubt Berger ebenfalls nicht.

"Wenn ich Angst gehabt hätte, meinen Ruf zu ramponieren, dann hätte ich gar nicht anfangen dürfen", meinte er.

"Ich wusste um das Risiko und war immer bereit, das einzugehen. Sonst hätte ich ja auch nicht den Ruf des Retters."

Gegenseitige Vorwürfe in Bielefeld

Während Berger also das sinkende Schiff verlässt, setzen sich die gegenseitigen Vorwürfe fort.

Präsident Hans-Herrmann Schwick wirft der sportlichen Leitung vor, in der Winterpause keine Spieler verpflichtet zu haben, obwohl Geld vorhanden gewesen wäre. Auch Finanzchef Roland Kentsch kritisierte die sportliche Führung in Person von Detlev Dammeier.

Die Fans wiederrum forderten den Rauswurf des Vorstands. Und zu allem Überdruss droht auch noch der Abgang von Leistungsträgern wie Dennis Eilhoff, Artur Wichniarek oder Andre Mijatovic.

Die Arminia geht schweren Zeiten entgegen.

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