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Sebastian Kehl erzielte in 215 Bundesligaspielen 19 Tore © getty

Der Dortmunder Kapitän Sebastian Kehl biss im Schlussspurt um die Europa League auf die Zähne und wurde sofort danach operiert.

Dortmund - Mit Borussia Dortmund hat Sebastian Kehl in der letzten Minute die Qualifikation für die Europa League verpasst.

Und nun muss der Dortmunder Kapitän auch noch operiert werden.

Wie sich jetzt herausstellte, spielte Kehl bereits in den vergangenen Wochen mit einem Leistenbruch

Bereits am Montag wurde der Eingriff bei dem 29-Jährigen in Dortmund vorgenommen.

Die Operation verlief erfolgreich, Kehl ist zum Start der Vorbereitung wieder einsatzfähig.

Operation herausgezögert

"Wir haben den Eingriff immer wieder herausgezögert", sagte Kehl dem "kicker".

Im Endspurt um die Qualifikation für das internationale Geschäft wollte Trainer Jürgen Klopp offensichtlich nicht auf seinen Führungsspieler verzichten.

Um so bitterer ist es, dass das Tor zu Europa für den BVB nach dem 1:1 gegen Gladbach verschlossen bleibt (110166DIASHOW: Der 34. Spieltag).

Noch bitterer ist, dass das Last-Minute-Tor des Hamburgers Piotr Trochowski in Frankfurt, dass den Dortmunder K.o. besiegelte, aus dem Abseits heraus erzielt wurde.

Streit zwischen Kehl und Weidenfeller

Der ganze Frust entlud sich unmittelbar ab Abpfiff. Torwart Roman Weidenfeller verwickelte Kehl in ein heftiges Wortgefecht.

Der Keeper hatte offenbar eine offensivere Spielweise seiner Vorderleute gefordert, die Mannschaft sich anscheinend zu sehr auf die Frankfurter Schützenhilfe verlassen.

"Wir waren eben beide total enttäuscht. Jeder kanalisiert seinen Frust auf eine andere Weise", erklärte Weidenfeller den Streit mit Kehl.

Mohamed Zidan wiederrum musste sich harte Worte von Trainer Jürgen Klopp anhören. An der Situation änderte dies letztlich nichts.

"Die Jahre ziehen vorbei"

"Die Jahre ziehen vorbei - ohne internationalen Fußball", ärgerte sich Kehl.

Gerade für Spieler wie Kehl und Weidenfeller, die zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft gehören, wäre es wichtig gewesen, sich international zu beweisen.

Allerdings hatte Bundestrainer Joachim Löw ohnehin darauf verzichtet, beise für die Asienreise zu nominieren. Und das schon bevor Kehls Verletzung bekannt wurde.

Ein weiterer Grund, sich zu ärgern.

Watzkes positives Fazit

Trotzdem zog man beim BVB angesichts der starken Rückrunde letztlich eine positive Bilanz.

"Dass wir 59 Punkte holen, hätte doch niemand gedacht. Und hier in Gladbach konnte auch niemand davon ausgehen, dass man sich mal eben die Punkte abholt", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke:

"Es gibt jedoch genügend positive Ansätze, aus der wir Kraft für die neue Saison schöpfen können."

In der Tat sprechen einige Fakten für die gute Saison der Borussia.

So blieb der BVB neben dem Vereinsrekord von sieben Siegen in Folge zum zweiten Mal in seiner Historie nach 1991/92, dem ersten Jahr unter Ottmar Hitzfeld, zu Hause ungeschlagen.

Die Borussen beendeten die Spielzeit zudem mit den wenigsten Niederlagen (fünf) aller Klubs und stellten die zweitbeste Abwehr (hinter Schalke).

Begeisterung ungebrochen

Und überhaupt ist die Begeisterung im Umfeld der Borussia ungebrochen: 80.000 Fans kamen am Sonntag zum Familientag der Borussia und sprachen der Mannschaft Mut zu.

"Wir werden in der kommenden Saison wieder angreifen", verkündeten die Borussen unisono.

Dann allerdings wohl ohne den ausgeliehenen Kevin Prince Boateng, der die Borussia wohl wieder in Richtung der Tottenham Hotspurs verlassen muss.

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