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Armin Veh wurde 2007 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister © getty

Der Magath-Nachfolger wird beim Deutschen Meister überraschend mit der gleichen Machtfülle wie sein Vorgänger ausgestattet.

Wolfsburg - Armin Veh folgt Meister-Trainer Felix Magath und soll mit derselben Machtfülle das Wolfsburger Fußball-Märchen fortsetzen.

Wie sein Vorgänger Felix Magath wird Veh beim VfL in Dreifachfunktion als Chefcoach, Sportchef und Mitglied der Geschäftsführung tätig.

Für zwei Jahre, bis zum 30. Juni 2011 hat Veh beim VfL unterschrieben, der damit Kontinuität mit dem Magathschen Erfolgsmodell anstrebt.

"Ich freue mich sehr, hier zu sein", sagte Veh bei seiner Vorstellung am Montag, "einen Deutschen Meister zu übernehmen, ist eine sehr schöne, schwere und unheimlich reizvolle Aufgabe."

Locker und gelöst wirkte der Schwabe in Niedersachsen, als er als der neue sportliche Alleinverantwortliche den Presseraum unter der Hauptribüne der VW-Arena betrat.

VfL blickt schon wieder nach vorne

Sehr schnell haben die Verantwortlichen von Geschäftsführung und Aufsichtsrat nach den Feiern des ersten Titels ihren Blick bereits wieder in die Zukunft gerichtet.

"Jeder Tag ist für uns zurzeit ein schöner Tag", sagte Geschäftsführer Jürgen Marbach: "Ich bin sicher, dass wir eine sehr gute Zusammenarbeit haben werden."

Veh ist sich jedenfalls sicher, dass er in die großen Fußstapfen seines Vorgängers passt, obwohl er im November 2008 beim VfB Stuttgart beurlaubt wurde:

"Ich habe genug Erfahrungen gesammelt."

Überraschend in Dreifachfunktion

Kurz nachdem Magath den VfL-Bossen seine Wechselabsicht mitgeteilt hatte, erstellte der Vereinsvorstand ein Anforderungsprofil für den Neuen.

"Wir sind dann sehr schnell auf Armin Veh gekommen", sagte der stellvertretende Aufsichtsrats-Vorsitzende Stephan Grühsem.

Dass Veh, der 2007 den VfB Stuttgart zur Meisterschaft geführt hatte, neuer Trainer wird, hatten die VfL-Bosse bereits Samstagabend bekannt gegeben.

Dass er aber ebenfalls in Dreifachfunktion tätig wird, kam überraschend.

"Wir wollen den eingeschlagenen Kurs aufrechterhalten", erklärte Grühsem. "Der Trainerwechsel bedeutet keine Änderung unseres Zukunftskonzepts. Das Ziel, oben mitzuspielen, hat sich nicht geändert."

VW wird weiter investieren

Der VW-Konzern als Hauptsponsor und 90-prozentiger Gesellschafter der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH will also weiterhin in das Team investieren.

Netto rund 40 Millionen Euro konnte Magath in den letzten beiden Jahren ausgeben, um sich seine Meistermannschaft zusammenzustellen.

"Wir haben natürlich über die Perspektiven gesprochen", sagte Veh, "man geht ja nicht ins Ungewisse."

Angesichts der Belastungen in der Champions League soll das Team weiter verbessert werden.

"Da können wir nicht nur mit Dzeko und Grafite spielen, sondern brauchen einen weiteren Stürmer, der absolute Klasse hat", kündigte Veh bereits an. "Wir werden uns sicherlich verstärken."

Verhandlungen mit Auxerres Kahlenberg

Mit dem dänischen Mittelfeldspieler Thomas Kahlenberg vom AJ Auxerre wird bereits verhandelt.

Torschützenkönig Grafite soll seinen Vertrag bis 2012 verlängern, sein kongenialer Sturmpartner Edin Dzeko (Vertrag bis 2011) soll trotz Anfragen europäischer Großklubs gehalten werden.

"Mit Blick auf die Vertragssituation unserer Spieler können wir feststellen, dass wir keinen unmittelbaren Handlungsdruck haben", erklärte Grühsem.

Veh, der seine Assistenten Alfons Higl und Achim Sarstedt mit nach Wolfsburg bringt, kann sich also auf Kontinuität im Umfeld freuen.

Auch Magaths "Hügel der Leiden" für die Konditionsarbeit wird bleiben, ebenso die Medizinbälle zur Körperertüchtigung der Spieler:

"Die kann man den Spielern nicht nehmen", meinte Veh. "Die wollen sie ja."

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